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Am Aussichtsturm Rozhledna Radětice richtet sich der Blick über den Waldrand hinaus; Kapellen, ein Kirchlein und ein Kriegsdenkmal geben der Ortsgeschichte konkrete Bezugspunkte. Radětice lässt sich dadurch sowohl über die Landschaft als auch über Bauwerke und ihre verschiedenen Entstehungszeiten einordnen.

Aussicht und Landschaft

Die Rozhledna Radětice steht westlich von Radětice am Waldrand. Von dort reicht der Blick über etwa 150 Grad vom Nordosten bis zum Südosten, vor allem auf Bechyně sowie die umliegenden Gemeinden und Siedlungen. Der beschriebene Ausschnitt ist damit ein gerichteter Blick und keine Rundumsicht. Die ungefähre Winkelangabe und die genannten Orte geben gemeinsam eine konkrete Vorstellung davon, was den Aussichtspunkt auszeichnet.

Der Naturpark Plziny erstreckt sich teilweise über das Katastergebiet Radětice u Bechyně. Sein Zweck ist, den Landschaftscharakter eines ausgedehnten Waldkomplexes mit Wasserflächen sowie bedeutende natürliche und ästhetische Werte zu bewahren. Aussichtsturm und Naturpark stehen damit für zwei unterschiedliche Perspektiven: einen bestimmten Blick über die Landschaft und den Schutz eines größeren Landschaftszusammenhangs.

Bauwerke und Ortsgeschichte

Im Wald Poušť ließ der fromme Graf Jan Norbert ze Štenberka 1676 auf einer felsigen Anhöhe das Kirchlein des heiligen Johannes des Täufers mit einer Einsiedelei errichten. Seit 1980 veranstaltet die Evangelisch-methodistische Kirche im Areal des Kirchleins christliche Bildungskurse; außerdem dient das Areal der Kirche zu Erholungszwecken. Gründung und heutige kirchliche Nutzung gehören zu unterschiedlichen Zeitschichten der Geschichte dieses Ortes.

Die Kaplička-zvonice in Radětice wurde 1921 erbaut und ist 11,80 Meter hoch. 2002 wurden ihre ursprüngliche Innenmalerei, die Bildausstattung mit vier Heiligenbildern und der Altar restauriert. Baujahr, Höhe und restaurierte Ausstattung beschreiben dabei verschiedene Aspekte des Bauwerks: seine Entstehungszeit, sein Maß und die erhaltenen Elemente im Inneren.

Eine weitere Kapelle ist die halbrunde Kapelle der heiligen Maria. Der Bauer Jan Kožíšek ließ sie 1857 errichten. Sie steht heute in Radětice an der Hauptstraße in Richtung Bechyně, befindet sich in Privateigentum und wurde 1997 auf Kosten der Gemeinde renoviert. Die Angaben zur Eigentümerschaft gehören ebenso zu ihrer Einordnung wie ihre Form, ihr Baujahr und die spätere Renovierung.

Das Kriegsdenkmal von Radětice trägt die Namen von 30 Einwohnern des Ortes, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Anders als die Kapellen und das Kirchlein ist es ein Erinnerungszeichen, dessen Inschrift den Bezug zur Ortsgeschichte über die Namen der Gefallenen herstellt.

Die Jahreszahlen lassen sich nach ihrem Anlass unterscheiden: 1676 steht für die Errichtung des Kirchleins und der Einsiedelei, 1857 für den Bau der Marienkapelle und 1921 für die Kaplička-zvonice. 1997 bezeichnet die Renovierung der Marienkapelle, während 2002 für die Restaurierung der Innenausstattung der Kaplička-zvonice steht. So werden Baugeschichte und spätere Erhaltungsarbeiten nicht miteinander verwechselt.

Wenn Sie eine Ferienwohnung suchen, können Sie Radětice danach einordnen, welcher Schwerpunkt besser zu Ihrer Reise passt: der Landschaftsblick am Waldrand oder die Bau- und Erinnerungsgeschichte des Ortes.

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