Gembloux verbindet eine lange Abteigeschichte mit einem klar benannten Naturziel: Die ehemalige Benediktinerabtei liegt auf einem Felsvorsprung über dem Tal der Orneau, und im Naturschutzgebiet Escaille führen Wege durch erhaltene natürliche Lebensräume. Dazu kommen der Belfried, der ehemalige Glockenturm der Pfarrkirche Saint-Sauveur, und der Moulin Defrenne, die letzte noch erhaltene kreisrunde Windmühle in der Provinz Namur. So stehen Baugeschichte, Kultur und Natur als unterschiedliche Schwerpunkte für die Reiseplanung bereit.
Abteigeschichte in zwei Bauphasen
Die Geschichte der ehemaligen Abtei reicht bis um 940 zurück: Guibert, ein lothringischer Adeliger, gründete sie zu dieser Zeit. Zwischen 1762 und 1785 wurde die Abtei unter dem Architekten Laurent-Benoît Dewez vollständig im neoklassizistischen Stil wiederaufgebaut. Die beiden Angaben markieren unterschiedliche Kapitel: Die Gründung gehört in die frühe Geschichte des Klosters, der vollständige Wiederaufbau in eine viel spätere Bauphase. Um 940 und die Jahre 1762 bis 1785 beschreiben also nicht dieselbe architektonische Epoche. Als ehemalige Benediktinerabtei liegt die Anlage auf einem Felsvorsprung über dem Tal der Orneau. Gründung, späterer Wiederaufbau und Lage geben verschiedene Bezugspunkte für die Einordnung dieses historischen Ortes.
Belfried, Windmühle und Kultur
Der Belfried von Gembloux war der ehemalige Glockenturm der Pfarrkirche Saint-Sauveur und wurde im Juli 2005 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Der Moulin Defrenne setzt einen anderen Akzent: Er ist die letzte noch erhaltene kreisrunde Windmühle in der Provinz Namur. Abtei, früherer Kirchturm und Windmühle stehen damit für unterschiedliche Bauformen und Geschichten. Wer Gembloux wegen seiner Architektur und Geschichte auswählt, kann neben der Abtei auch den kirchlichen Bezug des Belfrieds und die besondere Form der Windmühle in die Betrachtung einbeziehen.
Auch die Kulturthemen beschränken sich nicht auf historische Bauten. PRIZME bindet regelmäßig Einwohner, Schulen und Vereine durch Workshops, gemeinschaftliche Gestaltungen und Begegnungen mit Künstlern ein. Der Schwerpunkt liegt auf Beteiligung und gemeinsamem Gestalten. Wer sich für gemeinschaftlich geprägte Kultur interessiert, erhält damit einen anderen Blick auf Gembloux als durch die Baugeschichte allein.
Naturwege im Naturschutzgebiet Escaille
Im Naturschutzgebiet Escaille führen Wege durch erhaltene natürliche Lebensräume. Erreichbar ist das Gebiet über den RAVeL gegenüber dem Fußballstadion von Gembloux in der Rue Debecker; der Ausgang ist am RAVeL ausgeschildert und liegt etwa 15 Minuten vom Stadion entfernt. Diese Orientierung verbindet einen konkreten Bezugspunkt mit dem Naturthema. Escaille unterscheidet sich damit inhaltlich von Abtei, Belfried und Windmühle: Hier stehen Wege durch natürliche Lebensräume im Mittelpunkt, dort historische Bauwerke und ihre jeweiligen Geschichten.
Anreise nach Gembloux
Mit dem Auto ist Gembloux über die Autobahnen E411 (Brüssel–Luxemburg) und E42 (Lüttich–Namur) erreichbar. Auch der Bahnhof ist gut angebunden: Züge aus Brüssel, Lüttich, Namur und anderen belgischen Städten fahren nach Gembloux. Wenn Sie Ihre Bahnfahrt auf einen bestimmten Tag planen, lohnt sich ein Blick auf den Fahrplan. Mit dem Fahrrad ist Gembloux ebenfalls gut erreichbar; dafür gibt es zahlreiche Radwege und Fahrradrouten. So können Sie die Anreise je nach Verkehrsmittel planen, ohne die Kultur- und Naturthemen der Stadt zu vermischen.
Die Anreise per Auto, Bahn oder Fahrrad können Sie anschließend passend zu Ihrer Reiseplanung festlegen.
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