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Für eine Kulturreise nach Tournai stehen mittelalterliche Bauwerke, moderne Kunst und Puppentheatertraditionen nebeneinander. Die Kathedrale Notre-Dame und der Belfried erschließen unterschiedliche Kapitel der Stadtgeschichte; im Museum der Schönen Künste treffen eine Sammlung moderner Kunst und ein Bau von Victor Horta aufeinander. Hinzu kommen Naturkunde, Angebote rund um Marionetten sowie Rad- und Outdoor-Erlebnisse. Bei der Reiseplanung können Sie abwägen, ob Architektur, Sammlungen oder Aktivitäten den Schwerpunkt bilden.

Mittelalterliche Bauwerke und Stadtgeschichte

Die Kathedrale Notre-Dame ist ein mittelalterliches Bauwerk und seit 2000 als UNESCO-Welterbe eingetragen. Der Belfried wurde im 12. Jahrhundert errichtet; er ist der älteste Belfried Belgiens und ebenfalls als UNESCO-Welterbe eingetragen. Beide Bauwerke eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Geschichte: Die Kathedrale steht für mittelalterliche Architektur, während der Belfried die kommunalen Freiheiten symbolisiert. Historisch diente er als Wachturm, Gefängnis, Glockenturm und Rathaus. Diese verschiedenen Aufgaben machen seine Stadtgeschichte anschaulich: Der Belfried war nicht nur Glockenturm, sondern übernahm mehrere Funktionen im öffentlichen Leben.

Kunstsammlung und Architektur von Victor Horta

Das Museum der Schönen Künste in Tournai besitzt die Sammlung moderner Kunst des Brüsseler Mäzens Henri Van Cutsem. Dazu zählen die einzigen beiden in Belgien ausgestellten Werke von Manet. Auch das Museumsgebäude bietet einen eigenen Zugang zur Kunstgeschichte: Es wurde von Victor Horta entworfen (1907–1928) und veranschaulicht den Übergang vom Jugendstil zur Moderne mit Art-déco-Einflüssen. Sammlung und Bau lassen sich als zwei unterschiedliche Schwerpunkte betrachten – die Kunstwerke und ihre Sammlungsgeschichte einerseits, der Stilwandel in der Architektur andererseits.

Puppentheater und Naturkunde

Im historischen Zentrum präsentiert die Maison de la Marionnette europäische sowie afrikanische und asiatische Puppentheatertraditionen. Das Centre de la Marionnette bietet Wechselausstellungen, kreative Workshops, Aufführungen, Kurse und Weiterbildungen für Kinder und Erwachsene; pädagogische Angebote gibt es auf Anfrage. So begegnen Sie dem Thema Puppentheater sowohl über die verschiedenen Traditionen als auch über Veranstaltungen und praktische Formate.

Einen anderen Blick auf Sammlungen bietet das Naturkundemuseum von Tournai. Es bewahrt ein Kuriositätenkabinett aus dem 19. Jahrhundert und eine Galerie mit seltenen präparierten Tieren. Im Vivarium werden lebende Fische, Vogelspinnen, Amphibien und Reptilien in nachgebildeten Lebensräumen gehalten. Historische Sammlungsstücke, Präparate und lebende Tiere stehen damit für verschiedene Arten, Naturkunde zu präsentieren.

Radroute und Outdoor-Erlebnisse

Ecopark Adventures verfügt über vier Seilrutschen mit einer Länge von mehr als 333 Metern, die als die längsten Belgiens beschrieben werden. Zusätzlich gibt es 16 Kletterparcours, die für Kinder ab fünf Jahren geeignet sind. Die konkrete Altersangabe bezieht sich auf die Parcours und kann Ihnen bei der Planung mit Kindern Orientierung geben.

Die Radroute „Bike & Beer“ vermittelt belgische Brauereikultur. Sie führt vom Standort de l'Orient unter anderem zu den Obstgärten von Barry, zum Grand Large de Péronnes und zum historischen Fontenoy, dann durch die Landschaft des Tournaisis bis zur Brauerei Dubuisson. Damit richtet sich die Route an Reisende, die eine Radtour mit Brauereikultur und den benannten Stationen der Region verbinden möchten.

Anreise mit der Bahn

Der Bahnhof von Tournai wird regelmäßig aus Mouscron, Lille, Kortrijk, Brüssel, Mons, Charleroi, Namur und Lüttich bedient. Prüfen Sie vor der Abfahrt die Verbindung für Ihren Reisetag, denn Bahnverbindungen können sich ändern.

Weitere Reiseziele entdecken: Mont-Saint-Aubert, Marquain, Kain, Blandain, La Louvière, Merbes-Le-Château, Sivry-Rance, Hensies.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Hennegau.

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