Bořetice verbindet Baugeschichte, Erinnerungskultur und einen klar benannten Landschaftsbezug. Die neugotische Kapelle stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, das Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs wurde 1928 errichtet, und der Bořetický potok fließt am südöstlichen Ortsrand. Für einen Aufenthalt mit kulturgeschichtlichem Interesse ergeben sich damit mehrere konkrete Themen, während der Bach einen eigenen Bezug zur Landschaft setzt.
Kapelle und Erinnerungskultur
Die Kapelle von Bořetice entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil. Neugotik greift gotische Formen in einer späteren Bauzeit wieder auf; die Stilbezeichnung verweist hier also auf die Gestaltung des Gebäudes und nicht auf ein mittelalterliches Baualter. Eine weitere Zeitschicht bringt die Glocke mit: Sie ist deutlich älter als die Kapelle. So stehen am selben Bauwerk ein Gebäude des 19. Jahrhunderts und eine Glocke mit älterer Geschichte in einem interessanten zeitlichen Kontrast.
Ein anderer Zugang zur Ortsgeschichte ist das Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs. Es wurde 1928 errichtet; auf ihm sind Fotografien von sechs gefallenen Männern angebracht. Das Baujahr ordnet das Denkmal zeitlich ein, während die Fotografien den Blick auf einzelne Menschen lenken. Damit unterscheidet sich sein Thema von der Baugeschichte der Kapelle: Hier steht die Erinnerung an den Krieg und die abgebildeten Männer im Mittelpunkt.
Frühe Spuren und persönliche Bezüge
Der erste schriftliche Nachweis für Bořetice stammt aus dem Jahr 1300 und lautet „villa Boreticz ad Horzepnik“. Der Eintrag gibt der Ortsgeschichte einen konkreten frühen zeitlichen Anker und bewahrt eine historische Form des Ortsnamens. Er ist ein anderer Zugang als die später entstandenen Bau- und Erinnerungsorte: Während Kapelle und Denkmal jeweils eine bestimmte Epoche sichtbar machen, führt der schriftliche Nachweis weiter zurück in die Geschichte des Ortes.
Auch persönliche Biografien ergänzen diese Geschichte. Der Historiker Václav Žáček wurde 1905 in Bořetice geboren. Die Eltern des Bischofs Franz Žak stammten ebenfalls aus dem Ort. Die Bezüge sind unterschiedlich: Bei Žáček ist Bořetice der Geburtsort, bei Franz Žak führt die Verbindung über die Herkunft seiner Eltern.
Bach und Schloss Červená Řečice
Der Bořetický potok fließt am südöstlichen Rand von Bořetice entlang und ist ein rechter Nebenfluss der Trnava. Damit lässt sich der Bach sowohl örtlich verorten als auch in das größere Gewässersystem einordnen: Die eine Beziehung beschreibt seinen Verlauf am Ortsrand, die andere seine Stellung zur Trnava.
Červená Řečice ist auch mit der frühen Geschichte Bořetices verbunden: Der Ort gehörte damals zum erzbischöflichen Herrschaftsgebiet von Červená Řečice. Heute liegt Schloss Červená Řečice fünf Kilometer östlich von Bořetice. Die Schlossanlage ist ein nationales Kulturdenkmal; kommentierte Führungen werden angeboten. Historische Zugehörigkeit und heutiger Ausflugspunkt sind dabei unterschiedliche Bezüge. Prüfen Sie vor der Planung den aktuellen Führungsplan.
Anreise mit dem Bus
Bořetice ist durch die Buslinien Hořepník–Pacov, Pacov–Pelhřimov und Lukavec–Pelhřimov angebunden. Wenn Sie mit dem Bus planen, prüfen Sie vor der Reise den aktuellen Fahrplan, damit die Verbindung zu Ihrem Reisetag passt.
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