Yavi verbindet die Geschichte einer kolonialen Hacienda mit einer Kapelle, die ein nahezu intaktes Barockensemble bewahrt. Beim Erkunden des Ortes begegnen Ihnen verschiedene Facetten: die historische Siedlungsstruktur, Häuser aus Lehm und Stroh sowie eine Tradition, die an Karfreitag sichtbar wird.
Yavi als Zentrum einer Hacienda
Yavi entstand in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts als Zentrum der gleichnamigen kolonialen Hacienda. Diese diente überwiegend der Landwirtschaft und Viehzucht. Kleine landwirtschaftliche Flächen bestehen innerhalb von Yavi weiterhin, auch wenn sie in den vergangenen Jahrzehnten kleiner geworden sind. So gehören Landwirtschaft und Siedlungsgeschichte zu den wichtigen Themen des Ortes.
Das historische Zentrum lag am Rand des Río de Casti. Zwei Bauwerke, die mit der kolonialen Hacienda verbunden waren, gliederten den Bereich. Ihre Anordnung bildete einen äußeren Platz im Dialog mit dem Vorhof der Kapelle. Diese räumliche Verbindung hilft, die Hacienda-Geschichte nicht nur als Chronologie, sondern auch anhand der Struktur des historischen Zentrums zu betrachten.
Kapelle, Höfe und Straßen
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts ließen Juan José Fernández Campero y Herrera und Juana Clemencia Bernáldez de Obando die heutige Kirche von Yavi als Palastkapelle errichten. Das Innere der 24 Meter langen Kapelle und der 10 Meter langen Capilla de Ánimas bewahrt ein nahezu intaktes barockes Ensemble aus Kanzel, Retabeln, Bildern und Gemälden. Die beiden Längen und die unterschiedlichen Bestandteile geben dem Kapelleninneren eine besondere architektonische Dimension.
Auch an den Wohngebäuden lässt sich eine klare Anordnung erkennen: Ihre Fassaden richten sich überwiegend zur Straße, während die Innenhöfe dahinter liegen und über Eingangshallen erschlossen werden. Eine der besten Möglichkeiten, Yavi zu erleben, ist ein Spaziergang durch die breiten Straßen. Dabei können Sie Häuser aus Lehm und Stroh betrachten, den dort häufigsten Baumaterialien. So verbindet sich der Blick auf die Straßen mit dem Interesse an der Bauweise und der historischen Siedlung.
Traditionen in Yavi
Am Karfreitag kommen die Doctrinas aus Orten wie Inti Cancha, Suripugio und Yavi Chico nach Yavi. Auf dem Weg singen sie und rezitieren die sieben Schmerzen der Jungfrau Maria. Im übergeordneten Reiseziel Yavi wird die Doctrinas-Tradition von Generation zu Generation weitergegeben und gehört zum immateriellen Kulturerbe der Provinz Jujuy. Diese religiöse Tradition ergänzt den Blick auf die Gebäude um einen kulturellen Bezug, der an einen bestimmten Tag im Kirchenjahr gebunden ist.
Auch ländliche Arbeit gehört zu den möglichen Erfahrungen: Besucher können an Arbeiten teilnehmen, die die Einwohner von Yavi ausüben und an Besucher vermitteln.
Das weitere Reiseziel Yavi
Bei Yavi Chico belegen Petroglyphen an Flussufern eine Besiedlung seit etwa 900 n. Chr. In Yavi Chico befindet sich außerdem die prähispanische Siedlung Antigal de Yavi Chico. Sie liegt dem Ort jenseits des Río Yavi Chico gegenüber; ein etwa 15-minütiger Fußweg führt dorthin. Zum Gelände gehören alte Gräber. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die Wegbedingungen vor Ort.
Eine Wanderung von Yavi Chico nach Yavi folgt dem Lauf der Flüsse Yavi Chico und Yavi und führt durch einen bewaldeten Galeriewald, eine Oase in der Puna. Wenn Sie diese Wanderung einplanen, informieren Sie sich ebenfalls vor Ort über die Wegbedingungen. Die Beschreibung dieses Weges bezieht sich auf das weitere Reiseziel Yavi, nicht allein auf den Ortskern.
Die Mikrorregion Yavi liegt in der argentinischen Puna, einer relativ flachen Hochebene über 3.200 Metern, die von Nordosten nach Südosten von Gebirgsketten durchzogen wird. Über die vollständig asphaltierte Ruta Nacional 9 ist die Mikrorregion mit San Salvador de Jujuy verbunden. Örtliche Straßenverhältnisse können sich ändern; prüfen Sie sie vor der Fahrt.
Zum weiteren Reiseziel gehört auch das Monumento Natural Laguna de los Pozuelos, das als Biosphärenreservat und Ramsar-Gebiet ausgewiesen ist. Zu den Schutzzielen gehören der Schutz des größten Puna-Feuchtgebiets Argentiniens und seiner artenreichen Vogelwelt, darunter Flamingos und wandernde Watvögel. Damit stehen neben der Baugeschichte Yavis auch die Landschaft und der Naturschutz der weiteren Region als eigene Themen zur Auswahl.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Yavi.