Rio De Contas lässt sich besonders über sein bauliches Erbe kennenlernen. Das geschützte Ensemble verbindet alte Straßen und Plätze mit Häusern aus Adobe und barocken Kirchen. Dazu kommen ein Museum in einem historischen Bau, Theatergeschichte, eine wiederkehrende Prozession und zwei unterschiedliche Stadtansichten. So stehen Architektur, Kulturgeschichte und konkrete Blickpunkte im Mittelpunkt Ihrer Entdeckung.
Ein geschütztes Ensemble aus Straßen und Häusern
Das Conjunto Arquitetônico de Rio de Contas wurde 1980 vom Instituto do Patrimônio Histórico e Artístico Nacional (IPHAN) unter Denkmalschutz gestellt. Es bewahrt alte Straßen und Plätze, Adobe-Häuser und barocke Kirchen. Der Schutz bezieht sich damit auf ein Ensemble und nicht nur auf ein einzelnes Gebäude: Auch Straßenräume und Plätze gehören zu dem überlieferten Ortsbild.
Zum geschützten Ensemble zählen 287 Gebäude, darunter öffentliche und religiöse Denkmäler aus Stein. Die Häuser hatten traditionell weiße Fassaden mit blauen Fensterrahmen. Zusammen zeigen diese Details unterschiedliche Seiten der Architektur: die Materialien und Formen einzelner Bauten ebenso wie den Zusammenhang der Straßen und Plätze. Wer Rio De Contas über sein bauliches Erbe kennenlernt, kann daher sowohl auf einzelne Gebäude als auch auf das Ensemble als Ganzes achten.
Geschichte in einzelnen Gebäuden
Die Casa de Câmara e Cadeia gehört zum historischen Erbe Brasiliens und wurde 1959 von IPHAN unter Denkmalschutz gestellt. Heute beherbergt sie das Museu Municipal Casa de Câmara e Cadeia de Rio de Contas. Die Casa ist außerdem eine touristische Sehenswürdigkeit, die Besucher aus verschiedenen Regionen Brasiliens empfängt. Ihre Geschichte verbindet so den Schutz eines konkreten Gebäudes mit seiner heutigen Museumsfunktion.
Ein anderer Blick auf die Kulturgeschichte führt zum Teatro São Carlos am Largo do Rosário. Es wurde 1892 gegründet, zählt zu den drei ältesten Theatern Brasiliens und gilt als das älteste Theater im Landesinneren von Bahia. Damit ergänzt Theatergeschichte die Eindrücke aus den geschützten Häusern und Kirchen: Im Mittelpunkt steht hier die lange Geschichte eines Theaters und seine Einordnung im nationalen Vergleich.
Kirchen und zwei verschiedene Stadtansichten
Zum Centro Histórico von Rio de Contas gehören die Paróquia de Sant’Ana und die Igreja Matriz do Santíssimo Sacramento. Die Paróquia de Sant’Ana ist auch als Igreja de Pedra bekannt; dieser Name bezeichnet also dieselbe Kirche. Die Igreja Matriz do Santíssimo Sacramento ist ein weiterer Bestandteil des historischen Zentrums. Wer die Namen einordnet, kann die beiden Kirchen als unterschiedliche Orte unterscheiden und zugleich ihrem gemeinsamen Bezug zum Centro Histórico folgen.
Auch bei den Stadtansichten haben die benannten Orte verschiedene Schwerpunkte. Der Mirante da Capelinha bietet die Möglichkeit, den Sonnenuntergang zu betrachten, und einen Panoramablick auf Rio De Contas. Die Ponte do Coronel gilt dagegen als eine der Postkartenansichten der Stadt. Für ein Panorama mit Blick auf die Stadt und für ein bekanntes Brückenmotiv stehen damit zwei unterschiedliche Bezugspunkte bereit.
Die Noite das Lanternas zu Fronleichnam
Zur wiederkehrenden Tradition von Rio de Contas gehört die Noite das Lanternas an Fronleichnam. Dabei werden die Lichter der Stadt gelöscht, und die Einwohner ziehen in einer Prozession durch die Straßen, die nur von Laternen erleuchtet wird. Der beschriebene Ablauf macht die Laternenprozession zu einem besonderen kulturellen Thema neben den dauerhaft prägenden Gebäuden, Kirchen und Straßen.
Für Reisende, die gerade diese Tradition erleben möchten, ist Fronleichnam der konkrete zeitliche Bezugspunkt. Wer sich dagegen vor allem für das historische Zentrum interessiert, findet verschiedene Ansatzpunkte: die Architektur des Ensembles, einzelne geschützte Bauwerke, die Kirchen und die Theatergeschichte. Die Aussichtspunkte setzen dazu einen anderen Akzent, mit dem Panorama am Mirante und der als Postkartenansicht bekannten Ponte do Coronel.
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