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Im Schloss Ptuj ist Tibia ausgestellt, eine römische Doppelflöte aus dem 2. oder 3. Jahrhundert. Sie gehört zu den Sammlungen des Regionalmuseums Ptuj-Ormož, zu denen auch Waffen, Musikinstrumente, traditionelle Karnevalsmasken, Hinterglasmalereien und Schlossgalerien zählen. So treffen in einem Haus unterschiedliche Zugänge zur Geschichte und Kultur Ptuj’ aufeinander: von einem antiken Instrument bis zu den Masken einer regionalen Tradition.

Römische Spuren im Stadtraum

Auch außerhalb der Museumssammlungen begegnet Ihnen das römische Poetovio an konkreten Orten. Im ehemaligen Handwerksviertel ist ein römischer Ziegelbrennofen zu sehen. An den Stätten des I. und III. Mithräums liegen Fundamente, Altäre, Reliefs und Kultbilder römischer Heiligtümer aus dem 2. und 3. Jahrhundert. Die Fundorte zeigen damit verschiedene Bestandteile dieser Heiligtümer, nicht nur einzelne Ausstellungsobjekte.

Der Archäologische Park Poetovio bietet Museumsobjekte, geführte Besichtigungen, interaktive Bildungsinhalte, Veranstaltungen und Ausstellungen. Einen anderen Blick auf die römische Vergangenheit eröffnen die Spazierwege an der Panorama-Fundstätte: Sie folgen dem Verlauf ehemaliger römischer Straßen. Wer Geschichte lieber im Gehen als anhand einzelner Objekte erschließt, findet hier einen eigenen Zugang. Für eine geführte Besichtigung des III. Mithräums ist eine Anmeldung mindestens drei Tage im Voraus erforderlich; prüfen Sie diese Vorgabe vor Ihrem Besuch.

Im historischen Zentrum hat sich die mittelalterliche Stadtstruktur über Jahrhunderte erhalten. Ein Spaziergang führt an römischen Denkmälern und mittelalterlichen Fassaden vorbei – unterschiedliche Zeitschichten liegen hier im selben Stadtraum. Vom Schlosshügel reichen die Ausblicke weit über die Umgebung.

Kurent-Kultur, Klöster und Stadtleben

Das Kurent-Haus vermittelt das Kurent- beziehungsweise Korant-Ritual und das kulturelle Erbe der Region mit interaktiven Technologien. Es kann ganzjährig besucht werden. Die Präsentation verbindet eine konkrete Tradition mit ihrem kulturellen Hintergrund und setzt damit einen anderen Schwerpunkt als die römischen Fundorte und Sammlungen.

Auch die Klöster erzählen unterschiedliche Geschichten. Das Dominikanerkloster wurde 1230 von Matilda gegründet, der Witwe Friedrichs III. von Ptuj. Restaurierte Teile dienen heute als Veranstaltungsort für kulturelle Ereignisse und sind für Besichtigungen zugänglich. Das Minoritenkloster wurde im 13. Jahrhundert erbaut und restauriert; seine Klosterbibliothek umfasst mehr als 5.000 Bücher. Besichtigungen des Minoritenklosters erfolgen nach vorheriger Vereinbarung.

Ein weiterer Blick auf das Stadtleben führt ins Stadtkino Ptuj. Es gilt mit seiner 120-jährigen Geschichte als älteste aktive Kinospielstätte Sloweniens und hat sein romantisches Retro-Erscheinungsbild bewahrt. Bei Ptujska Klet wiederum steht die Geschichte des Weins im Mittelpunkt: Der Anbieter führt den symbolischen Beginn des Weinbaus in Ptuj auf das Jahr 1239 zurück, als die Minoriten unter ihrem Kloster einen Weinkeller errichteten.

Stadt und Drau aus verschiedenen Perspektiven

Das Interpretationszentrum „Drava – Ptuj“ widmet sich der Beziehung zwischen der Drau, der Natur, den Menschen und der Geschichte von Ptuj. Für eine Bewegungsperspektive bietet sich die Drava-Radroute an: Sie lässt sich als Rundstrecke von Ptuj nach Maribor und zurück fahren. Die untere Variante verläuft über Hajdina und Starše und ist flacher sowie weniger verkehrsreich.

Auch die Lage des Bahnhofs kann für die Orientierung hilfreich sein: Er liegt nur wenige hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt. Zwischen Rundstrecke, Spazierwegen, Sammlungen und kulturellen Orten eröffnet Ptuj damit mehrere unterschiedliche Perspektiven auf seine Geschichte und Gegenwart.

Weitere Reiseziele entdecken: Ptuj, Gorišnica, Markovci, Cirkulane, Jiršovci, Moškanjci, Majšperk, Laško.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Slowenien.

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