Zum Inhalt

In Liběchov treffen mehrere Kulturthemen aufeinander: Schlossgarten und Park, Sakralbauten sowie Reliefs im Sandstein. Durch den Ort führt außerdem die Radroute „Labská vinařská stezka“. Die Unterschiede zwischen diesen Motiven helfen, einen Aufenthalt nach eigenen Interessen zu gewichten: Baugeschichte, Gartenkunst und Bildhauerei stehen neben einem überregional eingebundenen Radweg.

Schlossareal: Wasserburg, Park und Garten

Die ursprüngliche runde Wasserburg des Schlosses stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist größtenteils erhalten. Eine spätere Bauphase ist mit F. M. Kaňka verbunden: Er errichtete zwischen 1720 und 1730 ein neues Gebäude am Schloss Liběchov. Zum Schlossareal gehören ein symmetrisch gestalteter, mit Plastiken geschmückter Garten sowie ein englischer Park mit drei Brücken. Hinzu kommt die künstlerisch gestaltete Wasserführung der Liběchovka.

Der zugängliche Schlossgarten zeigt Gartenvasen und einen Wasserfall von Václav Levý sowie die Statue des Perseus von Matyáš Braun. So begegnen Ihnen in derselben Gartenanlage Werke zweier verschiedener Bildhauer. Zusammen mit den Brücken und der Wasserführung bilden die Plastiken einen eigenen Schwerpunkt neben der Baugeschichte des Schlosses.

Klácelka und Harfenice: Reliefkunst im Sandstein

Klácelka ist eine Höhle und zugleich ein Sandsteinblock mit Reliefs, die Václav Levý in den 1840er-Jahren schuf. Der Eingang ist als ornamental gerahmtes rechteckiges Portal mit einem Draperiebogen gestaltet. In der Höhle befinden sich flache Felsreliefs nach Motiven aus J. W. Goethes Fabel „Lišák Ferina“, nach Vorlagen des französischen Karikaturisten Grandville.

Der Bereich vor der Höhle heißt Blaník. Dort schuf Levý Reliefs von Jan Žižka, Prokop Holý und Zdeněk Zásmucký sowie von Zwergen, die Waffen für die Blaník-Ritter schmieden. Die Motive reichen damit von literarischen Vorlagen und benannten Figuren bis zu einer fantastischen Szene. Klácelka liegt unmittelbar an einem markierten blauen Wanderweg.

Harfenice setzt einen anderen Akzent: Der mächtige Sandsteinblock ist mit Plastiken aus dem Jahr 1841 versehen. Dazu zählen eine weibliche Figur mit Harfe und sieben große Menschenköpfe; außerdem gehört die künstlich ausgehauene Höhle U ještěra dazu. Im Vergleich unterscheiden sich die Motive deutlich: Bei Klácelka stehen unter anderem Literaturbezüge und Figuren im Mittelpunkt, während Harfenice Harfe, Köpfe und Höhle verbindet.

Kirchen und Baugeschichte

Die Kirche sv. Havla ist ein einschiffiger Barockbau aus den Jahren 1733–1734. Sie entstand durch den Umbau einer älteren gotischen Kirche. Während der Messe ist sie zugänglich; prüfen Sie für Ihren Besuch die örtlichen Messzeiten.

Die Kaple sv. Ducha a sv. Hrobu ist ein einfacher oktogonaler Bau mit Kuppel und Laterne. An ihrer Westseite wurde 1903 ein rechteckiger Schiffsbau angebaut. Die beiden Sakralbauten unterscheiden sich damit sowohl in ihrer Form als auch in ihrer Bauentwicklung: Bei sv. Havla ist der gotische Vorgänger Teil der Geschichte des Barockbaus, bei der Kaple tritt der oktogonale Baukörper neben den späteren rechteckigen Anbau.

Radroute durch Liběchov

Die Radroute „Labská vinařská stezka“ führt durch Liběchov und ist Teil der überregionalen Labská trasa, die in Deutschland als „Elbe Radweg“ fortgesetzt wird. Sie gehört zugleich zur internationalen Route Praha–Berlín (KČT 2) und damit zur europäischen Route EuroVelo 7 (Nordkapp–Malta). Für Ihre Planung lässt sich so zwischen dem Namen der durch Liběchov führenden Radroute und ihrer Einbindung in größere Strecken unterscheiden.

Weitere Reiseziele entdecken: Cesky Raj, Kralupy Nad Vltavou, Tišice, Mělnické Vtelno, Chlumín, Horní Počaply, Zlončice, Dobřeň.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Mělník.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.