Ein Getreidespeicher für die Aussaat, eine neugotische Kapelle und eine Holzstatue mit wahrscheinlicher Werkstattzuordnung eröffnen unterschiedliche kulturhistorische Perspektiven auf Hummeln. Für die Vorbereitung eines Aufenthalts hilft diese Unterscheidung: Ländliche Vorratshaltung, sakrale Baugeschichte und Kunstgeschichte erzählen nicht dieselbe Geschichte, lassen sich aber als verschiedene Zugänge zum Ort lesen.
Der Getreidespeicher und die Vorratshaltung
Der Getreidespeicher im Haus Nr. 1 in Homole diente als Vorrat für die Winter- und Frühjahrsaussaat oder für den Fall einer Missernte. Die beiden Zwecke zeigen, worauf die Vorratshaltung zielte: Saatgut für die nächste Aussaat bereitzuhalten und eine Reserve für den Fall zu haben, dass die Ernte nicht ausreichte. Der Getreidespeicher mit Tor Nr. 1 auf dem Dorfplatz von Homole ist ein Kulturdenkmal. Damit treffen in diesem Thema praktische Funktion und kulturelle Einordnung aufeinander. Wer sich für den ländlichen Alltag interessiert, findet hier einen Ansatz, der über die äußere Form eines Gebäudes hinausgeht: Entscheidend ist auch, wofür es gebraucht wurde und welche konkrete Aufgabe es erfüllte.
Kapellen, Schrein und Baugeschichte
Bei den sakralen Bauwerken sind Zeitraum, Stil und Anlass wichtige Unterscheidungen. Die Kapelle sv. Josefa in Homole ist neugotisch und stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein dem heiligen Josef geweihter Schrein ersetzte 1949 eine hölzerne Kapelle in Homole. In Nové Homole wurde 1913 die Kapelle Nejsvětějšího Srdce Páně von einem aus der Gegend stammenden Glaser aus České Budějovice erbaut. Der Beruf des Erbauers ergänzt die Jahreszahl um einen handwerklichen Bezug: Zu den Baugeschichten gehören damit auch konkrete Angaben zu den Menschen, die daran beteiligt waren. Wer sich für sakrale Architektur interessiert, kann Bauform, Datierung und bauliche Veränderung nebeneinander betrachten.
Die Holzstatue „Světice z Homol“
Eine weitere Perspektive eröffnet die Holzstatue „Světice z Homol“. Sie wird von der Alšova jihočeská galerie in Hluboká nad Vltavou verwahrt und stammt wahrscheinlich aus der Werkstatt des Mistra zvíkovského Oplakávání. Als Holzarbeit erweitert sie den Blick über Architektur hinaus; bei der Herkunft bleibt die Werkstattzuordnung ausdrücklich wahrscheinlich. Der Name „Světice z Homol“ und der Verwahrort Hluboká nad Vltavou sind zwei verschiedene Bezüge des Werks. Wer sich für das Kunstwerk interessiert, kann daher sowohl seine Verbindung zu Homole als auch seinen heutigen Verwahrort berücksichtigen.
Historische Angaben einordnen
Für die zeitliche Einordnung lohnt es sich, die Art der Angaben mitzulesen: Die Mitte des 19. Jahrhunderts ist ein Zeitraum für die Kapelle sv. Josefa, 1913 bezeichnet den Bau der Kapelle in Nové Homole, und 1949 markiert die Ersetzung einer hölzernen Kapelle durch einen Schrein. Stil, Errichtung und Veränderung sind so voneinander zu unterscheiden, statt die drei Angaben als gleichartige Baujahre zu lesen. Die verschiedenen Themen können Ihnen helfen, den kulturellen Schwerpunkt Ihres Aufenthalts nach eigenen Interessen zu wählen: ländlicher Alltag, sakrale Baugeschichte oder Kunstgeschichte.
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