In Zlobice treffen ein Kirchenbau des späten 19. Jahrhunderts, Zeugnisse sakraler Kunst und Funde aus vorgeschichtlichen Siedlungsphasen zusammen. Hinzu kommt ein Landschaftsrahmen, der sich am leicht geneigten Gelände und am geschützten Gebiet Troják ablesen lässt. Für Reisende mit Interesse an Kulturgeschichte sind damit mehrere Perspektiven verbunden: sakrale Architektur, frühe Siedlungsspuren, ländliches Theater und konkrete geografische Bezüge.
Kirche, Pfarrhaus und sakrale Denkmäler
Die Kirche der Heiligen Kyrill und Method wurde zwischen 1897 und 1899 nach dem Entwurf des Architekten Leodegard Slovák aus Kroměříž erbaut. Der Bauzeitraum und der namentlich bekannte Architekt geben dem Kirchenbau eine konkrete historische Einordnung. Das zugehörige Pfarrhaus zählt seinerseits zu den Wahrzeichen von Zlobice. Neben dem Pfarrhaus bestand seit 1916 die Solanský-Mühle; zu ihr gehörte ein kleines Elektrizitätswerk. Die Mühle ergänzt den sakralen Schwerpunkt um einen wirtschaftsgeschichtlichen Bezug.
Zum sakralen Erbe gehören außerdem mehrere steinerne Kreuze und weitere kleine sakrale Denkmäler auf dem Gemeindegebiet. In Zlobice befinden sich auch eine Statue Unserer Lieben Frau von Lourdes sowie ein Holzkreuz. So reicht das Spektrum von der Kirche mit ihrem Pfarrhaus bis zu kleineren Formen religiöser Kunst und Erinnerung. Die Beispiele unterscheiden sich nach Form und Maßstab, gehören aber alle zur lokalen Kulturgeschichte.
Archäologische Spuren und Landschaft
Die Siedlungsgeschichte des Gemeindegebiets setzt deutlich früher ein als diese Bauwerke. Archäologische Funde belegen Besiedlung bereits in der Jungsteinzeit sowie in der Bronze- und Eisenzeit. Ein konkreter Fund stammt aus Hliník: Dort wurde in ungefähr einem Meter Tiefe ein Gefäß der Lausitzer Kultur freigelegt. Damit reicht der zeitliche Bogen von vorgeschichtlichen Siedlungsphasen bis zu den Baujahren der Kirche; das Gefäß ergänzt ihn um ein Beispiel mit benannter Kulturzuordnung.
Als räumliche Orientierung verläuft die Hauptstraße von Kroměříž durch Zlobice in Richtung Věžky und weiter nach Morkovice. Eine Querstraße führt durch den Ort in Richtung Popovice. Die Hauptstraße nennt eine Folge von Orten, die Querstraße weist in eine weitere Richtung. Im bebauten Gebiet fließt der Věžecký potok, der mehrere rechte Nebenbäche hat. Der größte Teil des bebauten Gebiets liegt in leicht geneigtem Gelände der Litenčické pahorkatina. Der südwestliche Teil des Gemeindegebiets befindet sich innerhalb des besonders geschützten Gebiets von europäischer Bedeutung Troják. Bach und Gelände beziehen sich auf das bebaute Gebiet, Troják dagegen auf den Südwesten des Gemeindegebiets.
Theatergeschichte und Gedenken
Auch die Kulturgeschichte Zlobices ist nicht allein an Bauwerken abzulesen. Die Ferdyšova-Theatergesellschaft entstand 1989 in Bojanovice, um ländliche Traditionen zu bewahren. Sie entwickelte ein Dorftheater und führte in einer Gaststätte in Bojanovice zahlreiche Theaterstücke und Märchen nach eigenen oder bearbeiteten Drehbüchern auf. So ergänzt eine historische Aufführungstradition die örtlichen Denkmäler um eine kulturelle Praxis, die von Texten, Bearbeitungen und Märchenstoffen geprägt war.
Auf dem Hügel Větrák, der Bojanovice von Zlobice trennt, steht ein 1920 errichtetes Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Eine Statue des Heiligsten Herzens Jesu krönt das Denkmal. Hier zeigt sich eine andere Form des Erinnerns: Im Mittelpunkt steht ein Denkmal mit klar benanntem Anlass und einer religiösen Figur.
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