Porträts, Stammbäume, Orden und Auszeichnungen geben der Besichtigungsroute im Schloss Orlík ein klares historisches Profil. Sie vermittelt die Geschichte des Schlosses und der Orlíker Linie der Familie Schwarzenberg. Wer sich für die Vergangenheit des Hauses interessiert, findet hier sowohl familiäre Bezüge als auch eine umfangreiche Sammlung, die den Besuch durch unterschiedliche Arten von Erinnerungsstücken prägt.
Schlossräume und Parkgeschichte
Die Innenräume des Schlosses sind weitgehend in dem Zustand erhalten, in dem die Schwarzenbergs sie 1948 verlassen mussten. Vier Räume im ersten Obergeschoss sind davon ausgenommen. Der Erhaltungszustand verknüpft den Besuch mit einem konkreten Einschnitt in der Schlossgeschichte: Die Räume vermitteln nicht nur die Geschichte einer Familie, sondern auch, wie sie das Schloss damals verlassen musste.
Auch der Park von Schloss Orlík hat eine eigene Geschichte. Seine heutige Gestalt als weitläufige, gestaltete Landschaft entstand nach 1802 unter Karl Filip von Schwarzenberg. Er begründete dort eine Nebenlinie der Familie mit Sitz in Orlík. Im Park wurden Promenaden als Spazierwege durch die gestaltete Landschaft angelegt. So lassen sich Parkgeschichte und die vorgesehene Nutzung der Wege gemeinsam betrachten, ohne die Spazierwege mit einer längeren Wanderstrecke gleichzusetzen.
Im Park von Orlík nad Vltavou befindet sich außerdem das Schwarzenberggrab, ein neugotisches Familienmausoleum für eine Nebenlinie der Schwarzenbergs. Es wurde zwischen 1861 und 1864 nach den Vorstellungen von Karl III. Schwarzenberg errichtet und 1864 geweiht. Das Mausoleum liegt in einem herrschaftlichen Park etwa 1.500 Meter nordwestlich des Schlosses. Die ungefähre Entfernung ordnet es räumlich zum Schloss ein; die Jahreszahlen geben dem Bau einen eigenen Platz in der Familiengeschichte.
Fußweg, Akvárium und Wasserkraftwerk
Am Schloss Orlík beginnt der Lehrpfad Orlík–Zvíkovské Podhradí. Er verläuft auf dem linken Moldauufer bis nach Zvíkovské Podhradí, ist etwa 30 Kilometer lang und für Fußgänger bestimmt. Zum Weg gehören 15 Informationstafeln. Die Strecke ist damit eine längere Fußroute und eine andere Art des Besuchs als die Promenaden im Park. Für die Auswahl ist vor allem wichtig, ob Sie einen ausgedehnten Weg am Moldauufer oder kürzere Spazierwege durch die gestaltete Parklandschaft suchen.
Das Akvárium Orlík bietet einen naturkundlichen Blick auf Süßwasserfische aus tschechischen Gewässern. In der Ausstellung sind unter anderem Karpfen, Hechte, Barsche und Forellen zu sehen. Fotografien dokumentieren zugleich die Anfänge des Orlík-Stausees und seine frühere Umgebung. Eine weitere Ausstellung umfasst lebende Atlantische Lachse und befasst sich mit dem früheren Leben dieser Fische in tschechischen Flüssen bis zu ihrem Aussterben im 20. Jahrhundert. Fischwelt, Stauseegeschichte und die Geschichte der Flüsse bilden dabei unterschiedliche Themen innerhalb des Akváriums.
Technikinteressierte können eine Besichtigung des Wasserkraftwerks Orlík einplanen. Dabei lassen sich das Maschinenhaus und die Staumauer besichtigen; die Führung dauert etwa eine Stunde und ist nach vorheriger Reservierung ganzjährig möglich. Das Kraftwerk erreichen Sie unter anderem mit dem Auto, dem Fahrrad oder einem Ausflugsschiff vom Schloss Orlík. Die ungefähre Dauer bietet einen klaren Anhaltspunkt für die Planung, während die Reservierung eine Voraussetzung für die Führung ist. Im Vergleich zu den Schlossräumen und Ausstellungen steht hier die Technik der Anlage im Mittelpunkt.
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