In Brünn begegnen sich sehr unterschiedliche Geschichten: Die Villa Tugendhat steht für moderne Wohnarchitektur, die Burg Špilberk für eine wechselvolle Festungsgeschichte. Unter dem Gemüsemarkt führt ein Labyrinth in die Kellerwelt der Stadt; Märkte, Aussichtspunkte und Freiräume eröffnen weitere Perspektiven.
Moderne Wohnarchitektur und barocke Festung
Die Villa Tugendhat ist ein Pionierwerk der modernen Wohnarchitektur des 20. Jahrhunderts. 2001 wurde sie in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Eine 60-minütige Führung führt durch das Gebäude. Der Zugang zum Garten hängt von den Wetterbedingungen ab; Ausstellungen befinden sich auf der technischen Etage. So lassen sich am selben Ort Architektur, Garten und technische Ausstellung als unterschiedliche Aspekte eines Besuchs betrachten.
Auch Špilberk verbindet eine markante Bauform mit einer langen Geschichte. Die Kasematten gelten als architektonische Kuriosität und zählen zu den meistbesuchten touristischen Attraktionen Brünns. Die Burg wurde 1277 erstmals schriftlich erwähnt und im folgenden Jahrhundert zu einer großen Barockfestung umgebaut. Ein Teil der Befestigungsanlagen wurde als Gefängnis für die schlimmsten und gefährlichsten Verbrecher bestimmt.
Unterirdische Spuren und städtischer Alltag
Unter dem Platz Zelný trh reicht ein Labyrinth bis zu acht Meter hinab. Eine Führung umfasst ein Alchemistenlabor, einen alten Weinkeller und eine Taverne aus vergangener Zeit. Die Keller unter dem Gemüsemarkt dienten Eigentümern und lokalen Händlern als Lagerräume und wurden im Krieg außerdem als Schutzräume genutzt. Prüfen Sie die Besuchsmodalitäten der Führung vor Ihrer Reise.
Die Geschichte Brünns lässt sich auch an einzelnen Daten ablesen: Der Anthropos-Pavillon wurde 1962 für eine Ausstellung errichtet, die Professor Karel Absolon 1928 geschaffen hatte. An der Kathedrale St. Peter und Paul wird der Mittag traditionell bereits um 11 Uhr eingeläutet. Beide Details eröffnen einen eigenen Blick auf Brünns kulturelles Erbe – vom Ausstellungshaus bis zu einer bis heute erzählten Glockentradition.
Auf dem Zelný trh findet täglich ein Bauernmarkt statt. In der Markthalle befindet sich eine öffentliche Toilette; im unteren Teil des Platzes gibt es einen frei zugänglichen Trinkbrunnen. Marktzeiten können sich ändern, ebenso die Verfügbarkeit und Öffnungszeiten der Toilette sowie die Verfügbarkeit des Brunnens. Prüfen Sie diese Details vor Ihrem Besuch.
Aussicht, Wasser und Naturschutz
Die Beobachtungsplattform des Brno Observatory and Planetarium bietet tagsüber und nachts Ausblicke auf Brünn. Einen anderen Akzent setzt der Brünner Stausee an der Svratka: Das Gebiet dient Erholung und Sport, mit Stränden, Möglichkeiten zum Bootfahren und einer reizvollen umgebenden Landschaft. Im Zoo Brünn stehen Naturschutz, Bildung und die Zucht gefährdeter Arten im Mittelpunkt. So reicht das Spektrum von Stadtansichten und Wasseraktivitäten bis zu Natur- und Artenschutz.
Brünn erkunden
Brünns öffentlicher Verkehr nahm 1869 mit der ersten Pferdestraßenbahn in den tschechischen Ländern den Betrieb auf. Für die Anreise zur Villa Tugendhat fahren Sie mit den Straßenbahnlinien 3, 5 oder 9 bis Dětská nemocnice; von dort sind es ungefähr 600 Meter zu Fuß. Das Observatorium und Planetarium wird von der Straßenbahnlinie 4 bedient. Auch mit dem Rad lässt sich die Stadt betrachten: Ein relativ dichtes Radroutennetz deckt das Stadtgebiet ab.
Weitere Reiseziele entdecken: Brünn, Žebětín, Bystrc, Horní Heršpice, Okres Břeclav, Okres Blansko, Okres Brno-Venkov, Okres Znojmo.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Südmähren.