Für einen Aufenthalt in Hradiště bietet die Kulturgeschichte zwei unterschiedliche Anknüpfungspunkte: die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit und die archäologische Fundstätte. Bei der Kirche stehen ein Umbau im 18. Jahrhundert und ein älterer Turm im Vordergrund; die Fundstätte ist durch ihre archäologische Einordnung, Keramikfunde und ihre Lage über der Blanice charakterisiert.
Die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit
Die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit ist das älteste Bauwerk in Hradiště. Sie wurde 1767 auf einem kreuzförmigen Grundriss umgebaut. Beim Umbau wurde der Turm einer älteren, wahrscheinlich mittelalterlichen Kirche verwendet. So lassen sich der Umbau und die ältere Bausubstanz als unterschiedliche Bauphasen einordnen.
In den Turm ist eine Steintafel eingelassen. Sie trägt die Jahreszahl 1606 und drei eingemeißelte Wappen. Im Zusammenhang mit der Kirche stehen damit zwei verschiedene Zeitangaben: 1767 bezeichnet den Umbau, 1606 ist die Jahreszahl auf der Tafel.
Archäologische Fundstätte Hradiště
Die archäologische Fundstätte Hradiště ist als Siedlung, Kirchenstandort, Höhensiedlung und Befestigung klassifiziert und als bedeutende archäologische Lokalität ausgewiesen. Die Einordnung umfasst mehrere Aspekte des Platzes, statt ihn nur einer einzelnen Kategorie zuzuordnen.
Zu den Oberflächenfunden gehören Keramiken aus dem 11. bis 16. Jahrhundert; einige Fragmente könnten auch aus dem 10. Jahrhundert stammen. Die mögliche Datierung einzelner Fragmente ins 10. Jahrhundert bleibt dabei von den Keramiken zu unterscheiden, deren Datierung vom 11. bis zum 16. Jahrhundert reicht.
Die Fundstätte liegt auf einem schmalen, langgestreckten Geländesporn mit felsigen Hängen oberhalb des linken Ufers der Blanice und eines kleinen Nebenbachs. Ihre Fläche liegt 40 bis 50 Meter über dem Fluss. Die Lage verbindet die archäologische Einordnung mit einer konkreten Geländeform oberhalb des Flussufers.
Die befestigte Anlage bei Hradiště verlor allmählich ihre militärische und strategische Bedeutung und verfiel zur Ruine.
Die Blanice als Naturraum
Das Gebiet von europäischer Bedeutung Vlašimská Blanice umfasst den Fluss Blanice zwischen Vlašim und Mladá Vožice. Es schützt das Bachneunauge (Lampetra planeri), den Eremiten (Osmoderma eremita), die Gemeine Flussmuschel (Unio crassus) und den Fischotter (Lutra lutra). Die genannten Arten umfassen Fische, einen Käfer, eine Muschel und ein Säugetier.
Entlang der Blanice gibt es Bachauen, feuchte Wiesen und stellenweise Bestände hoher Seggen. Der natürliche Charakter des Flusses bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum; einige sind in der umliegenden Landschaft selten geworden oder selten. So lassen sich die Naturangaben in zwei Ebenen lesen: als konkrete geschützte Arten und als Lebensräume entlang des Flusses.
Historische Fernroute Vitorazská
Die historische Fernroute Vitorazská verlief entlang der Blanice durch das mittlere Posázaví und führte über Český Šternberk bis nach Kouřim. Sie bietet einen weiteren historischen Bezug zum Fluss: Während die Angaben zur Befestigung die Entwicklung der Anlage bei Hradiště betreffen, beschreibt die Vitorazská einen längeren Verlauf durch das mittlere Posázaví.
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