Für eine Reise ins Departamento Candelaria bietet sich eine Auswahl aus Naturwegen, Feuchtgebieten, Aussichtspunkten und jesuitisch-guaranischem Erbe. Die Ziele unterscheiden sich auch ganz praktisch: Länge, Schwierigkeitsgrad und Wegart helfen dabei, Aktivitäten nach den eigenen Interessen einzuordnen.
Wege im Parque Federal Campo San Juan
In der Gemeinde Santa Ana führt der Sendero al Cerro Bella Vista als leichter Hin- und Rückweg über 3.200 Meter zum höchsten Punkt des Parque Federal Campo San Juan. Am Ende liegen zwei Beobachtungsstellen. Der Sendero del Bañado Yacutinga ist dagegen ein 850 Meter langer Rundweg mittleren Schwierigkeitsgrads. Seine zwei Vogelbeobachtungsstellen liegen am Rand des Feuchtgebiets; zum Rundweg gelangt man vom Hauptweg oder vom historischen Haupthaus aus.
Der Sendero al Ingenio ist insgesamt 2.700 Meter lang und kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad begangen werden. Er führt zu einem Aussichtspunkt mit den Überresten eines Schornsteins des Ingenio Azucarero San Juan. Der Sendero a la Cascada ist mit 35 Metern deutlich kürzer und als leicht eingestuft. Ob der Wasserfall zu sehen ist, hängt von der Wasserführung des Arroyo Yacutinga ab; Baden ist dort nicht erlaubt.
Ein weiterer Weg, der Sendero al Río Paraná, führt zu einem Aussichtspunkt an der Küste des Parks. Von dort reicht der Panoramablick über die Küste des Parks und Paraguay. Die Angaben zu Länge, Schwierigkeit und Fortbewegungsart machen die Wege vergleichbar, ohne sie zu einem einzigen Ausflug zusammenzufassen.
Naturräume und Artenschutz
Im Cañadón de Profundidad liegt ein seit 1992 geschütztes Naturgebiet von 19 Hektar mit geologischen Formationen, Wald und Wasserfällen. Der Sendero Ombú dauert ungefähr 20 Minuten. Auch für den selbstgeführten Sendero Guabiyú ist eine ungefähre Dauer von 20 Minuten angegeben. So stehen im selben Naturgebiet zwei benannte Wege mit ähnlicher Zeitangabe zur Auswahl; beim Guabiyú gehört das selbstgeführte Format ausdrücklich dazu.
In der Gemeinde Candelaria umfasst der Parque Ecológico „El Puma“ 25 Hektar. Das Mehrzweck-Naturschutzgebiet dient dem Naturschutz, der nachhaltigen Produktion, der wissenschaftlichen Forschung, der Umweltbildung und der Erholung. Seit dem Jahr 2000 beherbergt es ein Zentrum, das einheimische Wildtiere betreut, rehabilitiert und wieder auswildert.
Im weiteren regionalen Umfeld erstreckt sich die Reserva Natural Urutaú über Candelaria, Profundidad und Garupá. Sie umfasst 1.270 Hektar in der Ökoregion Campos y Malezales. Dort wurden 271 Vogelarten erfasst, darunter der capuchino pecho blanco (Sporophila palustris) und der tordo amarillo (Xanthopsar flavus); beide Arten sind international vom Aussterben bedroht.
Waldwege und Schmetterlinge auf dem Cerro Santa Ana
Der Parque Temático de la Cruz liegt auf dem Cerro Santa Ana in 360 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Das 57,5 Hektar große Gelände umfasst einheimischen Wald der Provinz Misiones, Wasserquellen, heimische Baumarten, Vögel der Region und natürliche Aussichtspunkte. Ein 600 Meter langer Weg führt durch den Wald und bietet eine interpretative sowie eine religiöse Variante; letztere umfasst sieben Kreuzwegstationen.
Im Mariposario können Besucher Schmetterlinge im Flug beobachten und ihren vollständigen Lebenszyklus kennenlernen. Für die Anfahrt ist außerdem relevant, dass der Zugang zum Park nahe der Kreuzung von Ruta Nacional Nr. 12 und Ruta Provincial Nr. 103 vollständig asphaltiert ist.
Jesuitisch-guaranisches Erbe und historische Wege
Das Conjunto Jesuítico Guaraní de Santa Ana gehört zum grenzüberschreitenden Welterbe „Jesuit Missions of the Guaranis“. Zu diesem Welterbe zählen neben Santa Ana die Ruinen von São Miguel Arcanjo in Brasilien sowie in Argentinien die Ruinen von San Ignacio Miní, Nuestra Señora de Loreto und Santa María la Mayor. Santa Ana lässt sich damit als Teil eines Welterbes einordnen, dessen Bestandteile in zwei Ländern liegen.
Die Ruta Belgraniana in Misiones ist durch das Provinzgesetz VI Nr. 318 festgelegt und verläuft heute auf der RP 204 zwischen Candelaria und San José. Historisch verband die Route die guaraní-jesuitischen Reduktionen Nuestra Señora de Candelaria und San José über Zwischenstationen. Dazu gehörte die Kapelle San Cristóbal im heutigen Profundidad. Die Route reicht über das Departamento hinaus; für die Reiseplanung ist daher ihre regionale Ausdehnung mitzudenken.
In der Gemeinde Candelaria zählen auch die Reducciones de Nuestra Señora de Candelaria und die Costanera Andrés Guacurarí zu den Sehenswürdigkeiten. Zusammen mit den Wegen in Santa Ana und den Naturgebieten in Profundidad und Candelaria zeigen sie, wie unterschiedlich die lokalen Themen sind: historische Orte, Landschaft und Artenschutz lassen sich getrennt betrachten oder als verschiedene Schwerpunkte einer Reise auswählen.
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