Zum Inhalt

Wenn Sie Karád für einen Aufenthalt auswählen, bietet die Kulturgeschichte mehrere klar voneinander unterscheidbare Zugänge: die besondere Gestaltung der Karádi-Stickerei, eine Sammlung von Volksliedern aus dem Ort und Bauwerke aus verschiedenen Jahrhunderten. So können Sie Ihren Schwerpunkt nach Interesse setzen – auf textile Gestaltung und Musik oder auf die baulichen Zeugnisse Karáds.

Karádi-Stickerei: weiß auf weiß und später farbig

Die ursprüngliche Karádi-Stickerei wurde mit mattem weißem Garn auf weißem Grund gefertigt. Farbige Varianten kamen erst in den 1930er- und 1940er-Jahren hinzu. Dieser Wechsel macht Material und Farbgebung zu einem konkreten Zugang zur lokalen Handwerkstradition: Zunächst prägt der Kontrast zwischen Garn und Grund gerade nicht die Gestaltung, später erweitert Farbe das Erscheinungsbild.

Auch die Entwicklung der Muster erzählt eine eigene Geschichte. In den 1920er-Jahren sammelte Tautner Ilona für die Karádi-Stickerei Muster reich bestickter Männerhemden. Ab 1934 entwarf sie daraus Haushaltstextilien und Kleidungsstücke. Damit lassen sich zwei Schritte auseinanderhalten: die Aufnahme von Motiven aus bestickten Hemden und ihre spätere Gestaltung für andere Textilien und Kleidung. Wer sich für Textilgeschichte interessiert, findet hier nicht nur Angaben zu einer Sticktechnik, sondern auch zu den Mustern und ihrer Weiterentwicklung.

Volkslieder aus Karád

Ein anderer kultureller Zugang führt über die Musik: Kodály Zoltán stellte aus den in Karád gesammelten Volksliedern eine Sammlung mit dem Titel „Karádi Nóták“ zusammen. Neben der Handwerkstradition steht damit eine musikalische Überlieferung, die ausdrücklich mit dem Ort verbunden ist. Die beiden Themen setzen unterschiedliche Akzente – hier Muster, Material und textile Gestaltung, dort Volkslieder und ihre Zusammenstellung. Zusammen geben sie Karád ein Profil, das über einzelne historische Gebäude hinausweist.

Baugeschichte vom Barock bis zum Klassizismus

Die Szent-László-Kirche wurde zwischen 1742 und 1749 im Barockstil erbaut und 1906 um Seitenschiffe erweitert. An ihr lassen sich zwei bauliche Zeitpunkte unterscheiden: die Entstehung der Kirche im 18. Jahrhundert und die spätere Erweiterung. Für einen Blick auf Karáds Baugeschichte ist diese Abfolge besonders anschaulich, weil der ursprüngliche Stil und eine konkrete Veränderung in verschiedenen Jahrhunderten liegen.

Eine andere Epoche repräsentiert die Kopácsy Kúria. Sie wurde in den 1890er-Jahren im klassizistischen Stil erbaut. Ebenfalls zu den historischen Gebäuden gehört die Régi Óvoda: Die Veszprémi Püspökség errichtete das Gebäude um 1804 und war zugleich dessen Eigentümerin. Die drei Baugeschichten lassen sich anhand ihrer Zeitstellung und der überlieferten Stil- beziehungsweise Eigentumsangaben unterscheiden, ohne sie zu einer einzigen Entwicklung zusammenzufassen.

Tájház: Wohnhaus und Volkskunst

Das Karádi Tájház befindet sich in einem volkstümlichen Wohnhaus vom Ende des 19. Jahrhunderts, das seine ursprüngliche Form bewahrt hat. In der Ausstellung werden lokale volkskünstlerische Werte präsentiert. Hier treffen somit zwei Aspekte aufeinander: die überlieferte Form eines Wohnhauses und die gezeigte Volkskunst. Das unterscheidet das Tájház von den Bauwerken, deren überlieferte Angaben vor allem Bauzeit, Stil oder eine spätere Erweiterung hervorheben.

Guba-vár oder Kupa-vár

Auch die Geschichte der Burg Guba-vár beziehungsweise Kupa-vár gehört zu Karáds Kulturthemen. Sie stand im nordwestlichen Teil des Ortes, wird der Árpád-Zeit zugeordnet und in einer Urkunde aus dem 13. Jahrhundert erwähnt. Die beiden Namen, die historische Einordnung und der Urkundenhinweis bilden die wesentlichen Anhaltspunkte für dieses Thema. Anders als bei der Kirche oder der Kúria geht es hier um eine Burg, deren Geschichte über die mittelalterliche Erwähnung greifbar wird.

Für Ihre Auswahl bedeutet das: Karád lässt sich sowohl über einzelne Bauwerke als auch über Handwerk und Volksliedgeschichte erschließen. Die Errichtungszeiten der genannten Gebäude reichen von der Szent-László-Kirche (1742 bis 1749) bis zur Kopácsy Kúria (1890er-Jahre); die Stickereigeschichte wiederum bietet einen eigenen Blick auf Muster und den Wandel von weißer zu farbiger Gestaltung.

Weitere Reiseziele entdecken: Látrány, Ordacsehi, Somogytúr, Fonyod, Visz, Gamás, Somogybabod, Balatonfenyves.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Fonyódi.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.