Im Ortskern von Nagybajcs steht die Kirche Szent György vitéz és vértanú. In ihr befindet sich eine geschnitzte Holz-Pietà aus dem 16. Jahrhundert, die einen Meter hoch ist. Material, Technik, Maß und Datierung geben dem Werk konkrete Anknüpfungspunkte für alle, die sich für sakrale Kunst interessieren.
Kirche, Pietà und unterschiedliche Zeitangaben
Die Pietà in Nagybajcs wird wegen ihrer auffälligen Ähnlichkeit und der zeitlichen Nähe ihrer Entstehung mit Michelangelos Pietà in Verbindung gebracht. Diese Verbindung ist eine historische Einordnung, keine Zuschreibung der Arbeit an Michelangelo.
Auch die Jahreszahlen zum Kirchenbau sollte man auseinanderhalten: Für den Bau werden 1862 oder 1869 genannt, während auf der Orgel 1867 steht. Das Jahr am Instrument ist ein eigener Hinweis und löst die unterschiedlichen Angaben zur Bauzeit nicht auf. So begegnen in der Kirche zwei verschiedene historische Bezugspunkte: die Plastik aus dem 16. Jahrhundert und die uneinheitlich angegebene Bauzeit.
Religiöse Überlieferung und Landschaft im Umfeld
Eine weitere lokale Geschichte ist mit der Mária fülke verbunden, einer ungewöhnlichen Gnadenstätte in Nagybajcs. Simon Lászlóné Irénke ließ sie errichten, nachdem ihr der überlieferten Erzählung nach eines Nachts Jesus neben ihrem Bett erschienen war. Bei der Pietà stehen Material und kunsthistorische Einordnung im Vordergrund, bei der Mária fülke die Erzählung, die mit ihrer Errichtung verbunden ist.
Westlich von Nagybajcs, nahe dem Deich an der Großen Donau, liegt Vörösrét. Dort wachsen für Feuchtwiesen typische Pflanzen, darunter Sibirische Schwertlilie und Sommer-Knotenblume. Damit tritt neben die sakralen Themen der Kirche und der Mariennische ein eigener Landschaftsaspekt: die Pflanzenwelt einer Feuchtwiese im näheren Umfeld des Ortes.
Raab-Wieselburg-Ödenburg: Kultur und Landschaft
Im übergeordneten Reiseziel Raab-Wieselburg-Ödenburg gehören die Benediktinerabtei in Pannonhalma und ihre Umgebung zu den wichtigen kulturellen Themen. Das Kloster wurde 996 gegründet. Zum Welterbeobjekt der Erzabtei und ihrer natürlichen Umgebung gehören der Klosterkomplex, die Basilika und Bildungsgebäude ebenso wie die Kapelle Unserer Lieben Frau, die Millenniumskapelle sowie botanische und Kräutergärten. In Fertőd ist das Esterházy-Schloss ein herausragendes Werk der ungarischen Barock-Rokoko-Schlossarchitektur.
Auch die Landschaft lässt sich anhand unterschiedlicher Gebiete einordnen. Das Landschaftsschutzgebiet Pannonhalmi Tájvédelmi Körzet umfasst 8.272 Hektar und hat zwei Schwerpunkträume: das Pannonhalmi-Hügelland und die kalkhaltigen Sandsteppen der Kisalföld. Das Hügelland wiederum besteht aus drei annähernd parallelen Hügelzügen, Szemere, Csanak und Pannonhalma. Die Angaben unterscheiden damit die Größe des Schutzgebiets von der Gliederung seiner Landschaftsräume.
Eine weitere Landschaft ist die Kulturlandschaft Fertő/Neusiedler See. Sie umfasst den westlichsten Steppensee Eurasiens sowie Feuchtgebiete, salzhaltige Böden, Schilfbestände und Uferflächen. Der Neusiedler See bildet den Kern des Nationalparks Fertő-Hanság; der ungarische Teil des Sees steht seit 1977 unter Schutz. Davon zu unterscheiden ist der UNESCO-Welterbestatus der Kulturlandschaft Fertő-táj, den sie am 13. Dezember 2001 erhielt.
Für Naturbeobachtungen auf dem See führt eine Elektrobootfahrt durch Schilfkanäle und Buchten an seiner Westseite. Dabei lassen sich die aquatische Tierwelt, Schilfsänger, Silberreiher, Purpurreiher und verschiedene Enten beobachten. Termine und Buchungsbedingungen können sich ändern; prüfen Sie sie vor einer konkreten Planung. Vom Aussichtspunkt Várhely reicht der Blick nach Nordosten auf Sopron, Sopron-Bánfalva, den Bécsi-domb, den Neusiedler See und die Mosoni-Ebene.
Für Pannonhalma fahren täglich fahrplanmäßige Busse vom Busbahnhof in Győr bis zum Haupteingang der Erzabtei. Prüfen Sie den aktuellen Fahrplan, wenn Sie diese Verbindung einplanen. So lassen sich die regionalen Kultur-, Landschafts- und Naturthemen jeweils mit den passenden konkreten Planungsfragen verbinden.
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