Hostomice Nad Bílinou liegt am Übergang zwischen dem Erzgebirge und dem Husův vrch. Seine Geschichte reicht von der ersten schriftlichen Erwähnung im Jahr 1225 bis zu archäologischen Funden aus der späten Bronzezeit; spätere Spuren erzählen von Industrialisierung und örtlichem Vereinsleben. Landschaft, Archäologie und Kultur ergeben unterschiedliche Blickwinkel auf denselben Ort. Für die Auswahl eines Aufenthalts in Hostomice bieten sie konkrete Anknüpfungspunkte neben der Landschaft.
Hügel, Tal und landschaftliche Einordnung
Hostomice gilt als Tor zum Böhmischen Mittelgebirge. Ein weiterer klarer Landschaftsbezug ist der Husův vrch: Der tertiäre neovulkanische Hügel aus Olivin-Nephelinit und Pyroklastika liegt oberhalb des Bílina-Tals. Die Gesteinsnamen geben dem Hügel eine konkrete geologische Dimension; es geht nicht nur um eine Ortsbezeichnung, sondern auch um seine Zusammensetzung.
Von der schriftlichen Erwähnung bis zur Bronzezeit
Die erste schriftliche Erwähnung von Hostomice stammt aus dem Jahr 1225. Damals wurde die Siedlung einem Frauenkloster der Kreuzherren geschenkt. Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurden eine große Siedlung und ein Hortfund aus der späten Bronzezeit entdeckt. Die Jahreszahl 1225 und der wesentlich ältere archäologische Zeithorizont stehen damit nebeneinander: Die schriftliche Ortsgeschichte beginnt mit einem mittelalterlichen Bezug, während der Hortfund auf eine viel frühere menschliche Vergangenheit verweist.
Zu den Gegenständen des bronzezeitlichen Hortfunds gehörten Äxte, ein Schwert, Pfeilspitzen, Armreifen, Nadeln und verzierte Knöpfe. Eine andere Art von Vergangenheit erschließt sich über fossile Funde, die bei Bergbau- und Ziegelarbeiten in Hostomice gemacht wurden. Dazu zählen mächtige Stoßzähne von Mastodonten, Elefanten der Gattung Dinotherium sowie Überreste von Affen und Fledermäusen. So reicht das Spektrum der Ortsgeschichte von archäologischen Zeugnissen menschlicher Besiedlung bis zu paläontologischen Überresten.
Industrialisierung und lokale Kultur
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beschleunigte sich die Industrialisierung von Hostomice. In dieser Zeit wurden im Ort Glashütten errichtet; während der industriellen Entwicklung wurde außerdem in mehreren Tagebauen in der Umgebung Kohle abgebaut. Hinzu kam der Bau einer Eisenbahnstrecke, die Bílina und Ústí nad Labem miteinander verband. Die drei Entwicklungen stehen für verschiedene Seiten des industriellen Wandels: Produktion in Hostomice, Rohstoffabbau im Umfeld und eine Verbindung zwischen zwei Städten.
Auch ein Gebäude verknüpft Hostomices Geschichte mit dem Theaterleben: „Bývalá sokolovna Hostomice nad Bílinou“ wurde 1922 eröffnet und häufig von der Theaterabteilung der örtlichen Einheit genutzt, die 1907 gegründet worden war. Zum Gebäude gehören ein Saal mit Galerie und Bühne; diese Räume geben der Theatergeschichte einen konkreten räumlichen Bezug. Das Gebäude ist derzeit außer Betrieb. Wenn Sie es als möglichen Besichtigungspunkt einplanen, klären Sie den Zugang vorab und prüfen Sie vor einem Besuch den Zustand des Gebäudes.
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