Im näheren Umfeld von Khlong Madua liegt Wat Ratsabamrung, auch Wat Hong Kai genannt. Der Tempel wird weiterhin genutzt; sein alter Ubosot ist verlassen und stark verfallen. Die beiden Zustände beziehen sich auf unterschiedliche Teile des Ortes: Die fortgesetzte Nutzung betrifft den Tempel, der Verfall den alten Ubosot. Für die Einordnung der Tempelkunst ist diese Unterscheidung wichtig, denn die Angaben zu Architektur und Dekor betreffen ausdrücklich das alte Gebäude. So stehen Tempelnutzung und der Zustand des alten Ubosot nebeneinander.
Wat Ratsabamrung: Architektur, Bildnisse und Inschriften
Am Stuckgiebel des alten Ubosot sind unter anderem zwei einander zugewandte Schwäne und zwei einander zugewandte Drachen dargestellt. Die Gestaltung spiegelt die königliche Vorliebe während der Regierungszeit von Rama III. wider. Schwäne und Drachen bilden jeweils ein Paar; zugleich gibt die Zuschreibung zur Rama-III-Zeit einen stilistischen Bezug. Das Giebeldetail ergänzt damit das Bild des alten Ubosot um konkrete Motive, statt nur dessen verlassenen und stark verfallenen Zustand zu beschreiben.
Im Versammlungspavillon von Wat Ratsabamrung befinden sich insgesamt zehn Buddha-Bildnisse. Die meisten sind dem frühen Rattanakosin-Stil zuzuordnen. Ein Bildnis aus rotem Sandstein wird dagegen stilistisch der späten Ayutthaya-Zeit zugeordnet. So treffen innerhalb der Sammlung eine vorherrschende Stileinordnung und ein einzelnes Bildnis mit anderem Material und einer anderen stilistischen Zuordnung aufeinander. Der Vergleich bleibt dabei auf die zehn Bildnisse und die genannten Merkmale bezogen.
Auch die Inschriften setzen eigene Akzente. Zwei Buddha-Bildnisse tragen Sockelinschriften mit der Jahresangabe 2475 BE. Ein weiteres Bildnis hat eine Inschrift mit Schriftzeichen, die der Khmer-Schrift ähneln, sowie der Zahl 2440. Zusammen mit den Stuckmotiven und den Stilzuordnungen ergeben sich verschiedene kulturelle Themen: Bauornament, Bildwerke und Schrift. Das Buddha-Bildnis „Luang Pho To“ gehört ebenfalls zur Geschichte des Tempels: Es wurde aus dem alten Ubosot in den neuen Ubosot gebracht.
Benjarong-Keramik in Don Kai Dee
Ein weiteres Kulturthema im näheren Umfeld ist das Dorf für Benjarong-Keramik in Don Kai Dee. Es gilt als Lernzentrum für diese Kunst und dieses Kunsthandwerk. Damit steht neben der Tempelarchitektur ein eigenständiges Thema rund um Keramik. Wenn Sie sich für beide Bereiche interessieren, lassen sich die Akzente gut auseinanderhalten: In Wat Ratsabamrung stehen Ubosot, Buddha-Bildnisse und Inschriften im Mittelpunkt; in Don Kai Dee ist es die Benjarong-Keramik. Beides ergänzt die kulturelle Perspektive auf das Umfeld von Khlong Madua, ohne die Themen zu einem gemeinsamen Programm zusammenzufassen.
Anfahrt zu Wat Ratsabamrung
Die beschriebene Route führt über die Setthakit-1-Straße, auch Highway 3091 (Samut Sakhon–Krathum Baen) genannt. Vor dem Ort Krathum Baen biegt man links ab und fährt etwa einen Kilometer weiter; der Tempel liegt dann auf der rechten Seite. Für die Orientierung ist die Abfolge aus Straße, Abzweig und Weiterfahrt hilfreich. Prüfen Sie die Route vor Ort, da sich Wegführungen ändern können.
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