Die Kulturorte der zugehörigen Gemeinde verbinden vietnamesische Geschichte, religiöse Traditionen und unterschiedliche Bauformen. Nhà Tổng Thận etwa wurde um 1892–1893 im Stil einer französischen Villa errichtet. Im Inneren ist das Haus vietnamesisch eingerichtet; Modelle stellen wichtige Sitzungen des Tỉnh ủy Tân An nach, während Bilder und Objekte Einblicke in Lebensweise und Alltag der früheren Bevölkerung von Tân An geben.
Gedenkorte und Geschichte
Nhà Tổng Thận wurde als erster öffentlich genutzter Sitz des Tỉnh ủy Tân An ausgewählt. Nach dem Sieg der Augustrevolution nahm die provisorische Regierung das Haus in Anspruch und nutzte es öffentlich. Heute dient es der Vermittlung revolutionärer Traditionen an jüngere Generationen in der Provinz Long An und in Südvietnam. Architektur und historische Rolle treffen hier aufeinander: Das Haus erzählt sowohl von seiner französisch geprägten Bauform als auch von politischen Ereignissen in Tân An.
Der Gedenkkomplex Nguyễn Huỳnh Đức ist ein Besichtigungs- und Studienort für historische Architektur, auch für Besucher aus Vietnam und dem Ausland. Zum Komplex gehören ein Tor, ein Grabmal, ein Tempel für Kiến Xương Quận công Nguyễn Huỳnh Đức und ein Haus, in dem Dokumente ausgestellt werden. Das Lăng Nguyễn Huỳnh Đức zählt zu den ältesten erhaltenen historischen Bauwerken in Long An und ist nahezu unversehrt erhalten.
Auch das Long An Museum in der Stadt Tân An erweitert den Blick über einzelne Bauwerke hinaus: Seine zahlreichen Objekte behandeln Geschichte, Kultur und Natur der Provinz. Im mehr als sechs Hektar großen Công viên Tượng đài Long An vermitteln acht Ausstellungsthemen besondere Erfolge und prägende Ereignisse des Widerstands gegen die Vereinigten Staaten. Der Kulturpark gilt als Besichtigungs- und Erholungsort und vermittelt die Geschichte des Widerstands von Land und Bevölkerung Long Ans. Begonnen wurde das Projekt 2005; eingeweiht wurde es am 28. April 2010.
Gemeindehäuser und ihre Bauformen
Đình Khánh Hậu ist ein Dorfgemeindehaus zur Verehrung des Ortsgottes Thành Hoàng bổn cảnh. Es wurde etwa zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet und gilt als Zeugnis der Landerschließung und Siedlungsentwicklung in Khánh Hậu. Das Gebäude diente religiösen und gemeinschaftlichen Zwecken. 1945 war es außerdem ein Ort, an dem die Thanh niên Tiền phong gegründet und ausgebildet wurde und von dem aus sie zum Aufstand in der Provinz Tân An aufbrach.
Bei Đình Bình Lập bewahrt die traditionelle südvietnamesische Architektur drei Gebäudeteile: võ ca, chánh điện und hậu đình. Hinzu kommt eine Tứ-Trụ-Konstruktion. Das Gemeindekultgebäude erhielt außerdem historische und kulturelle Dokumente und Objekte aus dem 19. Jahrhundert. Ein Vergleich mit Đình Xuân Sanh zeigt eine weitere Facette dieser Baufolge: In seiner erneuerten Gestalt besteht es weiterhin aus drei verbundenen Teilen in der traditionellen Reihenfolge võ ca, chánh điện und hậu đình.
Tempel, Austausch und Festtage
Das Quan Thánh Đế miếu, auch miếu Trung Nghĩa genannt, wurde im 19. Jahrhundert von der Hoa-Gemeinschaft mit Unterstützung vietnamesischer Einwohner errichtet. Seine Architektur weist chinesische Merkmale auf; zur Sammlung gehören unter anderem zwei Figurengruppen von Quan Công, eine Figur der Heiligen Mutter, eine Figur des Bổn Đầu Công sowie Glas-, Stoff- und Papierbilder. Der Tempel verbindet diese Elemente mit vietnamesischen Kultureinflüssen und steht für den Austausch zwischen vietnamesischer und Hoa-Bevölkerung in Phường 1 über mehrere Jahrzehnte. Drei alte Tempel – Quan Thánh Đế, Thiên Hậu und Quan Phủ – liegen nebeneinander; das Quan Thánh Đế miếu befindet sich in ihrer Mitte. Ein kleines dreitoriges Tor eröffnet den Blick auf den Bảo-Định-Fluss und führt zu den Tempeln.
Im Đình Khánh Hậu finden jedes Jahr vier wichtige Feste statt: Chạp Miễu Ức am 15. und 16. Tag des 12. Mondmonats, Cầu An am 15., 16. und 17. Tag des 4. Mondmonats, Hạ Điền am 16. Tag des 6. Mondmonats sowie Thượng Điền am 16. Tag des 10. Mondmonats. Örtliche Behörden und zahlreiche Einwohner nehmen daran teil. Im Quan Thánh Đế miếu werden jährlich große Zeremonien zu Ehren von Quan Công abgehalten; außerdem finden dort Wohltätigkeits- und Sozialfürsorgeaktivitäten statt. Da die Festtage nach dem Mondkalender bestimmt werden, prüfen Sie vor einer Reise die Termine des betreffenden Jahres.
Ein weiterer kultureller Bezugspunkt ist der Khánh-Hậu-Trôm am Eingang der Diêu-Quang-Pagode, den die vietnamesische Vereinigung zum Schutz von Natur und Umwelt als nationalen Erbebaum anerkannt hat. Zusammen mit den Gemeindehäusern und Tempeln ergänzt er die historischen Gedenkorte um einen Naturbezug.
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