Štôla liegt im westlichen Teil des Poprader Beckens am Südhang der Hohen Tatra. Wanderwege und winterliche Langlaufloipen stehen neben einer Ortsgeschichte, die von einem ehemaligen Kloster, historischen Bauten und lokalem Handwerk geprägt ist.
Wandern und Radfahren
Der Lehr- und Wanderweg Batizovce–Gerlachov–Mengusovce–Štôla dient der Bildung und dem Naturschutz. Er richtet sich an ein breites Publikum, darunter weniger geübte Wanderer, Kinder und ältere Menschen. Der Weg besteht aus einer großen und drei kleinen Informationstafeln. An jeder gibt es Sitzgelegenheiten mit Tisch und Bänken, einen Fahrradständer und einen Abfalleimer.
Mehrere Aussichtspunkte bieten Blicke auf die Tatragipfel. Markierte Wege verlaufen in der Umgebung künstlicher Seen; die Radwege des Lehr- und Wanderwegs sind an das Radwegenetz unterhalb der Tatra angebunden. So stehen beim Erkunden zu Fuß und mit dem Rad unterschiedliche Wegarten im Mittelpunkt, ohne dass beide als dieselbe Route zu verstehen sind.
Als weitere markierte Wanderverbindungen sind Wege zwischen Štôla und Vyšné Hágy (gelb; 0:45/0:35), Tatranská Polianka (grün; 1:15/1:00), Batizovské pleso (gelb; 3:15/2:35) sowie Sliezsky dom (gelb-rot; 4:15/3:35) aufgeführt. Die Zeitangaben können je nach Bedingungen variieren; prüfen Sie sie vor dem Aufbruch noch einmal.
Winter in Štôla
Im Winter werden in Štôla Langlaufloipen gepflegt. Sie führen durch die Natur entlang des Flusses Poprad und bieten Ausblicke auf das Panorama der Hohen Tatra. Die Pflege ist wetterabhängig; ein Blick auf die Bedingungen vor der Tour hilft bei der Planung.
Geschichte und Baukultur
Štôla entstand an der Stelle eines ehemaligen Benediktinerklosters, das 1314 errichtet wurde. Etwa 1436 brannte es während der Hussitenkriege und der Unruhen um den ungarischen Thron ab und wurde nicht wieder aufgebaut. Als vermutlich letztes erhaltenes öffentliches Relikt des Klosters steht in Štôla eine hölzerne Glockenstube mit Doppelkreuz und bronzener Glocke.
Die evangelische neoklassizistische Kirche stammt aus dem Jahr 1870 und beherbergt ein Altarbild von Peter Bohúň. Sie ist meist geschlossen; eine Besichtigung muss mit dem örtlichen Pfarrer aus Mengusovce vereinbart und vor dem Besuch bestätigt werden. Der Soldatenfriedhof von Štôla umfasst 296 Kriegsgräber.
Ein Holzhaus in Štôla wurde 1929 nach einem Entwurf des bekannten slowakischen Architekten Dušan Jurkovič errichtet. Auch die traditionellen Hlemajzy gehören zum baulichen Erbe: Vier dieser Gebäude sind noch erhalten und dienen als Getreidespeicher beziehungsweise Lagerräume.
Der einst zum Kloster gehörende Obstgarten bewahrt bis heute mehrere Jahrhunderte alte, mit Pflaumen bewachsene Feldraine. Sie gelten als obstbauliche Rarität und verbinden die örtliche Geschichte mit einer besonderen Form des Obstbaus.
Handwerk und Begegnungen
Bei verschiedenen kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen werden lokale Handwerke präsentiert: gewebte Teppiche, gekratzte und bemalte Ostereier, Holzskulpturen, bemalte Bilder und Erzeugnisse aus geblasenem Glas. Die Veranstaltungen bieten einen anderen kulturellen Schwerpunkt als die Wanderwege und historischen Bauten.
Wer sich für das Glashandwerk interessiert, kann mit Herrn Kocián einen Termin in seiner Glaswerkstatt vereinbaren. Bei dem Treffen präsentiert er sein Handwerk; ein Besuch sollte daher vorab abgesprochen werden.
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