Kolaje liegt am nordöstlichen Hang des Oškobrh. Die Ortswahl verbindet damit zwei klar unterscheidbare Perspektiven: die Geschichte der Siedlung und den Natur- und Geschichtsraum des Oškobrh. Das Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung umfasst 94,1636 Hektar. Kolaje wurde 1777 gegründet; am Oškobrh finden sich sowohl geschützte Lebensräume als auch historische Spuren.
Wälder, Trockenrasen und Lebensräume am Oškobrh
Das Oškobrh-Gebiet ist überwiegend bewaldet. Dazu zählen wärmeliebende Eichenwälder; an den Südwesthängen liegen xerotherme Rasen, also Grasflächen an trocken-warmen Standorten. Im Natura-2000-Gebiet wird außerdem der Lebensraum des Hirschkäfers geschützt. Freiliegende Mergelaufschlüsse ergänzen die Landschaft um einen geologischen Aspekt. So stehen am Oškobrh Wald, trocken-warme Grasflächen, geologische Merkmale und der Schutz einer Käferart nebeneinander.
Zwei Gipfel mit unterschiedlichen Geschichtsspuren
Der Oškobrh besteht aus zwei Gipfeln, die eine schmale Senke trennt. Historische Einordnungen verorten am höheren Gipfel einen latènezeitlichen Ringwall aus dem 1. Jahrtausend v. Chr.; der niedrigere wird als slawischer Burgwall des 5. bis 6. Jahrhunderts eingeordnet. Das archäologische Gebiet am Oškobrh umfasst auch Spuren der untergegangenen mittelalterlichen Siedlung Oškobrhy. Überreste einer mittelalterlichen Kirche sind erhalten; später, in der Barockzeit, wurde sie zu einem Wallfahrtsort umgestaltet. Die Spuren verweisen damit auf verschiedene Zeitabschnitte, von der Vorgeschichte bis zum Mittelalter und Barock.
Gründung und Namen von Kolaje
Kolaje entstand 1777 auf den Weideflächen der untergegangenen Siedlung Mastnice im Zuge der Raabisation. Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte 1790, dreizehn Jahre nach der Gründung. Benannt wurde die Siedlung nach dem Hofrat Jan František Hermann von Hermannsdorf. Historische Namen von Kolaje waren Heřmanice, Heřmanovice, Hermannsdorf und Heřmandorf. Auch die lokale Bezeichnung „Na kolajích“ gehört zur Ortsgeschichte: Sie bezog sich auf den schlechten Zustand einer alten Fuhrstraße, bei der eine Spur neben der anderen lag.
Historische Siedlungsform und Orientierung
Die historische Siedlung umfasste 18 ursprüngliche Hofstellen; ihre Häuser waren in zwei Reihen mit jeweils neun Häusern angeordnet. Ein Brand zerstörte 1802 mehr als die Hälfte der Häuser von Kolaje bis auf die Grundmauern. Anschließend wurden die zerstörten Häuser als gemauerte Häuser wiederaufgebaut. Diese Daten geben einen konkreten Blick auf die Entwicklung des Ortes: Die Siedlungsform und der Wiederaufbau nach dem Brand gehören zu unterschiedlichen Kapiteln seiner Geschichte.
Eine im April 2025 gedruckte lokale Orientierungshilfe nennt keine markierten Wanderwege durch Kolaje. Prüfen Sie vor einer Wanderung die örtliche Markierung. Als historischen Wegbezug beschreibt die Ortschronik einen Rest der alten Kolínská cesta in Richtung des benachbarten Oškobrh als nahezu ursprünglich erhalten; früher war diese Straße die kürzeste und direkteste Verbindung zwischen den beiden Dörfern.
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