Štěpánov nad Svratkou bietet verschiedene Zugänge zu seiner Geschichte: sichtbare Bergbaureste bei Havírna, ein kleines Museum zu Bergbaugeschichte und Geologie sowie einen Lehrpfad zu historischen Erzabbauorten. Hinzu kommen geschützte Lebensräume und Kletterfelsen in der näheren Umgebung. Die Themen reichen von Archäologie und Ortsgeschichte bis zu besonderen Pflanzen und Klettern.
Bergbaugeschichte im Gelände und im Museum
Das Bergbauareal Havírna ist aufgrund seiner Größe und seines Erhaltungszustands ein bedeutendes Zeugnis eines mittelalterlichen Bergbau-, Verarbeitungs- und Siedlungsareals. Auf dem Gelände sind Überreste des Silbererzbergbaus sichtbar. Außerdem gibt es Relikte von Produktionsgebäuden und vermutlich auch von Siedlungsgebäuden. Die vorsichtige Einordnung der Siedlungsspuren gehört dabei zur Geschichte des Areals.
Das kleine Museum Hornický cechhaus Štěpánov stellt die Bergbaugeschichte der Gegend und die regionale Geologie vor. Es befindet sich in den Kellerräumen eines der ältesten Häuser von Štěpánov und vermittelt einen Einblick in den Erzbezirk, der früher für den Abbau von Silber-, Kupfer- und Bleierzen bekannt war. Ein Besuch muss im Voraus vereinbart werden. Da sich diese Regelung ändern kann, prüfen Sie vor der Planung, wie die Terminabsprache aktuell erfolgt.
Kirche, Hradisko und Kriegszeit
Auch die Bau- und Ortsgeschichte reicht weit zurück: Die Kirche von Štěpánov entstand möglicherweise um 1230; Fachleute datieren ihre Entstehung eher in die Zeit nach 1235. Hradisko oberhalb von Štěpánov wurde bereits zu Beginn der Besiedlung der Region befestigt. Von der Burg sind Gräben und Mauerreste erhalten.
Ein weiterer historischer Ort liegt in der Umgebung von Štěpánov nad Svratkou: In einem Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg war 1944–1945 der Stab der Partisanenbrigade Jermark tätig. Damit reicht die zeitliche Spanne der örtlichen Geschichte von frühen Befestigungen bis in die Kriegsjahre des 20. Jahrhunderts.
Der Lehrpfad Štěpánovský čtyřlístek
Der 14 Kilometer lange Lehrpfad Štěpánovský čtyřlístek beginnt bei der Schule in Štěpánov nad Svratkou und führt an Orten entlang, die mit dem historischen Abbau von Buntmetallerzen verbunden sind. Elf Stationen informieren über örtliche Geschichte, Natur und Volksarchitektur. So steht neben dem Bergbau auch das bauliche und landschaftliche Erbe auf dem Programm des Weges.
Für die Planung gibt die Streckenlänge einen konkreten Orientierungswert; die Stationen setzen eigene thematische Schwerpunkte. Wer sich besonders für die frühere Erzgewinnung interessiert, begegnet dem Thema damit sowohl über historische Orte entlang des Lehrpfads als auch über das Bergbauareal Havírna und die Geologie-Ausstellung im Museum. Der Besuch des Museums erfordert allerdings eine vorherige Vereinbarung.
Naturdenkmäler und Klettern
Štěpánov nad Svratkou ist Teil des Naturparks Svratecká hornatina. Das Naturdenkmal U Hamů schützt im Katastergebiet Borovec einen trockenen Hang von 3,1782 Hektar mit xerothermer Vegetation. Zu den dort genannten Pflanzen zählen Wacholder und Kreuz-Enzian. Das Naturdenkmal Nad koupalištěm hat einen anderen Charakter: Es umfasst ein Mosaik kleinflächiger Lebensräume, die durch extensive Landwirtschaft geprägt sind und naturnahe Bedingungen aufweisen. Dort kommen das Gewöhnliche Knabenkraut sowie die stark gefährdeten Arten Kuckucks-Knabenkraut und Brand-Knabenkraut vor.
In der näheren Umgebung liegt außerdem Vysoká skála, eine etwa 50 Meter hohe senkrechte Felswand, die von Kletterern genutzt wird. Zu den am häufigsten gekletterten Routen gehören Malinová, Osiková, Západní hrana und Plavovláska. Verwittertes Gestein und lockere Steine sind bei der Kletterplanung zu berücksichtigen; prüfen Sie die Bedingungen vor Ort.
Weitere Reiseziele entdecken: Malá Losenice, Matějov, Nová Ves U Nového Města Na Moravě, Vidonín, Uhřínov, Horní Rožínka, Věchnov, Sulkovec.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Žďár Nad Sázavou.