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Lage und Name

Jezvina liegt am Jezvinský potok, am Rand von Wäldern und Wiesen neben Hradce. Der Ortsname führt zugleich in die ältere Sprachgeschichte: Das alte tschechische Wort „jezvina“ bezeichnete eine Schlucht, einen Unterschlupf oder markante Felsvorsprünge auf Weiden. Jezvina bewahrt heute ihren historischen Charakter und ihre alt-tschechische Atmosphäre. Damit stehen die Lage des Ortes und die älteren Bedeutungen seines Namens nebeneinander.

Spuren der Ortsgeschichte

Die erste schriftliche Erwähnung von Jezvina stammt aus dem Jahr 1352, als die Rožmberkové das sogenannte „sedlčanské zboží“ erwarben. Mittelalterliche Verzeichnisse unterschieden Horní Jezvina und Dolní Jezvina, auch Větší Jezvina und Menší Jezvina genannt. In historischen tschechischen Schriften begegnet neben Jezvina und Jezvino außerdem die Form Jezviná. Ein Hof in Jezvina wurde 1539 als Teil des Guts Křepenice erwähnt. Beim Ausheben der Fundamente der Hütte von Matěj Švagr, Hausnummer 1, kam 1886 ein Becher mit tschechischen Silbergroschen zutage. Die Jahreszahlen markieren dabei verschiedene Arten geschichtlicher Spuren: die erste schriftliche Erwähnung, den Hof im Zusammenhang mit einem Gut und einen Gegenstandsfund.

Ackerbau und Pflichten

Auch die landwirtschaftliche Geschichte ist mit Zahlen und konkreten Pflichten verbunden. In der Berní rule von 1654 werden die Bauern Martin Štěpánek und Kříž Pejša genannt; sie besaßen 81 strych Ackerland, entsprechend 23 Hektar. Die Hektarangabe macht die historische Flächeneinheit in einem vertrauten Maß nachvollziehbar. Die Bauern von Jezvina hielten sich an eine Dreifelderwirtschaft und hielten Rinder, Pferde sowie Zuchtsauen. Im Tereziánský katastr von 1756 ist eine Ackerfläche verzeichnet, die der früheren Fläche ähnlich war; so lässt sich die Ackerlandgeschichte anhand zweier zeitlich getrennter Angaben vergleichen. Jede Woche mussten die Bauern drei Tage mit zwei Ochsengespannen für die Grundherrschaft arbeiten. Vom Gemeindeteich in Jezvina mussten historisch zwei Drittel einer Kopa Karpfen abgeliefert werden.

Die Glocke im nahen Hradce

Im nahe gelegenen Hradce setzt die Glockengeschichte einen späteren zeitlichen Akzent. Die Glocke erhielt den Namen Josef und wurde 1990 feierlich geweiht. 1993 wurde das manuelle Läuten durch elektrisches Läuten ersetzt. Gegenüber den mittelalterlichen Bezeichnungen und den landwirtschaftlichen Einträgen Jezvinas bildet dies einen deutlich jüngeren Abschnitt der lokalen Kulturgeschichte.

Für die Reiseplanung lassen sich Landschaft und Geschichte als zwei unterschiedliche Zugänge betrachten: Der Jezvinský potok und der Rand von Wäldern und Wiesen beschreiben die Lage; Namen, Ackerbau und Fundgeschichte zeigen historische Themen des Ortes. Das gibt Ihnen einen konkreten Vergleich, wenn Sie abwägen, ob Sie bei einem Reiseziel stärker auf Landschaft oder Ortsgeschichte achten.

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