In Tienen stehen Kirchenkunst, Erinnerungsorte und Archäologie neben Natur- und Freizeitangeboten. Das macht die Stadt für Reisende interessant, die Kultur nicht auf ein einzelnes Bauwerk reduzieren möchten: Die Themen reichen von jahrhundertealter Baugeschichte über die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg bis zu gallorömischen Funden. Auch die Landschaft und verschiedene Aktivitäten setzen eigene Akzente. Mit diesen Unterschieden können Sie planen, welche Seiten Tienens Ihren Aufenthalt prägen sollen.
Kirchenkunst und Baugeschichte
Die Sint-Germanuskerk erzählt fast neun Jahrhunderte Baugeschichte. In ihrem Turm hängt das originale Glockenspiel von Willem Witlockx mit 54 Glocken; es zählt zu den größten des Landes. So stehen an dieser Kirche zwei unterschiedliche Aspekte im Mittelpunkt: die lange Entwicklung des Bauwerks und ein besonderes Instrument mit einem klar benannten Schöpfer und einer konkreten Größe.
Die Onze-Lieve-Vrouw-ten-Poelkerk eröffnet eine andere Perspektive auf die Architektur Tienens. Sie gilt als Wiege der Brabanter Hochgotik, besitzt zugleich aber barocke Ausstattung mit Altären und Beichtstühlen. In der Kirche befindet sich außerdem das Gemälde „De Kruisverheffing“ aus dem Jahr 1635, das aus dem Atelier von Antoon van Dyck stammt. Gotische Einordnung, barocke Details und die Werkstattzuschreibung des Gemäldes bieten verschiedene Anknüpfungspunkte für einen kunst- und architekturgeschichtlichen Blick auf die Stadt.
Gedenken und Archäologie
Die Necropolis von Grimde ist eine Gedenkstätte des Ersten Weltkriegs in der ehemaligen Sint-Pieterskerk aus dem 13. Jahrhundert. Dort wurden 140 belgische Soldaten bestattet, die 1914 bei den Kämpfen um Grimde gefallen waren. Schlichte Gräber und besondere Glasfenster prägen den Ort; seine historische Atmosphäre lädt zur Besinnung ein. Damit verbindet die Gedenkstätte einen konkreten historischen Anlass mit der Geschichte eines Kirchengebäudes.
Das Museum Het Toreke ist im ehemaligen Stadtgefängnis am Grote Markt untergebracht, das 1848 erbaut wurde. Es zeigt Funde aus dem Grijpenveld, einer der größten gallorömischen archäologischen Stätten des Benelux-Raums. Für die thematische Orientierung ist der Kontrast aufschlussreich: In Tienen reicht die Geschichte, die Besucher entdecken können, von den Ereignissen des Ersten Weltkriegs bis zu archäologischen Funden aus gallorömischer Zeit. Das Museum verbindet seine Ausstellungsinhalte dabei mit der Geschichte des Gebäudes, in dem es untergebracht ist.
Natur und Radroute
Außerhalb des Zentrums liegt das Vianderdomein, ein grünes und blaues Naturgebiet und das grün-blaue Herz der Stadt. Es setzt einen anderen Akzent als die Kirchen und historischen Orte: Hier steht die Landschaft im Vordergrund. Wer Tienen nicht nur über Bauwerke und Geschichte betrachten möchte, findet im Vianderdomein einen eigenen Naturbezug.
Auch die Grote Geteroute führt durch eine Landschaft, die sich klar benennen lässt: durch die Getevallei mit offenen Feldern und feuchten Tälern. Teilweise verläuft die Route über die IJzerenweg, einen autofreien Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Tienen und Diest. Die beiden Namen bezeichnen dabei nicht dasselbe: Die Grote Geteroute nutzt den Radweg nur auf Teilen ihres Verlaufs. Für die Einordnung der Route sind somit sowohl diese Verbindung zur früheren Bahntrasse als auch die Landschaft der Getevallei wichtige, voneinander unterscheidbare Hinweise.
Aktivitäten mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Bei einem Besuch der Brouwerij Vissenaken erhalten Gäste eine ausführliche Erklärung des handwerklichen Brauprozesses. Das Brauen wird mit allen fünf Sinnen erlebt: Sehen, Riechen, Fühlen, Hören und Schmecken gehören dazu. Der Schwerpunkt liegt damit auf dem Herstellungsprozess und seiner sinnlichen Wahrnehmung, nicht allein auf einem einzelnen Endprodukt.
Auf der Deboeshoeve können Besucher Hoftiere kennenlernen und versorgen, etwa durch Streicheln, Füttern und Bürsten. Außerdem bietet die Deboeshoeve eine beheizte Planwagenfahrt mit einer Hebebühne für Rollstuhlfahrer. Tierpflege und Fahrt sind unterschiedliche Angebote; die konkrete Ausstattung der Fahrt lässt sich so ebenso berücksichtigen wie das Interesse am Umgang mit den Hoftieren.
Heldenland setzt einen weiteren, aktiveren Akzent: Dort gibt es einen fünf Meter hohen Kletter- und Rutschturm sowie eine 25 Meter lange Deathride. Hohe Metallkonstruktionen aus wiederverwendetem Industriematerial gehören ebenfalls zur Anlage. Die Maße geben einen konkreten Eindruck von den beiden genannten Herausforderungen, während das Material der Konstruktionen einen zusätzlichen eigenen Aspekt darstellt. Insgesamt unterscheiden sich die Erlebnisse in Tienen deutlich – von Kunst und Gedenken über Natur und Radroute bis zu Brauprozess, Hoftieren und Freizeitangeboten.
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