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Vitice zeigt historische Spuren in sehr unterschiedlichen Formen: an der Kirche St. Simon und Judas, am Verlauf der prähistorischen Čertova brázda und an der Lipanská mohyla oberhalb von Lipany. Die Zeitspanne reicht von den spätromanischen Ursprüngen der Kirche im frühen 13. Jahrhundert bis zur Enthüllung des Denkmals am 4. September 1881. Für Ihre Reiseplanung lassen sich dadurch Baugeschichte, Landschaft und die Erinnerung an die Schlacht von Lipany als eigenständige Themen betrachten.

Kirche und sakrale Baugeschichte

Die Kirche St. Simon und Judas hat spätromanische Ursprünge aus dem frühen 13. Jahrhundert und wurde um 1380 gotisch umgebaut. Sie zählt zu den wertvollsten Beispielen gotischer Baukunst in Mittelböhmen. Zum geschützten Areal gehören neben der Kirche auch der Glockenturm, die Umfassungsmauer und das Tor. Der Turm entstand kurz vor 1560 und bewahrt eine originale Glocke von 1560. Der Abstand von fast zwei Jahrhunderten zwischen dem gotischen Umbau und dem Renaissance-Turm macht die verschiedenen Bauphasen greifbar.

Eine Nischenkapelle in Vitice wurde 1920 für eine barocke Sandsteinstatue des heiligen Johannes von Nepomuk aus der Zeit um 1780 errichtet. Das Bildwerk ist damit rund 140 Jahre älter als der Bau, für den die Kapelle entstand. Dieser zeitliche Gegensatz setzt einen anderen Akzent als die aufeinanderfolgenden Bauphasen der Kirche: Hier stehen eine ältere Statue und eine später errichtete Kapelle in Beziehung zueinander.

Alte Wege und Landschaftsformen

Die durch Vitice verlaufende Čertova brázda ist das Überbleibsel eines prähistorischen Verkehrswegs aus Hohlwegen und Gräben. Neben der Geschichte einzelner Gebäude wird so auch eine überlieferte Wegform zum Thema. Der dreieckige Sporn, der als „Kozí hrádek“ bezeichnet wird, liegt 300 Meter nordwestlich der Kirche St. Simon und Judas oberhalb des Baches Bylanka. Die Bezeichnung „Kozí hrádek“ gilt als unzutreffend.

Lipany, Denkmal und Wegekonzepte

Das Herrenhaus mit Wirtschaftshof Nr. 1 in Lipany (Vitice, Okres Kolín) entstand wahrscheinlich an der Stelle einer mittelalterlichen Feste. Das Gebäude des Herrenhauses war ursprünglich eingeschossig und größtenteils gewölbt. Vermutlich wurde es 1789 um ein Stockwerk aufgestockt und erhielt dabei einen neuen Dachstuhl sowie ein Türmchen. An der Baugeschichte lassen sich hier sowohl die wahrscheinliche Vorgeschichte des Standorts als auch eine spätere Veränderung des Gebäudes nachvollziehen.

Die Lipanská mohyla ist ein Denkmal für Prokop Holý. Sie wurde am 4. September 1881 oberhalb von Lipany enthüllt und ist seit 1965 in der staatlichen Liste der Kulturdenkmäler eingetragen. Bis heute finden dort im Mai historische Nachstellungen der Schlacht von Lipany statt. Prüfen Sie vor der Reise die konkreten Veranstaltungstermine, wenn Sie Ihren Aufenthalt auf dieses Ereignis abstimmen möchten.

Der Lehrpfad Lipanská mohyla beginnt mit einer Einführungstafel in der Gemeinde Vitice. Weitere Stationen vermitteln die Geschichte der umliegenden Gemeinden und die örtliche Natur. Daneben sieht das Konzept der Vitické pěšiny ein Netz von Fußwegen vor, das Vitice mit Dobré Pole, Lipany, Hřiby, Chotýš und Močedník verbinden soll. So lassen sich der benannte Lehrpfad mit seinen Themen und das übergreifende Wegekonzept als unterschiedliche Formen der regionalen Orientierung verstehen.

Weitere Reiseziele entdecken: Kšely, Nebovidy, Klučov, Pašinka, Konárovice, Libodřice, Přehvozdí, Drahobudice.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Kolín.

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