Kortenberg verbindet die Geschichte der Abtei mit Wegen durch Feuchtgebiete und Wälder. Für die Wahl des Aufenthalts lohnt ein Blick darauf, ob eher Kulturerbe, Naturbeobachtung oder eine bestimmte Weglänge den Ausschlag gibt: Die Möglichkeiten reichen von einem Park mit Sitzplätzen über kurze Spazierwege bis zu längeren Lauf- und Wanderrouten. So lässt sich das Programm nach den eigenen Interessen zusammenstellen.
Abteigeschichte und kirchliches Kulturerbe
Die Abtei von Kortenberg steht seit 1222 an ihrem heutigen Standort. Am 27. September 1312 unterzeichnete Herzog Jan II. von Brabant dort das Charter von Kortenberg. Es begründete einen ständigen Rat beziehungsweise ein Parlament mit vier Adligen und zehn Vertretern der Städte Leuven, Brüssel, Antwerpen, ’s-Hertogenbosch, Tienen und Zoutleeuw. Damit verbindet sich die lange Standortgeschichte der Abtei mit einer konkreten politischen Vereinbarung. 2005 wurde sie durch einen flämischen Ministerialbeschluss als geschütztes Denkmal ausgewiesen.
Der Park der Oude Abdij van Kortenberg ist seit Ende 2010 öffentlich zugänglich. Unter alten Bäumen gibt es Sitzplätze mit Blick auf das Abteigebäude oder den Teich – ein eigener, ruhigerer Akzent neben den historischen Themen. De Bouwerij ergänzt das Bild um die landwirtschaftliche Nutzung des Abteigeländes: Der Pachthof für den Ackerbau lag innerhalb der Mauern der Abtei. Das heutige Gebäude soll aus dem Jahr 1732 stammen.
Auch die Kirchen bieten konkrete kunst- und ortsgeschichtliche Anknüpfungspunkte. Die Onze-Lieve-Vrouwekerk von Kortenberg besitzt ein steinernes Taufbecken aus dem 17. Jahrhundert mit Kupferdeckel sowie eine spätgotische Madonna aus der Zeit um 1500. Die Sint-Amanduskerk in Erps war ein Wallfahrtszentrum, an dem besonders die heilige Barbara, der heilige Marcoen und der heilige Cornelius verehrt wurden. In der Sint-Petruskerk van Kwerps befindet sich eine denkmalgeschützte Orgel, die Pfarrer Delvaux 1791 aus der Kirche von Diegem kaufte; die Kirche war außerdem ein Wallfahrtsort der heiligen Katharina. Das neue Pfarrhaus von Meerbeek ließ die Abtei von Affligem 1741 errichten.
Feuchtgebiete, Wald und Tierwelt
Das Silsombos ist ein Feuchtgebiet mit einer vielfältigen Landschaft. Weesbeek, Zuurbeek und Molenbeek fließen hindurch zur weiter nördlich gelegenen Dijle. An mehreren Stellen erleichtern Bohlenwege das Wandern. Auch Pflanzen- und Vogelwelt sind konkrete Themen des Gebiets: Hier blühen sieben Orchideenarten; zu den vorkommenden Vögeln zählen Nachtigallen, Schilfrohrsänger, Singdrosseln und Blaukehlchen.
Für eine kürzere oder längere Runde im Silsombos stehen drei ausgeschilderte Wege zur Wahl: die rote Wanderung über 3,2 Kilometer, die Erdgas-Naturwanderung über 6,2 Kilometer und die Olmenhoekwandeling über 2,2 Kilometer. Die unterschiedlichen Distanzen helfen bei der Entscheidung, wie viel Wegstrecke in den Tag passen soll. Das Warandebos setzt einen anderen landschaftlichen Akzent: Das Waldgebiet ist etwa 70 Hektar groß. Höhenunterschiede und verschiedene Böden tragen zu seiner reichen Flora bei. Der Eiskeller im Wald dient heute Fledermäusen als Überwinterungsplatz.
Rotte Gaten ist ein feuchtes Bruchwald- und Sumpfgebiet nahe dem Ortskern von Meerbeek, mit nassen Wäldern, sumpfigem Grünland und Mooren. Eisvögel brüten dort zwischen den Wurzeln umgestürzter Bäume. Für Wandernde verbindet die Heuvelkantwandeling mehrere Landschaftseindrücke in einer Route: Sie führt durch Felder und Wälder, erreicht einen Aussichtspunkt mit Blick über das Dorf, passiert den Spiel- und Picknickplatz ’t Vossenhol und führt anschließend durch das Eikenbos und Rotte Gaten.
Wege nach Länge und Art auswählen
Wer gezielt eine Rundwanderung sucht, findet im Naturgebiet Molenbeekvallei einen ausgeschilderten 5-Kilometer-Weg. Er beginnt am Parkplatz bei der Kirche von Beisem. Das Troostpad ist ebenfalls eine Runde, verläuft aber auf ruhigen Fußwegen: von der Troststätte in Everberg zur Troststätte im Pfarrhaus von Meerbeek und zurück. Für eine kurze Bewegungspause gibt es die 1 Kilometer lange Beweegroute mit 15 Tafeln, die einfache Übungen für Ausdauer, Gleichgewicht und Kraft zeigen. Sie ist frei zugänglich; Sportkleidung ist nicht erforderlich.
Auch bei den Laufstrecken unterscheiden sich Markierung und Umfang. Die Laufstrecken in Kortenberg sind mit farbigen Wegweisern und Symbolen in Form laufender Dreiecke markiert. Die digitale Laufroute 30.70 dagegen ist eine 30,70 Kilometer lange Runde durch die gesamte Gemeinde; sie ist nicht ausgeschildert und wird per GPS verfolgt. Die ausgeschilderten Wanderungen werden digital über die Gemeindeseite angeboten und lassen sich ausdrucken oder auf ein GPS-Gerät herunterladen. So können Sie vorab zwischen einer markierten Wanderung, einem kurzen Spazierweg und einer längeren GPS-Runde unterscheiden.
Weitere Reiseziele entdecken: Erps-Kwerps, Walhain, Holsbeek, Jette, Vilvoorde, Villers-La-Ville, Oud-Heverlee, Merchtem.
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