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In Ararat liegen unterschiedliche Entdeckungen nebeneinander: ein Ramsar-Feuchtgebiet als Korridor für Zugvögel, archäologische Spuren mehrerer Epochen und Landschaften, die von Stauseen und Obstgärten geprägt sind. Khor Virap und Dvin setzen dabei ganz eigene Akzente; dazu kommen Klöster, Festungsreste und Einblicke in regionale Handwerkstraditionen.

Feuchtgebiet, Vogelwelt und Stausee

Das Khor-Virap-Schutzgebiet ist ein 50,28 Hektar großes Ramsar-Feuchtgebiet in der Provinz Ararat. Der Lebensraum dient mehr als 100 Wasservogelarten als Migrationskorridor; 30 Arten brüten dort. Auch der Gemeine Otter findet im Schutzgebiet Lebensraum. In Armeniens Rotem Buch wird die Art als bedroht geführt. Das macht Khor Virap zu einem Naturthema, das sich deutlich von der religiösen und historischen Bedeutung des gleichnamigen Klosters unterscheidet.

Eine andere Landschaft zeigt der Azat-Stausee: Er liegt unterhalb des lehmfarbenen Berges Yeranos und hat geschwungene Uferlinien mit Blick auf den Berg Ararat. Am Stausee gibt es Möglichkeiten für Wassersport, darunter Stand-up-Paddling, sowie für Gleitschirmfliegen. Auch am Azat-Stausee und an weiteren Stauseen in Ararat ist Vogelbeobachtung möglich. April, Mai und September gelten dafür als günstige Zeiträume; die Bedingungen können variieren.

Dvin und die Geschichte des Landes

Dvin ist eine aktive archäologische Stätte. Besucher können dort Fundamente von Bauwerken sehen, die mit einer der alten Hauptstädte Armeniens verbunden sind. Ein Palast entstand, als Dvin als Hauptstadt Armeniens diente. Zu den freigelegten Überresten zählen außerdem ein heidnischer Tempel, eine Zitadelle, ein Marktplatz und ein Zollhaus.

Auch Khor Virap verbindet Landschaft und Geschichte. Der Ort liegt im Ararat-Tal auf dem Gebiet der antiken Stadt Artaxiata. Das Kloster Khor Virap ist ein bedeutender religiöser Ort, der mit der frühen Annahme des Christentums in Armenien verbunden ist; von dort gibt es Ausblicke auf den Berg Ararat. Wer sich für weitere Sakral- und Wehrbauten interessiert, findet in der Region unterschiedliche Epochen: Das Kloster Sankt Karapet im Urts-Gebirge ist mit der Dynastie der Orbelian verbunden und stammt ungefähr aus dem Beginn des 14. Jahrhunderts. Die Tapi-Festung, auch Gevorg-Marzpetuni-Festung genannt, geht auf das 10. Jahrhundert zurück. Zu ihren baulichen Überresten gehören mittelalterliche Wohnbauten, Gewölbebauten und eine Kirche aus dem 13. Jahrhundert.

Handwerk eröffnet einen anderen Zugang zum regionalen Alltag. Yuva ist mit traditioneller Töpferei und der Herstellung von Tonir-Öfen verbunden. In Dashtavan können Sie Tonir-Herstellern bei der Arbeit zusehen. Am 25. Dezember 2025 legte die Regierung Armeniens touristische Zentrumscluster in Ararat fest: für Dvin, für Old Artashat mit Khor Virap sowie für Vedi mit Urtsadzor, dem Vedi-Stausee und der Tapi-Festung.

Obst, regionale Küche und Wein

Ausgedehnte Obstgärten prägen Ararat. Zu den angebauten Früchten zählen Aprikosen, Pfirsiche, Birnen, Äpfel, Pflaumen und Maulbeeren. Saisonale Stände am Straßenrand bieten frisches Obst sowie Trockenfrüchte und Marmeladen an. In der regionalen Küche gehören Sommer-Tolma, Grillgerichte und Khashlama ebenso zu den genannten Speisen wie Pilaw mit Trockenfrüchten, Pilaw aus Emmerweizen und Fasten-Tolma.

Auch Wein ist Teil des regionalen Bildes, ohne dass sich Ararat auf einen einzigen Genuss-Schwerpunkt reduzieren lässt. Mit dem Gebiet verbunden sind die Rebsorten Mskhali, Kakhet, Karmrahyut und Garan Dmak; mehrere Weingüter bieten Erlebnisse rund um lokalen Wein. Zusammen mit den Obstgärten und saisonalen Ständen macht diese Vielfalt die landwirtschaftliche Seite der Region greifbar. Im übergeordneten Reiseziel Armenien zeigt sich die Bedeutung des Ararat-Tals auch in zwei Zahlen: Es erzeugt 40 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion des Landes und nimmt zugleich 4 Prozent seiner Fläche ein.

Aktivitäten und praktische Orientierung

Für Khor Virap ist eine Anreise mit dem öffentlichen Bus in Richtung Artashat oder Pokr Vedi möglich; ab der Kreuzung geht es zu Fuß weiter. Prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan. Im Khosrov-Wald erfolgt der Zugang geführt: Zertifizierte Guides begleiten Besucher auf den Routen des Schutzgebiets. Bei Vedi bietet Angel’s Canyon einen ungefähr 11 Kilometer langen Rundweg; unterwegs besteht die Möglichkeit, Adler und Schildkröten zu beobachten. Hell’s Canyon gilt als beliebter Ort zum Klettern und liegt in einer Landschaft mit hohen, schmalen Schluchten. So stehen unterschiedliche Interessen nebeneinander: archäologische Entdeckungen, religiöse Bauwerke, Vogelbeobachtung und Bewegung in der Landschaft.

Weitere Reiseziele entdecken: Shahumyan, Argavand, Urtsadzor, Ayntap, Yerevan, Sjunik, Wajoz Dsor, Aragatsotn.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Armenien.

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