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In Hajós treffen kirchliche und weltliche Geschichte auf das Erbe des Weinbaus. Die Kirche wurde 1794 zur Wallfahrtskirche erklärt; das Barockschloss erzählt von wechselnden früheren Nutzungen. Rund drei Kilometer vom Ort entfernt liegt das Hajósi Pincefalu mit mehr als 1.200 von Hand in den Löss gegrabenen Kelterhäusern und Weinkellern. Je nach Interesse können Sie den Schwerpunkt auf Sakral- und Baugeschichte, auf das frühere Alltagsleben oder auf die Weintradition legen.

Kirche, Schloss und Ortsgeschichte

Die Kirche von Hajós wurde 1794 auf Initiative des Erzbischofs Graf László Kolonics von Papst Pius VI. zur Wallfahrtskirche erklärt. Auch das Barockschloss ist eng mit der kirchlichen Geschichte verbunden: Der Erzbischof von Kalocsa, Graf Gábor Patachich, ließ das Schloss und seine Nebengebäude 1739–1740 errichten. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert diente früher als erzbischöfliches Jagdschloss, danach als Waisenhaus und später als Kinderheim. Heute ist es ein Museumsausstellungsort mit Dauer- und Wechselausstellungen. Führungen sind auf Anfrage möglich; stimmen Sie die Arrangements vor Ihrem Besuch ab.

Ein weiteres architektonisches Detail bietet das Pfarrhaus. Es wurde im 18. Jahrhundert im Zopfstil erbaut und trägt ein erzbischöfliches Wappen. Zusammen mit der Wallfahrtskirche und dem Schloss zeigt es unterschiedliche Facetten der Baugeschichte von Hajós, ohne dass dafür eine einzige Epoche den Blick bestimmt.

Einblicke in das Leben der schwäbischen Gemeinschaft

Das Deutsche Nationalitäten-Tájház setzt einen anderen Schwerpunkt als die kirchlichen und erzbischöflichen Gebäude. Volkskünstlerische Gegenstände, Kleidung, Gefäße, Einrichtungsgegenstände und Werkzeuge veranschaulichen dort das Leben der schwäbischen Gemeinschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Sammlung wird erhalten. Die Auswahl der Objekte gibt einen konkreten Zugang zur Alltagsgeschichte: Neben Kleidung und Gefäßen gehören auch Werkzeuge und Dinge aus der häuslichen Einrichtung dazu.

Kelterhäuser und Radweg am Pincefalu

Das Hajósi Pincefalu liegt etwa drei Kilometer vom Ort entfernt. Mehr als 1.200 Kelterhäuser und Weinkeller wurden von Hand in den Lössboden gegraben; dort reifen die Weine aus Hajós. Das älteste noch erhaltene Kelterhaus wurde 1840 erbaut und gehört der Stadt. Die Gebäude machen die Weintradition über ihre Bauweise und ihre Nutzung greifbar: Kelterhäuser und Keller sind dabei gleichermaßen Teil des Ortes.

Für Gruppen von mindestens vier Personen wird nach vorheriger Anmeldung ein Spaziergang zur Ortsgeschichte angeboten. Klären Sie vorab, ob ein Termin für Ihre Gruppe möglich ist. Von Hajós führt außerdem ein Radweg zu einem Landschaftsschutzgebiet unterhalb des Pincefalu. Dieses Gebiet gehört zum Kiskunsági-Nationalpark. Der Radweg und der Spaziergang zur Ortsgeschichte sind unterschiedliche Möglichkeiten, sich mit der Umgebung und ihrer Geschichte zu befassen.

Weitere Themen in Bács-Kiskun

Über Hajós hinaus bietet das übergeordnete Reiseziel Bács-Kiskun weitere, eigenständige Themen. In Tiszaalpár vermittelt der Lehrpfad Tiszaalpár, Földvár die Geschichte einer bronzezeitlichen Befestigungsanlage und die Lebensweise der Menschen dieser Zeit. Die besonders geschützte archäologische Fundstätte Tiszaalpári Földvár wurde auf Grundlage der Verordnung 3/2003. (I. 25.) NKÖM eingestuft. Eine aus Anlass des Millenniums errichtete Rekonstruktion eines Dorfes aus der Árpád-Zeit stellt dort die bei örtlichen Ausgrabungen entdeckte Siedlungsstruktur dar.

In Kiskunhalas widmen sich das Csipkeház und das Csipkemúzeum der Geschichte der Halaser Spitze, die 1902 begann. Besucher können jahrhundertealte Spitzenarbeiten betrachten und den Prozess des Spitzenstickens sehen. In Bugac ist der Boróka-Lehrpfad 1.100 Meter lang; zu seinen Informationstafeln kommen Erlebnisstationen wie ein Waldxylophon und ein Spiel-Fernrohr. Am Szelidi-See erklärt ein Lehrpfad zu den Blaualgen mit zwölf Informationsstationen die Entwicklung des Sees, die Eigenschaften seines Wassers, die dort lebenden Organismen und die Tierwelt der Umgebung. Er ist ganzjährig zu Fuß und mit dem Fahrrad zugänglich; da sich örtliche Bedingungen ändern können, prüfen Sie den Zugang vor Ihrem Besuch.

Weitere Reiseziele entdecken: Homokmégy, Bátya, Kalocsa, Harta, Foktő, Solt, Dunapataj

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Kalocsai.

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