Wer Wommelgem als Aufenthaltsort erwägt, kann den eigenen Schwerpunkt anhand klar unterscheidbarer Themen setzen: Fort 2 verbindet Festungsgeschichte und Naturschutz, Erberouten führen zu wichtigen Stätten der Gemeinde, und Kirchenbauten bewahren historische Architektur und Ausstattung. So lässt sich Wommelgem als Reiseziel passend zu den eigenen Interessen einordnen.
Fort 2: Festungsbau und Naturraum
Fort 2 ist ein geschütztes Backsteinfort auf einer Fläche von 33 Hektar. Es wurde von 1859 bis 1865 als Teil des inneren Festungsrings von Antwerpen errichtet. Bauzeit, Material und Zugehörigkeit zu diesem Ring ordnen das Bauwerk in die Antwerpener Festungsgeschichte ein. Wer sich für Festungsarchitektur interessiert, findet hier einen markanten historischen Schwerpunkt.
Zum Fort gehört zugleich eine andere Perspektive: Es ist ein Überwinterungsgebiet für geschützte Fledermäuse und Teil des Natura-2000-Netzes europäischer Schutzgebiete. Festungsgeschichte und Naturerbe beziehen sich damit auf denselben Ort. Auch die Museen des Ersten und Zweiten Weltkriegs in Fort 2 greifen unterschiedliche historische Themen auf. Dazu gehören eine Galerie mit überwiegend Geschützen aus dem 19. Jahrhundert, Räume zum Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie ein Themenraum zu V-Waffen.
Wommelgemer Erbe zu Fuß und mit dem Rad
Für die Erkundung des Gemeindeerbes stehen unterschiedliche Routenangebote im Mittelpunkt. Die Wommelgemer Erbewanderung führt zu den 26 wichtigsten Erbestätten der Gemeinde. Die Erberadroute hebt 22 Erbestätten hervor; an jeder Stelle erklärt ein Schild die Geschichte des jeweiligen Ortes. Wer zwischen den beiden Formaten wählt, kann sich an der Fortbewegungsart orientieren und bei der Radtour zusätzlich die Erläuterungen an den einzelnen Stationen einbeziehen.
Das kommunale Freizeitwanderangebot umfasst außerdem vier unterschiedlich farblich markierte Routen. Die Kennzeichnung bietet eine Orientierung zwischen den Wanderangeboten. Zusammen zeigen die Routen, dass sich Wommelgems Erbe sowohl über konkrete Stationen als auch über ein farblich gegliedertes Freizeitwanderangebot erschließen lässt.
Kirchen, Kapelle und Erinnerung
Die Pfarrkirche Sint-Petrus en Paulus bewahrt in ihrer Sakristei eine romanische Tür aus dem 12. bis frühen 13. Jahrhundert. Hinzu kommen historische Gemälde und Skulpturen sowie barocke Ausstattung aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Damit finden sich an der Kirche mehrere klar benennbare kunst- und baugeschichtliche Details.
Einen anderen architektonischen Akzent setzt die Sint-Janskapel: Die gotische Back- und Sandsteinkapelle stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert und wurde vermutlich im 17. Jahrhundert vergrößert. Ihr einschiffiges Langhaus, der dreiseitige Ostchor und das mit Schiefer gedeckte Satteldach beschreiben Grundriss und äußere Form. Im Vergleich zu den unterschiedlichen Ausstattungsstücken der Pfarrkirche steht hier die Kapellenarchitektur im Vordergrund.
Eine weitere historische Spur ist die Gedenkplatte am Veldgraf Selsaeten. Sie erinnert an 13 alliierte Soldaten, die dort vorübergehend bestattet wurden. So gehören neben Bauwerken und musealen Themen auch konkrete Erinnerungsorte zu den historischen Bezugspunkten in Wommelgem.
Veranstaltungen und Besuchsmöglichkeiten
Die Open Kerkendagen finden jährlich am ersten Juniwochenende statt und stellen das religiöse Erbe von Wommelgem in den Mittelpunkt. Der Open Monumentendag fällt jährlich auf den zweiten Septembersonntag; in Wommelgem werden dabei üblicherweise historische Spaziergänge in Fort 2 angeboten. Wenn Sie Ihre Reise an einem dieser Termine ausrichten möchten, prüfen Sie die konkreten Angaben für das jeweilige Jahr.
Das Streekmuseum De Kaeck kann zu besonderen Anlässen wie der Fortengordel und dem Erfgoeddag besichtigt werden. Gruppen können einen geführten Besuch nach Vereinbarung planen. Erkundigen Sie sich vorab nach den Besuchsmöglichkeiten, wenn dieses Museum zu Ihrem Aufenthalt gehören soll.
Weitere Reiseziele entdecken: Nijlen, Geel, Hoogstraten, Lint, Herselt, Westerlo, Lier, Berlaar.
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