An der Stelle, an der Labe und Ohře zusammenfließen, steht die Festung Terezín in offener Landschaft als eigenständiges technisches und städtebauliches Denkmal. Sie wurde zwischen 1780 und 1790 zur Verteidigung der Route von Dresden nach Prag erbaut und stellt den Höhepunkt der dreihundertjährigen Entwicklung europäischer Bastionsbefestigungen dar. Damit führt ein Besuch in Terezín zu zwei historischen Perspektiven: zur Entwicklung der Festung und zu den Gedenkorten, die an die Verfolgung und die Opfer des Ghettos Terezín erinnern.
Festung und Baugeschichte
Das Museum und Informationszentrum der Festung Terezín präsentiert ihre Geschichte in sieben gewölbten Kasemattenräumen. Der zeitliche Bogen reicht von der Theresianischen Zeit bis zum Ersten Weltkrieg. So lässt sich die Festungsanlage in einer längeren europäischen Baugeschichte einordnen, statt sie nur als einzelnes Denkmal zu betrachten. Bei Führungen mit historischen Laternen können Besucher die Festung und ihre unterirdischen Gänge erkunden.
Gedenkorte in Terezín
Das 1947 gegründete Memorial Terezín erinnert an das Leid und die Opfer des Ghettos Terezín, des Gestapo-Polizeigefängnisses in der Kleinen Festung und des Konzentrationslagers Litoměřice. Die Kleine Festung diente als Gestapo-Polizeigefängnis für Patrioten und Mitglieder von Widerstandsorganisationen aus den tschechischen Ländern und anderen Gebieten.
Vor der Kleinen Festung wurde im September 1945 ein Nationalfriedhof für die Überreste von Häftlingen angelegt, die aus Massengräbern in der Kleinen Festung exhumiert worden waren. Auf dem Friedhof befinden sich die Überreste von etwa 10.000 Menschen. Seit 1946 findet dort jedes Jahr am dritten Sonntag im Mai eine Gedenkzeremonie statt. Wenn Sie Ihre Reise auf diesen Termin ausrichten möchten, prüfen Sie den aktuellen Veranstaltungstermin.
Der Jüdische Friedhof mit Krematorium entstand im Dezember 1941 in der Bohušovicer Senke zwischen Terezín und Bohušovice nad Ohří. Bis Anfang Oktober 1942 diente er der Bestattung jüdischer Opfer aus dem Ghetto. Der Friedhof wird das ganze Jahr über von Touristen besucht; an jüdischen Gedenktagen finden dort Versammlungen und Gebete statt.
Die Zentrale Leichenhalle des ehemaligen Ghettos beherbergt eine Ausstellung über die Bestattungspraxis im Ghetto. Zu sehen sind historische Särge, ein Leichenwagen und Nachbildungen der Tische, auf denen die Toten gewaschen wurden. In ihrer heutigen Gestaltung wurde die Halle im Oktober 2001 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Besucherhinweise.
Führungen und Besuchsplanung
Alle Gebäude des Memorials können mit einem gedruckten Führer oder Audioguide ohne vorherige Reservierung besichtigt werden. Erläuterungen werden auf Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Niederländisch und Russisch angeboten; prüfen Sie vorab, welche Sprachen aktuell verfügbar sind.
Die erste Führung durch die Kleine Festung dauert 70 Minuten und umfasst außerdem den individuellen Besuch des Museums der Kleinen Festung und des Kinosaals. Für die Führung durch das ehemalige Ghetto sollten Sie 120 Minuten einplanen. Die unterschiedlichen Zeitrahmen helfen dabei, den Schwerpunkt Ihres Besuchs festzulegen. Prüfen Sie die aktuellen Angaben zu Führungen und Besucherregelungen vor Ihrer Reise.
Weitere Reiseziele entdecken: Čakovice, Libkovice Pod Řípem, Vrbice U Roudnice Nad Labem, Jenčice, Hlinná, Malíč, Chudoslavice, Budyně Nad Ohří.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Litoměřice.