Ratměřice lässt sich über drei klar unterscheidbare Motive kennenlernen: die Stilgeschichte des Schlosses, die Gehölze des weitläufigen Schlossparks und die Kirche St. Havel. Dazu kommen Wege mit konkreten Rastpunkten oder Ausblicken auf den Ort. Diese Mischung gibt Ihnen Orientierung bei der Frage, ob Kulturgeschichte, Natur oder ein Spaziergang den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts bilden soll.
Schloss und Park: Bauphasen und Bäume
Das Schloss Ratměřice wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Barockstil errichtet. Otto Chotek gestaltete es später zu seiner bis heute erhaltenen neorenaissancehaften Form um. Besucher können die markante klassizistische Fassade besichtigen und durch den weitläufigen Schlosspark spazieren. Damit stehen Architekturbetrachtung und ein Spaziergang im Freien als unterschiedliche Möglichkeiten nebeneinander. Die Stilbegriffe beziehen sich auf unterschiedliche Aspekte: Barock auf die frühe Errichtung, Neorenaissance auf die erhaltene Umgestaltung und Klassizismus auf die sichtbare Fassade. So lässt sich das Schloss als Ort mehrerer Bauphasen lesen, statt ihm nur eine einzige Stilzuordnung zu geben.
Im Schlosspark wachsen zwei von Graf Chotek gepflanzte Mammutbäume. Sie sind über 45 m hoch, schätzungsweise 150 Jahre alt und gelten als die größten in Tschechien. Das Alter bleibt eine Schätzung; Höhe und Größenrang zeigen, was die beiden Bäume als Einzelmotive auszeichnet. Im Park wurden außerdem 29 Nadelbaumarten sowie 60 Arten von Laubbäumen oder Sträuchern bestimmt. Beim Spaziergang können Sie damit sowohl die beiden markanten Einzelbäume als auch die breite Zusammensetzung des Gehölzbestands betrachten.
St. Havel: Malereien und Dachgeschichte
Die Kirche St. Havel richtet den Blick auf andere historische Details. Bei restauratorischen Untersuchungen wurden 2008 im Chorraum gotische Malereien freigelegt. Eine dendrochronologische Untersuchung datierte den Ursprung der Dachstuhlkonstruktion auf das Jahr 1406. Für die Ortsgeschichte stehen damit zwei unterschiedliche Details nebeneinander: gotische Malereien im Chorraum und der auf 1406 datierte Ursprung der Dachstuhlkonstruktion.
Wege und weitere Ortsmerkmale
Die Route Běhej bojiště Jankov–Zvěstovská führt durch Ratměřice zum Dům sedláka Oneše am Teich Jordánek; sowohl am Teich als auch am Haus stehen Bänke zum Ausruhen. Eine Route im Umfeld von Ratměřice führt vom Denkmal der Schlacht bei Jankov über einen Feldweg leicht bergauf und bietet Ausblicke auf Ratměřice und das dortige Schloss. Damit unterscheiden sich die Wegideen nach dem, was Sie unterwegs suchen: Bänke an zwei benannten Orten oder ein leichter Anstieg mit Ausblick. Prüfen Sie vor dem Aufbruch den aktuellen Wegzustand, denn die Bedingungen können sich ändern.
Zum Sportareal in Ratměřice gehören ein Fußballplatz und ein naturnaher Kinderspielplatz. Auch eine lokale Überlieferung gehört zum Ort: Dem Wasser der Quelle in Ratměřice wurden traditionell heilende Wirkungen zugeschrieben.
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