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Schlossarchitektur, Kirchenkunst und Lehrpfade geben Kostelec nad Orlicí ein deutliches Kulturprofil; die Divoká Orlice ergänzt den Ort um Natur- und Wasserbezüge. Für die Reiseplanung stehen damit unterschiedliche Schwerpunkte nebeneinander: Sie können die Bau- und Stadtgeschichte in den Mittelpunkt stellen oder Zeit auf Wegen und am Fluss einplanen. Welche Variante besser passt, hängt davon ab, ob Sie Ausstellungen und historische Kirchen oder Bewegung im Freien suchen.

Schlossgeschichte und Ausstellungen

Der Nový zámek ist ein von Heinrich Koch in den 1830er-Jahren entworfenes Bauensemble im Stil von Klassizismus und Biedermeier. Es gehörte zum gräflichen Kostelecer Zweig der Familie Kinský. Die Dauerausstellung „Život v biedermeieru“ widmet sich dem Biedermeier; im Untergeschoss befindet sich außerdem eine Museumsausstellung über die Stadt Kostelec nad Orlicí. So treffen im selben Schlossensemble eine Epoche und die Geschichte des Ortes als unterschiedliche Ausstellungsthemen aufeinander.

Zum kulturellen Angebot zählen auch die Galerie Kinský, Vernissagen und Kunstausstellungen. Im Nový zámek gibt es zudem 13 Ausstellungskammern; einzelne Ausstellungen können wechseln. Der Park des Schlosses ist ganzjährig geöffnet und kostenlos zugänglich. Bei besonderen Veranstaltungen kann der Zugang zeitweise beeinträchtigt sein. Prüfen Sie daher vor einem Besuch, ob der Park zugänglich ist.

Eine weitere Station der Baugeschichte ist Starý zámek. An seiner Stelle stand eine Festung, die vor 1620 gegründet worden war. Nach einem Brand im Jahr 1668 entstand dort ein Barockschloss. Die Geschichte des Ortes umfasst damit sowohl das klassizistisch-biedermeierliche Ensemble des Nový zámek als auch eine ältere Festungsgeschichte, die mit einem späteren Schlossbau verbunden ist.

Kirchen und Gedenken

Die spätbarocke St.-Georgs-Kirche wurde von František Kermer zwischen 1769 und 1773 errichtet. Ihre Ausstattung umfasst spätbarocke und rokokozeitliche Elemente, darunter eine spätgotische Madonna. Bauzeit und Ausstattung setzen unterschiedliche Akzente: Einerseits prägt die Errichtung im 18. Jahrhundert die Geschichte der Kirche, andererseits bewahrt sie ältere und verschiedene kunstgeschichtliche Elemente.

Die heutige St.-Anna-Kirche ersetzte eine 1572 gegründete Friedhofskapelle und wurde 1685 bis 1691 errichtet. Die frühbarocke Kirche Jan Amos Comenius stammt aus dem späten 17. Jahrhundert und war früher als St.-Wenzels-Kirche bekannt. Sie ist zugänglich; die Besuchsmöglichkeiten können sich ändern. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Zugangsmöglichkeiten. Als Gedenkort erinnern die Kameny zmizelých, auch Stolpersteine genannt, an die Opfer des Holocausts und des NS-Regimes.

Lehrpfade, Radweg und Wasser

Der Lesopark Lípová stráň liegt an der durch Kostelec nad Orlicí fließenden Divoká Orlice und umfasst drei ausgeschilderte Lehrpfade. Zwei Wege dort bieten eine konkrete Vergleichsmöglichkeit: Der K.-J.-Erben-Lehrpfad ist mittelschwer und 3,1 Kilometer lang; der Mistra-Jan-Hus-Lehrpfad wird als leichter Spazierweg beschrieben und ist mit rund 1,9 Kilometern kürzer. Damit können Sie sowohl nach Länge als auch nach der angegebenen Schwierigkeit wählen.

Am Stadtrand liegt außerdem der markierte Lehrpfad der Městské lesy Kostelec nad Orlicí: Er ist 3,3 Kilometer lang und mit zwölf interaktiven Informationstafeln ausgestattet. Da die Wegausstattung aktualisiert werden kann, empfiehlt es sich, den Zustand des Lehrpfads vor dem Besuch zu prüfen. Für Radfahren und Inline-Skaten gibt es einen 2 Kilometer langen Radweg von Kostelec nad Orlicí nach Doudleby nad Orlicí. Die Wege und der Radweg bieten unterschiedliche Möglichkeiten, Zeit im Freien einzuplanen, ohne dass dafür eine feste Route vorausgesetzt wird.

Das Freibad Koupaliště Kostelec nad Orlicí liegt in ruhiger Umgebung an der Orlice und ist saisonal. Prüfen Sie vor dem Besuch die Betriebsdaten. Kostelec nad Orlicí kann außerdem als Ausgangspunkt für eine Befahrung der Divoká Orlice dienen. Flussbedingungen und Befahrbarkeit können sich je nach Jahreszeit und Wetter ändern; informieren Sie sich daher vorab über die Bedingungen.

Einblicke in die lokale Esskultur

Auch beim Food Festival gibt es einen kulturgeschichtlichen Bezug: Bei einer Ausgabe präsentierte der Český královský institut den Stand „Ochutnejte historii“ mit einem historischen Menü. Es griff Tradition, saisonale Zutaten und die Wurzeln der tschechischen Küche auf. Stand und Menü können je nach Ausgabe variieren. Die achte Ausgabe des Food Festivals fand 2026 an einem letzten Samstag im August in den Gärten des Nový zámek statt; dort konnten ausgewählte Delikatessen probiert werden. Termine und Programm können sich von Ausgabe zu Ausgabe unterscheiden.

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