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Brügge zeigt sein mittelalterliches Gesicht nicht nur an einzelnen Bauwerken: Im historischen Zentrum ist das ursprüngliche Gefüge aus Straßen und Plätzen, Kanälen und Freiflächen erhalten. Gotische Bauten gehören zur Identität der Stadt. Zugleich lässt sich Brügge auf verschiedene Arten erkunden: zu Fuß durch Gassen und entlang der Wasserwege, mit dem Rad oder bei einer Bootsfahrt auf den Reien. Die folgenden Eindrücke helfen Ihnen, den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts zwischen Stadtgeschichte, Kunst und Bewegung zu setzen.

Mittelalterliche Stadtstruktur und Kunstgeschichte

Das historische Zentrum von Brügge ist ein herausragendes Beispiel einer mittelalterlichen historischen Siedlung. Seine Straßen, Plätze, Kanäle und Freiflächen bewahren ein ursprüngliches Muster; die gotischen Bauten sind dabei mehr als einzelne Sehenswürdigkeiten, denn sie prägen die Identität der Stadt. Auch Brügge hat eine bedeutende Rolle in der Kunstgeschichte: Das historische Zentrum war Geburtsort der flämischen Primitiven und im Mittelalter ein Zentrum für die Förderung und Entwicklung der Malerei.

Zur historischen Orientierung gehört auch die Reie. Mehrere Bäche vereinigten sich in Brügge zu diesem Fluss, der nach Norden in die Küstenebene fließt. Über Gezeitenrinnen hatte die Reie eine natürliche Verbindung zur Nordsee. Das heutige Brügge entstand am Burg, an der Stelle, an der eine Straße auf die Reie traf. Diese Ortsgeschichte verbindet Stadtentwicklung und Wasserwege, die noch heute zu den prägenden Themen eines Brügge-Besuchs gehören.

Belfort, Madonna und Begijnhof

Das Belfort ist ein Machtssymbol von Brügge aus dem 13. Jahrhundert. Sein Glockenspiel gehört ebenso zu den markanten Merkmalen wie der atemberaubende Blick auf die Stadt. Einen anderen Kunstakzent setzt das O.L.V.-kerk Museum: Es beherbergt Michelangelos marmorne Madonna mit Kind. So stehen ein städtisches Wahrzeichen mit Aussicht und ein konkretes Kunstwerk in einem Museum für unterschiedliche kulturelle Interessen.

Das Begijnhof wurde 1998 von der UNESCO als Welterbe anerkannt. Sein großer Innenhof ist von weißen Häusern umgeben; hohe Pappeln und Linden prägen den Hof. Das Begijnhof ist seit Jahrhunderten ununterbrochen bewohnt. Heute leben dort einige Schwestern des Ordens von St. Benedikt und alleinstehende Frauen. Auch die Kirche des Begijnhofs bewahrt ein bedeutendes Kunstwerk: Sie beherbergt die älteste Sedes sapientiae in Brügge, eine Darstellung Unserer Lieben Frau von Spermalie aus dem Jahr 1247. Die UNESCO-Anerkennung, die fortgesetzte Bewohnung und die Marienbildnisse eröffnen verschiedene Zugänge zu diesem Ort.

Zu Fuß, mit dem Rad oder auf dem Wasser

Zu Fuß können Sie entlang der Wasserwege und durch die Gassen gehen und dabei auch weniger bekannte Orte entdecken. Beim Radfahren lassen sich ruhige Wohnviertel, die Vesten, Mühlen, Museen und Sehenswürdigkeiten erreichen. In ganz Brügge verbindet ein Fahrradnetz die Teilgemeinden schnell und sicher mit der Innenstadt sowie untereinander. Eine konkrete Route ist die Fietsroute 6: Sie führt vom Zentrum von Brügge zu den Assebroekse Meersen. Damit stehen sowohl Ziele innerhalb der Stadt als auch eine benannte Radverbindung über das Zentrum hinaus im Blick, ohne dass für die Strecke eine Fahrzeit angegeben ist.

Eine Bootstour bietet eine weitere Perspektive auf die Brugse reien. Die Touren starten an fünf Anlegestellen im Zentrum; eine Route verläuft zwischen dem Jan van Eyckplein und dem Begijnhof. Die Rundfahrt dauert ohne Zwischenstopps eine halbe Stunde. Diese Zeitangabe gibt Ihnen einen klaren Anhaltspunkt für die Tour; für die Planung empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Fahrzeiten.

Bier und Brauereiführung

Zur lokalen Braukultur gehört die Brouwerij De Halve Maan. Dort wird Brugse Zot gebraut, ein würziges obergäriges Stadtbier auf Basis von Malz, Hopfen und spezieller Hefe. Die Brauerei bietet täglich Führungen in mehreren Sprachen an; anschließend wird ein Brugse Zot blond angeboten. Da sich Zeitpläne ändern können, prüfen Sie vorab die aktuellen Tourzeiten. Wer sich für die Herstellung interessiert, findet hier einen anderen Zugang zur Stadt als bei Architektur, Kunst oder einer Erkundung zu Fuß.

Weitere Reiseziele entdecken: Sint-Michiels Brugge, Assebroek, Sint-Kruis, Lissewege, Sint-Andries, Zeebrügge, Dudzele, De Panne.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Westflandern.

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