Alt-Ashtarak verbindet Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit schmalen Gassen, einem kleinen Kanal und Kirchen verschiedener Bauzeiten. Dazu kommen ein Hausmuseum am Geburtsort des Schriftstellers Perch Proshyan, eine lange Weinbautradition und der Blick von der Brücke von Ashtarak in die Kasagh-Schlucht. Für die Wahl des Reiseziels bietet sich damit ein Schwerpunkt auf Ortsgeschichte, Architektur oder die Verbindung von Kulturerbe und Landschaft.
Kirchen und Brücken aus verschiedenen Jahrhunderten
Zu den historischen Kirchen, mit denen Ashtarak verbunden ist, zählen Karmravor aus dem 7. Jahrhundert, Tsiranavor aus dem 5. Jahrhundert und Spitakavor aus dem 13. Jahrhundert in Berdatagh. Auch die Kirche des heiligen Sargis stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die unterschiedlichen Datierungen geben der Sakralarchitektur einen breiten zeitlichen Rahmen. Karmravor zeichnet sich durch roten Tuffstein und markante Architektur aus. Tsiranavor gilt als eine Kirche, die aus einem antiken heidnischen Tempel hervorgegangen ist.
Eine lokale Legende verbindet Karmravor, Tsiranavor und Spitakavor mit drei Schwestern und Prinz Sargis. Sie ergänzt die baulichen Merkmale um eine eigene Erzählung des Ortes. Auch Brücken aus dem 10. Jahrhundert und von 1664 gehören zum historischen Ortsbild. Von der Brücke von Ashtarak aus bietet sich der Blick auf die Kasagh-Schlucht.
Alt-Ashtarak und seine Wohnhäuser
In der Altstadt prägen Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert das Bild. Schmale, gepflegte Gassen werden von einem kleinen Kanal durchzogen. An Balkonen und Veranden finden sich hölzerne Bögen und Geländer. Viele der Balkone wurden so gebaut, dass sie die kühle Luft aufnehmen, die vom Canyonboden aufsteigt. Die Bauweise verbindet damit sichtbare Details aus Holz mit einer konkreten Antwort auf die örtlichen Bedingungen.
Wer sich für die gewachsene Architektur interessiert, kann auf die Unterschiede zwischen den Häusern, ihren Vorbauten und den engen Gassen achten. Balkon und Veranda sind dabei nicht bloß einzelne Schmuckelemente: Ihre Bögen und Geländer gehören zu den wiederkehrenden Merkmalen der Altstadt. Der Kanal, der durch die Straßen läuft, ist ein weiteres charakteristisches Detail des Viertels.
Das Perch-Proshyan-Hausmuseum
Das Perch-Proshyan-Hausmuseum wurde 1948 am Geburtsort des Schriftstellers in Ashtarak gegründet. Es liegt in Alt-Ashtarak in der Nähe der Kirchen Karmravor, Tsiranavor und Spitakavor sowie der alten Brücke über den Kasagh. Damit verbindet das Museum Ortsgeschichte und Literaturgeschichte mit einem Standort, der mehrere der bekannten historischen Bauwerke der Stadt berührt.
Zum Museum gehören ein Keller und ein Tandoorraum. Dort befinden sich Haushaltsgegenstände und Tafelgeschirr aus dem 18. und 19. Jahrhundert, darunter Objekte aus Kupfer, Ton und Holz. Diese Sammlung lenkt den Blick vom äußeren Erscheinungsbild der Altstadt auf materielle Dinge des damaligen Haushalts. Zusammen mit der Gründung am Geburtsort Proshyans ergibt sich ein eigener Zugang zur Geschichte Ashtaraks: über das Leben und die Gegenstände, die mit dem Schriftsteller und seiner Zeit verbunden sind.
Landschaft, Weinbau und regionale Traditionen
Die Umgebung Ashtaraks ist von einem Mosaik aus Weinbergen und Obstgärten geprägt. Eine lange Weinbautradition gehört ebenfalls zur Region. Wer sich für die Verbindung von Landschaft und lokaler Kultur interessiert, findet hier neben den Kirchen und Wohnhäusern ein weiteres Thema für die Beschäftigung mit dem Ort. Ein Wasser- und Bewässerungssystem im Raum Ashtarak zählt zu den Sehenswürdigkeiten; es gilt als urartäisch und etwa 3.000 Jahre alt.
Mit Ashtarak und der Region Aragatsotn verbunden sind auch Meisterkurse zum Backen von Gata und Lavash sowie zur Herstellung von Sujukh und Arishta. Das konkrete Besucherangebot kann sich ändern. Wenn Sie einen Kurs in Ihre Reise einplanen möchten, prüfen Sie daher vorab das jeweilige Angebot.
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