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Mariánské Radčice verbindet die Geschichte eines Wallfahrtsorts mit einem Rundgang, dessen Stationen auch Themen aus der Gemeinde und ihrer Umgebung aufgreifen. An der Wallfahrtsanlage stehen religiöse Ursprünge und die spätere Baugeschichte im Mittelpunkt; der Radčický okruh führt mit Informationstafeln zu versetzten Kleindenkmälern, zum Wallfahrtsweg Osek–Mariánské Radčice und zum Bergbau. Dazu kommt eine Radroute mit einer Anbindung in Mariánské Radčice und einer Verbindung bis Loučná. Für die Wahl des Aufenthaltsschwerpunkts sind damit Wallfahrtsgeschichte, thematischer Rundgang und Radfahren unterscheidbare Ansätze.

Wallfahrtsort und Baugeschichte

Die Ursprünge des Wallfahrtsorts Mariánské Radčice reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück und sind mit der Verehrung des Gnadenbilds der Schmerzhaften Muttergottes verbunden. Der Grundstein der Kirche wurde 1698 gelegt. Damit lässt sich die Geschichte zeitlich einordnen: Die Wurzeln des Wallfahrtsorts liegen im Mittelalter, die Baugeschichte der Kirche hat einen späteren, konkreten Anfang.

Abt Benedikt Littwerich ließ für den Wallfahrtsort eine neue Barockkirche, einen Kreuzgang und eine Pfarrei errichten; sein Nachfolger Hieronymus Besnecker vollendete sie. Die Baugeschichte umfasst somit mehr als die Kirche allein und verbindet einen klar benannten Auftraggeber mit der späteren Vollendung. Wer sich für religiöse Kulturgeschichte interessiert, findet hier sowohl die Verehrungsgeschichte als auch die Entwicklung des Wallfahrtsorts im 17. Jahrhundert.

Die Wallfahrtsanlage kann montags bis freitags von 08:00 bis 15:00 Uhr oder nach vorheriger Absprache besichtigt werden. Prüfen Sie die Besuchszeiten vor der Anreise, damit Sie diesen Teil Ihres Aufenthalts entsprechend planen können.

Der Radčický okruh und seine Stationen

Der Radčický okruh ist ein Rundgang durch die Gemeinde. Beginn und Ende liegen vor dem örtlichen Gasthaus „U Davida“. Seine Informationstafeln greifen mehrere orts- und umgebungsgeschichtliche Themen auf: Eine Station informiert über versetzte Kleindenkmäler in Mariánské Radčice und der Umgebung, eine weitere über die Geschichte des Wallfahrtswegs Osek–Mariánské Radčice. Die letzte Station behandelt Geschichte und Gegenwart des Bergbaus rund um den Ort.

Der Rundgang setzt damit andere Akzente als ein Besuch, der sich vor allem auf die Wallfahrtsanlage richtet. Die Tafeln führen von einzelnen Kleindenkmälern zu einem benannten Wallfahrtsweg und schließlich zur Bergbaugeschichte. Wer die Themen des Ortes über mehrere Stationen erschließen möchte, erhält so eine andere Perspektive als durch die Betrachtung der Baugeschichte allein.

Radfahren und Bergbaugeschichte

Für die Planung mit dem Fahrrad ist die Radroute 3073 eine weitere konkrete Option. In Mariánské Radčice ist sie an die Radroute 25 angebunden und endet nach 6,32 Kilometern in Loučná, wo der Anschluss an die Radroute 231 besteht. Im Unterschied zum als Rundgang durch die Gemeinde beschriebenen Radčický okruh führt diese Streckenverbindung bis zu einem benannten Endpunkt außerhalb des Ortes. Prüfen Sie vor der Fahrt die aktuelle Wegweisung.

Bei Mariánské Radčice befand sich außerdem das ehemalige Braunkohlebergwerk Důl Koh-i-noor II. Es war bis 2002 in Betrieb und förderte mehr als 52 Millionen Tonnen Braunkohle. Teile der Betriebsgebäude stehen seit 2002 unter Denkmalschutz. Damit gehören sowohl die frühere Förderung als auch der Schutzstatus von Gebäudeteilen zur Industriegeschichte der Umgebung. Der Bergbau erscheint im Radčický okruh als Thema einer Station; das ehemalige Bergwerk liefert dazu einen eigenen historischen Bezugspunkt nahe der Gemeinde.

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