Radkovy liegt in einer sanft hügeligen Landschaft am Fuß des Hostýnské vrchy. Der Ort verbindet eine erhaltene Dorfstruktur mit einer langen Ortsgeschichte und dem Landschaftsraum Dřevohostický les, dessen Gebiet auch das Katastergebiet von Radkovy umfasst. Die Ortsgeschichte lässt sich an einer bis heute bestehenden Mühle, an der Kapelle und mehreren Denkmälern sowie an archäologischen Funden im weiteren Umfeld nachvollziehen. Natur und Radfahren ergänzen diesen Blick und eröffnen andere thematische Schwerpunkte für die Reiseplanung.
Wiesen, Wälder und Lehrpfad
Das Gebiet Dřevohostický les ist 310 Hektar groß. Zu seinen Schutzgegenständen gehören extensiv gemähte Wiesen, die vom Tiefland bis in die Vorgebirgslagen reichen, sowie Eichen-Hainbuchenwälder. So umfasst der Landschaftsraum sowohl offene Wiesen als auch Waldlebensräume. In den artenreichen karpatischen Eichen-Hainbuchenwäldern kommen Pflanzen wie Hacquetia epipactis und Symphytum tuberosum vor. Die Schutzthemen benennen damit konkrete Lebensräume und Pflanzenbeispiele, statt den Wald nur allgemein als Naturkulisse zu beschreiben.
Im näheren Umfeld von Radkovy befindet sich der Lehrpfad Dřevohostickým lesem. Eine 2021 aktualisierte Beschreibung des Lehrpfads nennt zwölf Informationstafeln zu den natürlichen und gesellschaftlichen Bedingungen der Landschaft sowie Orientierungsübungen mit Azimutangaben und Karten. Das verbindet Landschaftsthemen mit praktischer Kartenorientierung. Vor einem Besuch prüfen Sie bitte den aktuellen Zustand des Lehrpfads vor Ort.
Dorfstruktur und lokale Denkmäler
Die ursprüngliche Siedlungsstruktur von Radkovy ist als Straßendorf mit einem verbreiterten Dorfplatz erhalten und als städtebaulich wertvolles Gebiet eingestuft. Auf dem Dorfplatz steht neben dem Gebäude des Gemeindeamts die Statue des heiligen Josef aus dem Jahr 1948. Die erhaltene Ortsform und die einzelnen Denkmäler geben dabei zwei unterschiedliche Blickwinkel auf das Dorf: einmal die Struktur des Siedlungsraums, einmal seine konkreten historischen Bezugspunkte.
Die Kapelle des heiligen Dominik wurde 1872 erbaut. Neben ihr befindet sich das Steinkreuz von 1865, das zu den lokal bedeutsamen Denkmälern zählt. Eine weitere Statue, die des heiligen Johannes Nepomuk aus dem Jahr 1900, steht neben der Straße III/43724. Die Statue der Jungfrau Maria von 1921 befindet sich an einem Feldweg in Richtung Bystřice pod Hostýnem. Mehrere historische Kreuze und Heiligenstatuen gehören zu den örtlichen Denkmälern von Radkovy.
Auch die Glocke der örtlichen Kapelle hat eine eigene Geschichte: Während des Ersten Weltkriegs wurde sie versteckt, um ihre Beschlagnahmung durch österreichische Behörden zu verhindern. Die Mühle von Radkovy besteht bis heute und wird erstmals 1412 erwähnt. So stehen an konkreten Bauwerken unterschiedliche Zeitabschnitte nebeneinander, von der ersten Erwähnung der Mühle bis zur Geschichte der Kapellenglocke.
Frühe Spuren und Aktivitäten
Archäologische Funde auf den Feldern rund um Radkovy und Radkova Lhota weisen darauf hin, dass dort bereits etwa im 5. Jahrtausend v. Chr. bäuerliche Gemeinschaften lebten. Auf den Feldern rund um beide Orte wurden außerdem Funde der La-Tène-Kultur entdeckt. Diese Befunde eröffnen eine andere zeitliche Perspektive als die Gebäude und Denkmäler im Dorf; die frühe Datierung bleibt dabei ausdrücklich ungefähr.
Radfahren wird in Radkovy auf einem Netz von Feld- und Waldwegen betrieben. Das Bärenführen gehört ebenfalls zu den dörflichen Festen und Veranstaltungen. Beide Themen unterscheiden sich von den ortsfesten Denkmalen: Beim Radfahren stehen Wege und Landschaft im Mittelpunkt, beim Bärenführen das dörfliche Veranstaltungsleben. So lässt sich Radkovy je nach Interesse über Ortsgeschichte, Naturthemen oder Aktivitäten betrachten.
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