In Rtyně v Podkrkonoší lassen sich mehrere Seiten der Ortsgeschichte entdecken: das Stadtmuseum im ehemaligen Památník 1775, Erinnerungen an den Bauernaufstand und ein Lehrpfad zu den Bergbaudenkmalen. Dazu kommt ein Aussichtspunkt oberhalb des Ortes. Für Ihre Planung bieten sich damit unterschiedliche Schwerpunkte – vom Museum und historischen Bauwerken bis zu einer längeren Strecke mit ausgewiesenem Schwierigkeitsgrad.
Museum und Bauernaufstand von 1775
Das Stadtmuseum befindet sich im ehemaligen Památník 1775. Dieses Gebäude wurde 1975 aus dem Rychetská-Stall umgebaut, zum 200. Jahrestag des Bauernaufstands. Die ethnografische Ausstellung richtet den Blick auf den Alltag: Sie zeigt die Einrichtung einer Bauernstube sowie Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände der Bevölkerung an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Die Ausstellung vermittelt einen Einblick in den häuslichen Alltag der Bevölkerung an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.
Der Aufstand von 1775 war ein Kampf tschechischer Bauern gegen die Obrigkeit. Ziel war, sich von Fron- und Leibeigenschaftspflichten zu befreien. Mit ihm verbunden ist das sogenannte „selského guberna“, das der Richter Antonín Nývlt aus Rtyně v Podkrkonoší führte und in dem sich aufständische Untertanen vereinten. Eine Statue des Rebellen nahe dem Museum erinnert an Nývlt und die Bauernunruhen. Der akademische Bildhauer František David schuf sie 1975.
Historische Hofanlage und öffentliche Kunst
Die denkmalgeschützte Blockhütte Nr. 53 ist eine landwirtschaftliche Hofanlage von außergewöhnlichem historischem und architektonischem Wert. Ihr Wohnteil mit Rauchstube stammt aus dem Jahr 1547. Das macht die Anlage zu einem konkreten Bezugspunkt für alle, die sich für ländliche Baugeschichte interessieren.
Einen anderen Blick auf die lokale Kunstgeschichte bietet die Statue von König David vor dem Haupteingang des Friedhofs. Sie ist aus lokalem rotem Sandstein gefertigt, stammt aus dem Jahr 1730 und wird der Werkstatt von Matyáš Bernard Braun zugeschrieben. Material, Datierung und Werkstattbezug geben ihr ein eigenes Profil neben den mit dem Bauernaufstand verbundenen Erinnerungszeichen.
Bergbau-Lehrpfad und Aussicht
Der Rtyňský okruh, auch Lehrpfad zu den Bergbaudenkmalen genannt, beginnt und endet am Stadtmuseum. Die Strecke ist 9,6 Kilometer lang, umfasst fünf Stationen und gilt als mittelschwer bis anspruchsvoll. Prüfen Sie vor dem Start die aktuellen Streckenangaben und die Startmodalitäten, da diese angepasst werden können.
Für einen Landschaftsblick bietet sich die Kapelle oberhalb von Rtyně v Podkrkonoší an. Von dort reicht die Aussicht über das Becken von Rtyně und Svatoňovice, das von den Jestřebí-Bergen eingerahmt wird. Der Blick auf Becken und Bergkette setzt einen anderen Schwerpunkt als der Lehrpfad: Hier steht die Landschaft im Vordergrund, dort die Bergbaudenkmalroute.
Spielangebot und taktile Museumsroute
Permonický důl ist ein Abenteuer-Spiel für Kinder in einem historischen Keller und umfasst vier Aufgaben. Kinder suchen zwischen Steinen nach Kohle, erkennen Gegenstände aus dem Bergbau und suchen nach einem Goldstück. Die Aufgaben greifen damit das Bergbauthema spielerisch auf. Da sich Zugangsmodalitäten ändern können, informieren Sie sich vor dem Besuch über die aktuellen Bedingungen.
Eine weitere Besonderheit des Museums richtet sich an blinde und sehbehinderte Besucher. Die taktile Route umfasst berührbare Repliken ausgewählter Exponate, Beschriftungen in Brailleschrift und zwei Audioguides in tschechischer Sprache. Sie wurde 2023 eingeführt; prüfen Sie vor Ihrem Besuch, ob die Route und ihre Bestandteile aktuell verfügbar sind.
Führungen vorab einplanen
Führungen mit Erläuterungen durch den Rtyněer Glockenturm übernimmt das Stadtmuseum. Wenn Sie diese Führung in Ihre Planung aufnehmen möchten, klären Sie vorab, wann sie angeboten wird. So können Sie zwischen einem Museumsbesuch, dem Lehrpfad und den weiteren historischen Anlaufpunkten nach Ihren Interessen wählen, ohne für die Angebote eine bestimmte Besuchszeit vorauszusetzen.
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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Trutnov.