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Žehušice verbindet eine mehr als 150 Jahre alte Weißhirschtradition mit einer vielschichtigen Baugeschichte. Für einen Aufenthalt lassen sich damit zwei unterschiedliche Schwerpunkte setzen: die Landschaft der Žehušická obora und die historischen Gebäude des Ortes.

Die Žehušická obora und ihre Geschichte

Die Žehušická obora besteht in ihrer heutigen Form seit 1867. Sie umfasst 270 Hektar und liegt zwischen Žehušice und Bojmany. In ihr wird seit mehr als 150 Jahren eine der wenigen Weißhirschherden der Welt gehalten. Die Gemeinde gibt den Bestand mit etwa 130 Tieren an. So verbindet die Obora eine lange Tierhaltung mit einer klar umrissenen Landschaftsanlage. Der ehemalige Damm des Teichs Kravinec bildet den wichtigsten Rundweg durch die Obora; die frühere Teichstruktur gehört damit zu ihrer heutigen Gestalt.

Ein weiterer Natur- und Gartenaspekt des Ortes ist der Schlosspark von Žehušice. Er enthält seltene Gehölze und gilt als dendrologische Lokalität. Der Park ist derzeit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Die landschaftliche Bedeutung und die Besuchsmöglichkeit sind hier also zwei unterschiedliche Dinge.

Schloss und Alter Schlossbau

Das Schloss Žehušice wurde 1679 von Francesco Carati im Barockstil erbaut. 1826 gestaltete Graf Josef Matyáš Thun es im Empirestil um. Das Schloss ist derzeit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Seine Baugeschichte zeigt zwei deutlich voneinander getrennte Phasen: die barocke Errichtung und die spätere Umgestaltung im Empirestil.

Der Alte Schlossbau Starý zámek bewahrt den Kern einer gotischen Festung, die im 16. Jahrhundert umgebaut wurde. An den Fassaden sind Reste von Sgraffiti erhalten; hinzu kommen ein gotisches Tor, ein Renaissanceportal und Renaissance-Fenstergewände. Starý zámek gilt außerdem als Geburtsort des Hornvirtuosen Jan Václav Stich, der in Italien unter dem Namen Giovanni Punto bekannt wurde. Damit treffen Baugeschichte und Musikgeschichte an einem Ort aufeinander.

Kirche und Musiktradition

Die Kirche St. Markus (Kostel sv. Marka) ist ein spätbarocker Bau aus dem Jahr 1760. Sie kann während der regulären Gottesdienste besucht werden. Wenn Sie die Kirche in Ihre Reiseplanung aufnehmen, prüfen Sie vorab den passenden Gottesdiensttermin.

Auch das jährliche Musikfestival Slavnost lesního rohu ist Jan Václav Stich gewidmet. Es findet jedes Jahr im Juni statt und knüpft an die musikalische Verbindung mit Žehušice an. Der Festivalname verweist auf das Waldhorn und damit auf das Instrument, mit dem Stich als Virtuose verbunden ist.

Weitere historische Bauten

Das historische Brauereigebäude von Žehušice wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet und erhielt eine barocke Außenansicht. Der Braubetrieb endete im frühen 20. Jahrhundert. Das Gebäude gehört damit zur Bau- und Nutzungsgeschichte des Ortes; die frühere Brautradition ist von einem heutigen Betrieb zu unterscheiden.

Die Gutsspeicheranlage wird als ältester Renaissance-Turmspeicher im Bezirk bezeichnet. Zu ihren Merkmalen zählen schießschartenartige Fenster. Gemeinsam mit den Schlossbauten und der Kirche erweitert sie den Blick auf Žehušice um einen weiteren Typ historischer Architektur: den Speicherbau.

Den Besuchszeitpunkt planen

Für andere Reiseanlässe lohnt es sich, die unterschiedlichen Besuchsmöglichkeiten im Blick zu behalten: Schloss und Schlosspark sind derzeit nicht öffentlich zugänglich, die Kirche kann während regulärer Gottesdienste besucht werden. So lässt sich der Aufenthalt nach dem musikalischen Termin oder dem Interesse an Geschichte und Architektur ausrichten.

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