Thuin verbindet mittelalterliches Erbe, eine außergewöhnliche Terrassenlandschaft und Technikgeschichte. Der Beffroi gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hinzu kommen Kunst im Ort, Museen zur Binnenschifffahrt und Straßenbahn sowie ein Haus für traditionelles Druckhandwerk. Damit finden Sie hier verschiedene Anknüpfungspunkte für eine Reise, die Stadtgeschichte, Landschaft und Technik nach Ihren Interessen gewichtet.
Die Hängenden Gärten: Befestigung, Terrassen und Wein
Die Hängenden Gärten gingen aus den Befestigungsanlagen der Stadt hervor und wurden später als Nutzgärten bewirtschaftet. Die im 10. Jahrhundert angelegte Anlage umfasst 210 nach Süden ausgerichtete Terrassen, die von Steinmauern gestützt werden. Das Mikroklima begünstigt dort eine außergewöhnliche Flora. So verbindet der Ort die Geschichte der Befestigungen mit der späteren Nutzung der Flächen für den Anbau.
Geführte Besichtigungen der Hängenden Gärten schließen den Weinberg ein, in dem der Clos des Zouaves erzeugt wird. Der Weinberg liegt auf neun Parzellen der Gärten; der Wein wird seit 2012 als vin doux naturel hergestellt. Für Besucherinnen und Besucher mit Interesse an Weinbau verbindet die Führung damit die Kulturlandschaft mit einer konkreten lokalen Produktion.
Stadt, Landschaft und Kunst erkunden
Die mittelalterliche Stadt können Sie auf einem markierten Rundgang oder im Rahmen einer geführten Gruppenbesichtigung erkunden. Das sind zwei unterschiedliche Formate, die Geschichte des Ortes kennenzulernen. Der RAVeL-Weg bietet einen anderen Schwerpunkt: Er führt durch malerische Dörfer, Landschaften und Wälder und eignet sich für Radfahrer, Jogger und Spaziergänger. So können Sie danach wählen, ob Ihr Augenmerk auf dem mittelalterlichen Stadtrundgang oder auf einer Route durch verschiedene Landschaften liegt.
Der Parcours FLUIDE präsentiert seit 2015 dauerhafte zeitgenössische Kunstwerke in den Straßen von Thuin, in den Hängenden Gärten und im Bois du Grand Bon Dieu. Dieses Waldgebiet umfasst 15 Hektar und ist durch religiöse Bauwerke sowie historische Überreste geprägt. Kunst, Natur und Geschichte begegnen Ihnen hier als unterschiedliche Themen desselben Ortes, ohne dass daraus eine gemeinsame Route abgeleitet werden muss.
Thuins Technik- und Handwerksgeschichte
Die Museumsschute Thudo liegt in Thuin vor Anker. Das Schiff wurde 1930 gebaut, ist 38 Meter lang und transportierte Kohle auf den belgischen Wasserwegen. Als Museumsschute vermittelt es einen konkreten Bezug zur Geschichte des Gütertransports auf dem Wasser.
Im Straßenbahnmuseum ASVI können Sie eine Fahrt mit einer historischen Straßenbahn unternehmen und restaurierte Fahrzeuge sehen. Dazu zählen die Meterspurlokomotive Tubize von 1888 und die erste elektrische Straßenbahn Belgiens von 1901. Die beiden Beispiele setzen unterschiedliche Akzente: eine Meterspurlokomotive und ein früher elektrischer Straßenbahnwagen.
Das lebendige Ecomuseum Maison de l’Imprimerie bietet Besichtigungen und Workshops zur traditionellen Papierherstellung, Typografie, Gestaltung, Druckgrafik, Holzgravur, Kalligrafie und Buchmalerei an. Das Spektrum reicht damit vom Papier als Material bis zu Druck- und Gestaltungstechniken. Wenn Sie sich für Handwerk interessieren, können Sie zwischen einer Besichtigung und einem Workshop wählen.
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