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In Spa erzählen Quellen und Bauwerke gemeinsam von der Geschichte des Kurorts. Zugleich reicht das Angebot von warmen Mineralwasserbädern bis zu Spazierwegen und Museen. So lässt sich der Aufenthalt nach unterschiedlichen Interessen gestalten: Wer die Kurtradition in den Mittelpunkt stellt, findet sie sowohl im UNESCO-Welterbe als auch an einzelnen Quellen und historischen Orten wieder.

Kurgeschichte und Bauwerke in Spa

Spa ist eine der elf Teilstädte des UNESCO-Welterbes The Great Spa Towns of Europe. Dessen städtebauliche Geschichte entwickelte sich rund um Mineralwasserquellen. Die Anlagen der Kurstädte verbinden heilende und therapeutische Funktionen mit Freizeit und gesellschaftlichem Leben. In Spa wird dieser Zusammenhang an Orten mit ganz unterschiedlichem Charakter greifbar: an Quellen, in Parks und in Bauwerken.

Der Pouhon Pierre le Grand verbindet die Quelle mit der Architektur und der Geschichte der Kurgäste. Das Gebäude ließ Victor Besme 1880 errichten. Im Inneren befindet sich die ergiebigste Quelle von Spa; ihr Wasser ist von Natur aus kohlensäurehaltig, mineralstoffreich und reich an Eisen. Zu sehen ist dort außerdem das neun Meter lange Livre d’Or von Antoine Fontaine. Es stellt 92 Personen dar, die zur Kur nach Spa kamen. Interaktive Darstellungen behandeln sowohl die Geschichte der Stadt als auch das heutige Leben des Kurorts.

Auch kleinere und größere Bauwerke setzen eigene Akzente. Die Chapelle Leloup stammt aus dem Jahr 1672 und gilt als ältestes Denkmal von Spa. Der Parc de Sept Heures wurde 1758 als öffentliche Promenade angelegt und enthält zahlreiche Denkmäler. In der Kirche Notre-Dame et Saint-Remacle lässt sich ein ganz anderer, sehr konkreter Blick auf das Kulturerbe richten: Ihre Orgel besitzt zwei Manuale, 26 Register und 1.642 Pfeifen. Ein Ende 2025 entstandenes Pierrot-Wandbild bedeckt das 1.637 Quadratmeter große Abfüllwerk Spa Monopole gegenüber dem Bahnhof.

Mineralwasser erleben: Thermes und Quellen

Die Thermes de Spa setzen einen Schwerpunkt auf das Wasser der natürlichen Quelle Clémentine: In den Bädern beträgt die Wassertemperatur 33 °C. Ein Eintritt umfasst den Zugang zu 800 Quadratmetern Innen- und Außenbädern sowie zu Saunen, Hammams und Entspannungsbereichen mit Wood-Licht und Infrarot. Zum Angebot gehören außerdem Aquagym und Unterwasser-Entspannungssitzungen mit tibetischer Klangschale. Für den Zugang zu den Bädern und thermoludischen Bereichen wird eine vorherige Reservierung dringend empfohlen; prüfen Sie diese Empfehlung vor Ihrer Reise erneut. Die Standseilbahn von Spa ermöglicht den Zugang zu den Thermes.

Wer Quellen lieber im Zusammenhang mit einem Spaziergang betrachtet, kann die Promenade Meyerbeer in den Blick nehmen. Sie verbindet die Quelle von Barisart über einen von Kaskaden gesäumten Weg mit der Quelle von Géronstère. Die Source de Barisart liegt im Freien und ist frei zugänglich. Auch die Source du Tonnelet ist frei zugänglich und liegt im Freien; sie wurde seit Beginn des 17. Jahrhunderts besucht. Ihr Wasser ist an der Quelle eisenhaltig und kohlensäurehaltig. Die Source de la Sauvenière gilt als älteste Quelle von Spa. Mit ihr verbunden ist eine Wallfahrtstradition, die der Überlieferung nach auf Saint Remacle zurückgeht. Von dort beginnen mehrere Spazierwege, darunter die Promenade d’Orléans.

Wald, Fagne und Museen

Für einen Natur-Schwerpunkt führt eine geführte Route von der Source de la Géronstère durch den Wald bis zur Fagne de Malchamps. Zur Route gehören Holzstege und der Aussichtsturm des Domaine de Bérinzenne. Der Park des Domaine ist das ganze Jahr über vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang kostenlos zugänglich. Davon zu unterscheiden ist der Zugang zur Fagne und zum Aussichtsturm: Er kann während der Jagd oder bei Brandgefahr eingeschränkt sein. Wer diese Ziele einplant, sollte die jeweilige Zugangssituation vorher prüfen.

Das Musée de la Forêt et des Eaux Pierre Noé vermittelt die natürlichen Lebensräume der Region Spa-Bérinzenne in immersiven Darstellungen. Zu den Themen zählen die Fagne und die Wälder ebenso wie Quellen, Biodiversität, Wanderungen, Waldmanagement und natürliche Mineralwässer. Das Spa! museum – Musée de la Ville d’eaux widmet sich der Geschichte von Spa. Es befindet sich in der ehemaligen Villa Royale, dem früheren Wohnsitz der belgischen Königin Marie-Henriette. Wer sich für andere Formen des Alltags und der Vergangenheit interessiert, findet im Musée de la Lessive einen zeitlichen Bogen von der Antike bis zur Gegenwart. Das Mémorial Musée du Régiment behandelt auf 500 Quadratmetern nahezu 200 Jahre Regimentsgeschichte.

Das Besucherzentrum Eaudyssée auf dem Abfüllgelände von Spa vermittelt die Etappen des unterirdischen Wegs des natürlichen Mineralwassers und bietet einen Panoramablick auf die Abfülllinien. Derzeit ist es wegen Umbauarbeiten vorübergehend geschlossen; prüfen Sie den Status vor Ihrer Reise erneut.

Weitere Reiseziele entdecken: Braives, Aywaille, Baelen, Grâce-Hollogne, Ouffet, Oreye, Ouren, Lontzen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lüttich.

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