In Russe treffen eindrucksvolle Naturmerkmale auf eine vielschichtige Kultur- und Industriegeschichte. Die Gemeinde Ruše ist Mitbegründerin des Regionalparks Pohorje. Für die Planung Ihres Aufenthalts können Sie unterschiedliche Schwerpunkte setzen: Wald und Wasserfälle, Radfahren oder die Geschichte von Kraftwerk, Fabrik und historischen Bildungsstätten.
Wald, Wasser und Felsformationen
Der Bach Lobnica überwindet von seiner Quelle bis zur Mündung in die Drau mehr als 1.000 Höhenmeter. Durch das Lobnica-Tal verlief historisch eine 17 Kilometer lange Wasserrutsche, über die Holz transportiert wurde. Im geschützten Šumik-Urwald sind ursprüngliche Waldgemeinschaften erhalten; an den steilen Hängen wachsen unter anderem Buchen, Tannen und Fichten. So begegnen Ihnen in diesem Naturraum sowohl Waldlebensräume als auch Spuren früherer Nutzung.
In der Lobnica-Schlucht im geschützten Šumik-Urwald liegen die Wasserfälle Veliki Šumik und Mali Šumik. Veliki Šumik ist 24 Meter hoch. Auch der Verna-Wasserfall befindet sich im Šumik-Urwald: Er ist ein Rutschwasserfall, und auf den letzten 100 Metern stürzt der Verna-Bach durch eine glatte, sehr steile Tonalitschlucht in die Lobnica. Die Angaben zu Höhe und Verlauf geben den Wasserfällen jeweils ein eigenes Profil.
Im Šumik-Urwald erhebt sich außerdem Trije hlebi, ein 14 Meter hoher Turm aus drei aufeinandergeschichteten Felsen. Eine andere geologische Formation ist die Falska peč: Sie steigt am rechten Ufer nahezu senkrecht mehrere Dutzend Meter aus der Drau auf und gilt als einzigartige Formation im Drau-Tal. Dort ist auch der geschützte Artenkomplex Brstična lilija (Lilium bulbiferum) und Alpen-Host-Kalkfelsstein (Saxifraga hostii) beheimatet.
Radfahren und winterliche Aktivitäten
Die Drava-Radroute verläuft durch Ruše. Daneben erstreckt sich im Gebiet des Ruškega Pohorje und von Ruše ein Netz von Radwegen mit insgesamt 212 Kilometern. Diese Angaben bieten zwei unterschiedliche Bezugspunkte für Ihre Radplanung: eine benannte Route durch Ruše und die Gesamtlänge des Wegenetzes im beschriebenen Gebiet.
Im Ruško Pohorje sind Fahrten mit dem Pležuh, Skilanglauf und Skitourengehen möglich. Die winterlichen Bedingungen und die Verfügbarkeit von Angeboten variieren saisonal; informieren Sie sich vor der Reise über die für Ihren Besuch geltenden Bedingungen. Der DiscGolf Park Ruše-Areh ist eine weitere Möglichkeit für Erholung und Freizeit sowie als Ergänzung zu einem Spaziergang in der Natur. Er eignet sich auch für Familien mit kleinen Kindern. Da sich die saisonalen Betriebsbedingungen ändern können, prüfen Sie diese vor Ihrem Besuch.
Kultur- und Industriegeschichte
In Fala, einem Teil der Gemeinde Ruše, befindet sich das Museum des Wasserkraftwerks Fala in der ursprünglichen Maschinenhalle des ältesten Wasserkraftwerks an der Drau. Erhalten ist dort eine horizontale Francis-Turbine. Für den Besuch der Ausstellung ist eine vorherige Vereinbarung vorgesehen; stimmen Sie Ihren Besuch vor der Anreise ab.
Der Wasserturm von Ruše gehört zum Komplex der ehemaligen Stickstofffabrik. Er wurde 1917 für deren Bedarf errichtet, ist 43 Meter hoch und besitzt zwei Behälter mit einem Fassungsvermögen von 220 beziehungsweise 130 Kubikmetern. Der Turm ist im slowenischen Register des unbeweglichen Kulturerbes eingetragen. Damit lässt sich an einem einzelnen Bauwerk sowohl seine frühere industrielle Funktion als auch seine Größe nachvollziehen.
Auch die Kirchen bieten unterschiedliche historische und architektonische Details. Die Cerkev Marijinega imena in Ruše wurde 1387 erbaut. Außen sind Spuren der Gotik und des Barocks zu sehen, während der Innenraum barock gestaltet ist. In der Cerkev bičanega Zveličarja befindet sich eine Christusfigur, die ein geschickter Schnitzer im 18. Jahrhundert geschaffen hat. Mary’s Church on Smolnik, auch Marijina cerkev na Smolniku genannt, entstand zwischen 1859 und 1861.
Das Letno gledališče Pod goroj wurde 1931 endgültig fertiggestellt. Der amphitheatrale Veranstaltungsort am Fuß des Pohorje verfügt über 800 bis 1.000 Sitzplätze und ist besonders für seine Akustik bekannt. Ein weiterer historischer Schwerpunkt ist Fala Castle (Falski grad): Die Burg wurde erstmals 1245 erwähnt, nachdem die Benediktineräbte von St. Paul den Sitz ihrer Drau-Domäne von Lovrenc na Pohorju dorthin verlegt hatten. 1620 betrieb die Universität Wien dort philosophische, theologische und wirtschaftliche Studien; dadurch wurde die Burg zur ersten Hochschuleinrichtung Sloweniens.
Die sechsstufige Lateinschule von Ruše wurde 1645 gegründet und bestand bis 1758, insgesamt 113 Jahre. Während ihres vollständigen Betriebs war Ruše ein weit über den Ort hinausreichendes Kultur- und Bildungszentrum. Von der ehemaligen Vivat-Glashütte sind drei Gebäude erhalten; am früheren Fabrikstandort ist wahrscheinlich auch ein Keller erhalten. Die Glashütte stellte unter anderem fein geschliffenes Glas, Milch- und Rubinglas sowie Ornamente her; Luxusglas wurde in mehrere Länder und Regionen exportiert. Die Glazerjevi Dnevi erinnern an den in Ruše geborenen Dichter, Bibliothekar, Literaturhistoriker und Herausgeber Janko Glazer und fördern musikalische und literarische Kreativität.
Für die Wahl Ihres Aufenthalts in Russe hilft es, zuerst den Schwerpunkt festzulegen: Die Wasserfälle und Waldformationen stehen für Natur, während Kirchen, Theater und Industriegeschichte einen anderen Zugang zur Gemeinde eröffnen. Radfahren und die saisonalen Winteraktivitäten ergänzen diese Möglichkeiten, ohne dass alle Interessen denselben Reiseplan voraussetzen.
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