Malý Bor verbindet eine leicht hügelige Landschaft mit einer Ortsgeschichte, die sich an mehreren konkreten Zeugnissen ablesen lässt. Westlich von Horažďovice liegt der Ort im breiten Tal des Mlýnský potok. Die zweigeteilte Siedlungsstruktur, mittelalterliche Kirchenkunst und Reste einer Festung geben der Ortsgeschichte unterschiedliche Bezugspunkte.
Tal und zwei Ortsteile
Der Ortskern liegt an einem Südhang oberhalb des Bachs; jenseits des Mlýnský potok befindet sich Kuchyňka, der zweite Ortsteil. Bach und Hang helfen, die räumliche Gliederung des Ortes zu verstehen: Malý Bor besteht nicht allein aus dem Bereich des Ortskerns. Auf Kuchyňka steht die Kapelle sv. Jana Nepomuckého, eine der kulturhistorisch bedeutenden Stätten von Malý Bor. Ein weiteres bauliches Zeugnis ist das gemauerte Bauernhaus Nr. 17 mit seiner historischen Schwarzen Küche. Die Pfarrei bewahrt in ihrer Umfassungsmauer außerdem ein spätgotisches Portal.
Kirche sv. Máří Magdalény
Die Kirche steht auf einer leichten Anhöhe in Malý Bor und wurde wahrscheinlich zwischen 1200 und 1225 erbaut. An der Südseite ihres Turms befinden sich zwei mittelalterliche figürliche Wandmalereien mit Bogenschützen. In der Kirche ist außerdem ein mittelalterliches steinernes Taufbecken erhalten. Bauzeit, Wandmalereien und Taufbecken geben unterschiedliche Einblicke in die mittelalterlichen Zeugnisse des Ortes, ohne dass sich die Kirche auf ein einziges Merkmal reduzieren lässt.
Festung und historische Verbindungen
Die Geschichte der Festung bietet einen klaren historischen Einschnitt: Jan Žižka eroberte und brannte sie am 12. Oktober 1420 nieder. Am westlichen Ende von Malý Bor sind Reste der ehemaligen Festungsanlage mit Spuren des Grabens sichtbar. Bei der Kirche steht ein Bauwerk mit mittelalterlichen Merkmalen im Mittelpunkt; von der Festung sind Reste und Grabenspuren sichtbar.
Auch ältere Verkehrsbeziehungen gehören zur Ortsgeschichte. Eine historische Handelsroute führte von Bayern über Železná Ruda und Klatovy in die Region und teilte sich dort. Einer ihrer Zweige verlief über Malý Bor und das nahegelegene Prácheň weiter nach České Budějovice. Dieser historische Bezug reicht über die Bauwerke im Ort hinaus und verknüpft Malý Bor mit einer früheren regionalen Handelsverbindung.
Ein 1902 in Malý Bor gefundener Bronzeschatz ergänzt die baulichen Zeugnisse um einen archäologischen Fund. Ein Teil des Schatzes ist im Museum von Horažďovice erhalten. Wenn Sie den Fund in Ihre Reiseplanung aufnehmen möchten, informieren Sie sich vor einem Besuch über die aktuellen Besuchsmöglichkeiten des Museums.
Hinweis für die Radplanung
Malý Bor gehört zu den von der Otavská cyklostezka betroffenen Gemeinden. Da sich Routeninfrastruktur und Streckenführungen verändern können, prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Verlauf.
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