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Für Reisende, die sich für Baugeschichte und überliefertes Brauchtum interessieren, bietet Bóly zwei verschiedene Ansatzpunkte: das Batthyány–Montenuovo-Mausoleum und den Emmausz-Járás am Ostermontag. Das eine ist über Baujahr, Auftraggeberin und Stilrichtungen konkret zu fassen; der andere gehört zum Jahreslauf und führt in das Bóly umgebende Kellerdorf. So lässt sich der kulturelle Schwerpunkt des Ortes aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.

Architektur und Ausstellungsgeschichte

Das Batthyány–Montenuovo-Mausoleum wurde 1879 von Batthyány Julianna, der Ehefrau von Montenuovo Vilmos, in Auftrag gegeben. Das Gebäude ist im neoromanischen und neugotischen Stil gestaltet. Neoromanik und Neugotik greifen unterschiedliche mittelalterliche Architekturtraditionen auf; am Mausoleum kommen beide Bezüge zusammen. Die genaue Datierung und die namentlich bekannte Auftraggeberin geben diesem Bauwerk eine klar umrissene Entstehungsgeschichte.

Eine lokalhistorische und ethnografische Ausstellung wurde am 15. März 2001 im Obergeschoss eines ehemaligen Getreidespeichers des Batthyány-Guts eröffnet. Der Speicher wurde 1752 erbaut. Die beiden Jahreszahlen bezeichnen unterschiedliche Stationen: 1752 die Bauzeit des Getreidespeichers, 2001 die Eröffnung der Ausstellung. Auch die beiden Themenfelder setzen verschiedene Schwerpunkte. Lokalgeschichte richtet den Blick auf die Entwicklung eines Ortes, Ethnografie auf Lebensweisen und Bräuche. Zusammen mit dem Mausoleum eröffnet die Ausstellungsgeschichte somit einen weiteren Zugang zu Bólys kulturellem Erbe.

Der Emmausz-Járás und der Kastélypark

Der Emmausz-Járás ist ein mehr als 100 Jahre alter, ursprünglich deutsch-bólyischer Volksbrauch. Am Ostermontag ziehen Familien mit Verwandten und Gästen in das Bóly umgebende Kellerdorf. Der Brauch hat damit sowohl einen klaren Bezug im Jahreskalender als auch ein konkretes Ziel. Wer sich für diese Tradition interessiert, kann den Ostermontag als wichtigen Bezugspunkt bei der Wahl des Reisezeitraums berücksichtigen.

In einer zuletzt 2013 bearbeiteten ökologischen Erhebung wurde im Kastélypark reger Fuß- und Radverkehr beschrieben. Das ergänzt die Themen Baugeschichte und Brauchtum um eine andere Perspektive auf den Ort: Hier steht der Park als Bewegungsraum für Fußgänger und Radfahrer im Mittelpunkt der beschriebenen Nutzung.

Weitere Themen im übergeordneten Reiseziel Branau

Im übergeordneten Reiseziel Branau ergänzen weitere Orte das thematische Spektrum um Kultur-, Natur- und Genussthemen. In Pécs umfasst die frühchristliche Nekropole von Sopianae verzierte Gräber aus dem 4. Jahrhundert. Sie wurden als unterirdische Grabkammern mit oberirdischen Gedenkkapellen errichtet und mit reich ausgestalteten christlichen Wandmalereien versehen. Im Zsolnay-Kulturviertel liegen andere Schwerpunkte: Zu den Ausstellungen gehören „Golden Age of Zsolnay“, „Pink Exhibition“ sowie eine Ausstellung zur Familien- und Fabrikgeschichte. Für Kinder gibt es dort Freiluftspielplätze, ein interaktives Lab, ein Planetarium, das Bóbita-Puppentheater, eine Keramikmalwerkstatt und Kurse in der Hercules-Werkstatt. Der frei zugängliche Außenbereich des Kulturviertels kann während der Öffnungszeiten kostenlos betreten und genutzt werden. Prüfen Sie die Öffnungszeiten vor Ihrem Besuch.

Die Burg Siklós zählt zu den am besten erhaltenen militärischen Anlagen Ungarns und zugleich zu den bedeutendsten ungarischen Bauwerken der Renaissance. Durch die Modernisierung des Museumstrakts wurde der zuvor für Besucher unzugängliche gotische Bereich zugänglich gemacht. Ein anderer architektonischer Blickwinkel bietet sich am Kikerics-Panoramaweg: Er ermöglicht Besuchern eine sichere Bewegung am Klippenrand und schützt zugleich die Pflanzenwelt des Parks vor Trittschäden. Im Skulpturenpark Nagyharsány umfasst das Programm „Kunst in der Natur“ einen geführten Rundgang.

Natur- und Landwirtschaftsthemen bündelt das Ős-Dráva-Besucherzentrum nahe Szaporca. Es bietet eine interaktive Ausstellung, einen landwirtschaftlichen Vorführbereich mit praktischer Bewirtschaftung und drei thematische Lehrpfade. Diese vermitteln Wissen über traditionelle Landwirtschaft, das Ős-Dráva-Programm und die Tierwelt entlang der Drau. Im Landwirtschaftsbereich werden einheimische ungarische Haustiere gezeigt, darunter Graurinder, Mangalitza-Schweine, Huzulenpferde sowie alte Schaf- und Geflügelrassen. Am Wildnis-Lehrpfad an der Alten Drau gehören eine Vogelbeobachtungs- und Vogelberingungsstation, ein Aussichtspunkt, ein Fotounterstand, ein überdachter Aktivitätsbereich und mehrere Rastplätze zur Ausstattung.

Für Wein und Speisen steht Villánys Kellerzeile für einen anderen Schwerpunkt: Dort kann man das ganze Jahr über von Keller zu Keller gehen und Weine sowie schmackhafte Speisen verkosten. So stehen im übergeordneten Reiseziel Branau neben Bau- und Ausstellungsgeschichte auch Naturthemen und regionale Verkostungen zur Auswahl.

Weitere Reiseziele entdecken: Majs, Erdősmárok, Dunaszekcső, Somberek, Hassagy, Bár, Kölked, Szederkény

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Mohácsi.

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