Rétság erschließt seine Ortsgeschichte über unterschiedliche Spuren: eine Dauerausstellung, ein persönliches Gedenken und ein sakrales Denkmal. So begegnen sich Zeugnisse des Alltags, biografische Erinnerungen und ein historisches Bauwerk. Der Besuch der Dauerausstellung erfolgt nach vorheriger Benachrichtigung.
Ortsgeschichte in Bildern und Gegenständen
Die Dauerausstellung zur Ortsgeschichte umfasst Werkzeuge der Hanfverarbeitung aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowie Zeugnisse des bäuerlichen Lebens. Ortsgeschichtliche Dokumente aus Rétság und benachbarten Siedlungen ergänzen die Alltagsobjekte. Fotografien von Siedlungen aus dem frühen 20. Jahrhundert geben einen weiteren historischen Blickwinkel. Hinzu kommen persönliche Gegenstände bedeutender Persönlichkeiten und schriftliche Materialien. Die Sammlung verbindet damit unterschiedliche Arten von Zeugnissen, statt sich auf eine einzelne Epoche oder Objektgruppe zu beschränken.
Eine Bildtafelreihe widmet sich László Szebellédy, der 1901 in Rétság geboren wurde. Sie rückt eine einzelne Biografie in den Rahmen der Ortsgeschichte. Zusammen mit den Dokumenten und persönlichen Gegenständen entsteht so ein anderer Zugang als über Werkzeuge und bäuerliche Zeugnisse: Neben dem täglichen Leben stehen auch Menschen und ihre schriftlichen oder persönlichen Hinterlassenschaften im Blick.
Erinnerungsorte und sakrales Denkmal
Die Pallavicini-kopjafa erinnert an Pallavicini (Pálinkás) Antal Major, der nach der Revolution von 1956 als Märtyrer starb. Das Denkmal setzt einen konkreten historischen Akzent neben die breiter angelegte Ortsgeschichtsausstellung. Die vier Meter hohe Szentháromság-szobor stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Als sakrales Denkmal gehört sie zu den ältesten dieser Art in Rétság. Beide Denkmäler bieten unterschiedliche Anknüpfungspunkte: Die Kopjafa ist dem Gedenken an eine Person gewidmet, während die Statue als sakrales Werk beschrieben wird.
Weitere Themen im übergeordneten Reiseziel Neuburg
Im übergeordneten Reiseziel Neuburg eröffnet das alte Dorf Hollókő einen anderen Blick auf Geschichte und Alltagsleben. Es ist eine Palóc-Siedlung im Komitat Nógrád in Nordungarn und ein bewusst bewahrtes, lebendiges Beispiel für das Landleben vor der Agrarrevolution des 20. Jahrhunderts. Der Schwerpunkt liegt hier auf einer Siedlung und ihrer Lebensform; in Rétság stehen dagegen Ortsgeschichte, Sammlung und Denkmäler im Vordergrund.
Auch literarische und kulturgeschichtliche Themen sind in Neuburg vertreten. Das Madách Imre Memorial House in Csesztve zeigt eine Dauerausstellung zur Geschichte der Familie Madách mit Schwerpunkt auf „Az ember tragédiája“. Die ständige literaturgeschichtliche Ausstellung des Mikszáth Kálmán Memorial Museum in Horpács trägt den Titel „MIKSZÁTH“. In Szécsény befindet sich das Kubinyi Ferenc Museum im Castle Park; seine ständigen Ausstellungen behandeln Archäologie und Naturkunde sowie die Körösi-Csoma-Gedenkausstellung und die Geschichte der Burg Szécsény. Der Rákóczi-Saal im Franziskanerkomplex wird der Überlieferung zufolge damit verbunden, dass Franz II. Rákóczi während des Landtags von 1705 dort schlief. Die Kirche und das Kloster können mit Führung besichtigt werden.
Für einen landschaftlich-geologischen Schwerpunkt steht der Lehrpfad Boszorkány-kő im Landschaftsschutzgebiet Karancs-Medves. Das 1989 eingerichtete Schutzgebiet umfasst 6.928,6 Hektar; der Lehrpfad veranschaulicht Basaltvulkanismus aus der Zeit vor 2,4 bis 5,2 Millionen Jahren. Zu sehen sind unter anderem aus der Tiefe herausgerissene Sedimenteinschlüsse, gebogene Lavaplatten und durch Verwitterung entstandene Basaltsäulen. So unterscheiden sich die Themen deutlich: Rétság konzentriert sich auf Ortsgeschichte und Denkmäler, während Neuburg zusätzlich literarische, siedlungsgeschichtliche und geologische Anknüpfungspunkte bietet.
Weitere Reiseziele entdecken: Diósjenő, Kisecset, Legend, Felsőpetény, Nőtincs, Kétbodony, Nagyoroszi, Berkenye.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Rétsági.