Wer sich für Bau- und Ortsgeschichte interessiert, findet in Banín mehrere klar unterscheidbare Themen. Im Mittelpunkt steht die geschützte gotische Kirche St. Barbara; hinzu kommen eine ländliche Hofanlage und historische Erzählungen, die bis ins Mittelalter und in die Kriegszeit reichen. Die Radroute 4201 führt ebenfalls durch Banín und ergänzt den kulturellen Schwerpunkt um einen konkreten Bezug für Reisende mit dem Fahrrad.
Kirche St. Barbara: Bau und Anlage
St. Barbara ist ein gotischer Bau aus Bruchgranit und wurde erstmals 1350 erwähnt. Der Turm entstand 1559. Die frühe Erwähnung der Kirche und der spätere Turmbau markieren unterschiedliche Stationen des Ensembles.
Der Komplex ist von einer Friedhofsmauer umgeben. Im Osten ist der Glockenturm in die Mauer integriert und dient zugleich als Tor. Umfassung und Durchgang gehören damit zur selben architektonischen Anlage wie der gotische Sakralbau.
Ortsgeschichte in mehreren Zeitschichten
Baníns Ortsgeschichte reicht über die Kirche hinaus. 1293 schenkte König Wenzel Banín und Německá Bělá als Teil des Kronguts Svojanov dem Kloster Zbraslav. Diese mittelalterliche Schenkung ist ein eigener Bezugspunkt zur Geschichte des Ortes; die erste Erwähnung von St. Barbara im Jahr 1350 gehört dagegen zur Kirchengeschichte. Die Jahreszahlen liegen 57 Jahre auseinander.
Auch die Sprach- und Schulgeschichte gehört zu Baníns Vergangenheit. Der Ort hatte historisch überwiegend deutschsprachige Einwohner. Nach der Gründung der Tschechoslowakei bestanden in Banín eine deutsche Schule und eine tschechische Minderheitenschule. Während des Zweiten Weltkriegs verlief nahe Banín in Richtung Rohozná die Grenze zwischen dem Protektorat Böhmen und Mähren und dem Deutschen Reich.
Am heute „na Babičce“ genannten Ort verschwand während des Dreißigjährigen Krieges oder kurz danach eine Siedlung. Der lokalen Überlieferung zufolge grub eine Sau dort eine Glocke aus, die angeblich aus dem Turm der Kirche der untergegangenen Siedlung stammte.
Hofanlage und Radroute
Eine ländliche Hofanlage in Banín ist ein geschlossener Hof mit kleinem Innenhof sowie Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. Erschlossen wird sie durch ein Tor und eine Fußgängerpforte. Die Hofanlage setzt einen anderen architektonischen Akzent als St. Barbara: Hier stehen Innenhof und Gebäudefunktionen im Vordergrund, während an der Kirche die Verbindung von Sakralbau, Friedhofsmauer und Turm prägend ist.
Die Radroute 4201 führt über Hradec nad Svitavou, Banín, Bělá nad Svitavou und Bohuňov. Damit ist Banín Teil einer konkret benannten Radverbindung mit drei weiteren Orten. Für Reisende, die mit dem Fahrrad planen, bildet die Route einen zweiten Blickwinkel neben den Bau- und Geschichtsthemen des Ortes.
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