Tai-Lue-Traditionen und Tempelgeschichten geben Chiang Khong einen vielschichtigen kulturellen Charakter. In Si Don Chai bewahrt die Tai-Lue-Gemeinschaft ihre Sprache, Kleidung, Kultur und Traditionen. Ihr charakteristisches handgewebtes Muster heißt „Lai Nam Lai“ und bietet einen konkreten Einstieg in die textile Seite dieses Erbes.
Textilien und Kultur in Si Don Chai
Das Lue Lai Kham Museum in Si Don Chai bewahrt gesammelte Tai-Lue-Webtextilien. Angehörige der Tai-Lue-Gemeinschaft richteten das Museum ein, um diese Textilien als Erbe für nachfolgende Generationen zu erhalten. Die thailändische Tourismusbehörde bezeichnet es als kulturelles Lernzentrum der Tai Lue. Auch Wat Tha Kham Si Don Chai zählt zu den kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten von Si Don Chai.
Tempel mit eigenen Geschichten
Wat Phra Kaeo liegt im Unterbezirk Wiang von Amphoe Chiang Khong. Er ist einer der ältesten Tempel im Amphoe und mehr als 1.300 Jahre alt. Der Tempel beherbergt einen dreisaisonalen grünen Jade-Buddha, der aus Stein aus dem Mekong gemeißelt wurde. Jedes Jahr im Dezember veranstaltet Wat Phra Kaeo eine Zeremonie zum Waschen der Reliquie.
Wat Luang ist ebenfalls einer der ältesten Tempel in Amphoe Chiang Khong; er befindet sich im Dorf Ban Luang im Unterbezirk Khrueng. Dort gibt es zahlreiche antike Bau- und Kunstdenkmäler sowie archäologische Objekte. Außerdem bewahrt der Tempel viele alte Buddhafiguren aus Bronze in verschiedenen Größen. Bei Wat Phra Kaeo stehen Jade-Buddha und Dezemberzeremonie im Mittelpunkt, bei Wat Luang die archäologischen Objekte und Bronze-Buddhas.
Ein weiterer alter Tempel ist Wat Hat Khrai im Dorf Ban Hat Khrai, ebenfalls im Unterbezirk Wiang von Amphoe Chiang Khong. Die Geschichte von Wat Hat Bai hat einen anderen Schwerpunkt: Tai-Lue-Migranten aus Sipsongpanna errichteten den Tempel als geistliches Zentrum ihrer Gemeinschaft. Nachdem Erosion am Mekong den früheren Tempel beschädigt hatte, wurde Wat Hat Bai 1961 an seinen heutigen Standort verlegt. Die jährliche Than-Phah-Than-Jai-Zeremonie findet innerhalb eines Monats nach dem Ende der buddhistischen Fastenzeit statt. Dabei wird das Tuch über Nacht gewebt und am folgenden Tag den Mönchen dargebracht.
Landschaft und Verbindung über Grenzen
Auch die Landschaft der Gemeinschaft Ban Hat Bai lässt sich über klare Gegensätze einordnen: Im Osten liegt der Mekong, im Westen eine Hügelkette. Auf den übrigen Seiten erstreckt sich flaches Land, das für Reisfelder und Gartenbau genutzt wird. Fluss, Hügel und landwirtschaftlich genutzte Flächen beschreiben so verschiedene Seiten des Umlands.
Eine grenzüberschreitende Verbindung bildet die Vierte Thai-Lao-Freundschaftsbrücke. Sie verbindet Ban Don Mahawan in Amphoe Chiang Khong mit Ban Don in Houayxay, Laos, und ist Teil der R3A, die China, Laos und Thailand miteinander verbindet. Damit wechselt der Maßstab von den Geschichten einzelner Gemeinschaften und Tempel zu einer Verbindung zwischen drei Ländern.
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