Im Süden der Železné hory liegt Heřmanice. Im westlichen Ortsteil steht die Kirche St. Bartholomäus mitten im Friedhof. Durch den Ort führt die Radroute 5127 Radostín–Golčův Jeníkov; von Heřmanice aus ist außerdem ein Spaziergang zur nahe gelegenen Talsperre Pařížov möglich. So stehen die historische Kirche und ein Ziel für einen Spaziergang in der Nähe als unterschiedliche Schwerpunkte nebeneinander.
Kirche St. Bartholomäus und ihre Geschichte
Die Kirche wurde erstmals 1352 erwähnt; dieses Datum ist nicht mit einem Baujahr gleichzusetzen. Ursprünglich war sie gotisch, im 17. Jahrhundert wurde sie barock umgebaut. Ihre Baugeschichte umfasst damit eine gotische Ausgangsform und eine spätere barocke Umgestaltung. Kirchlich ist St. Bartholomäus eine Filialkirche der römisch-katholischen Pfarrei Vilémov u Golčova Jeníkova. Am 24. November 1995 wurde sie zum Kulturdenkmal erklärt.
Auch die Ausstattung bietet konkrete zeitliche Anhaltspunkte. In der Kirche befindet sich eine hölzerne Tafel mit einer Pietà von Jiří Zerzán aus Vilémov aus dem Jahr 1660. Sie misst 103 × 172 Zentimeter und wurde 1950 übermalt. Auf und unter der Empore befinden sich die großformatigen Gemälde „Segnung der Brote“ und „Vertreibung der Geldwechsler aus dem Tempel“, gefasst in originalen barocken Schnitzrahmen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Tafel und Rahmen verweisen damit auf unterschiedliche Phasen der Ausstattung: auf das Jahr 1660 und auf die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Ein weiterer kirchlicher Bezugspunkt in Heřmanice ist die St.-Benedikt-Kapelle. Im Jahr 1281 verkauften die Brüder Jindřich, Smil und Rajmund von Lichtenburg dem Kloster Vilémov die Dörfer Heřmanice und Malejovice sowie den Wald Kozojedy an beiden Ufern der Dúbravice (Doubrava). Zum Verkauf gehörte auch das Patronatsrecht über die St.-Benedikt-Kapelle in Heřmanice. Diese Kapelle bildet einen eigenen historischen Bezug neben der Kirche St. Bartholomäus.
Radroute und Talsperre Pařížov
Die Radroute 5127 Radostín–Golčův Jeníkov führt durch Heřmanice. Wer zu Fuß unterwegs sein möchte, kann von hier aus zur nahe gelegenen Talsperre Pařížov spazieren. Prüfen Sie vor dem Spaziergang die örtlichen Wegbedingungen. Die Route und der Spaziergang bieten damit unterschiedliche Möglichkeiten, Heřmanice in die Planung einzubeziehen: einmal als Durchgangsort auf einer Radroute, einmal als Ausgangspunkt für ein Ziel in der Nähe.
Die Talsperre wurde von 1911 bis 1913 von italienischen Baumeistern an der Doubrava errichtet. Ihre gemauerte Staumauer ist 21 Meter hoch und 142 Meter lang. Das Verhältnis der Maße ist anschaulich: Die Mauer ist knapp siebenmal so lang wie hoch. Als nahe gelegenes Bauwerk bringt die Talsperre eine andere Perspektive ein als die Kirche: Hier stehen die Bauzeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts und die Abmessungen der Staumauer im Mittelpunkt.
Die beiden Bauwerke lassen sich auch zeitlich vergleichen. St. Bartholomäus führt von der gotischen Herkunft über den barocken Umbau zu den Ausstattungsdetails des 17. und 18. Jahrhunderts; Pařížov steht für ein Bauwerk aus den Jahren 1911 bis 1913. So ergeben sich unterschiedliche historische Schwerpunkte für einen Aufenthalt, ohne dass Kirche und Talsperre dieselbe Art von Sehenswürdigkeit darstellen.
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