In Mato Grosso do Sul stehen Landschaft, Tierbeobachtung und Kulturgeschichte für unterschiedliche Reiseakzente. Das Pantanal ist die größte Überschwemmungsebene der Welt; etwa 65 Prozent seines Gebiets liegen in Mato Grosso do Sul. Die UNESCO erkannte es 2000 als Biosphärenreservat an.
Pantanal: Landschaft und Tierbeobachtung
Im Pantanal Conservation Area umfasst das Schutzgebiet große Teile des Amolar-Gebirgszugs, dessen höchste Erhebung 900 Meter erreicht. Zwischen den saisonal überfluteten Gebieten und den Bergen liegt ein abrupter Übergang. Damit zeigt die Landschaft mehr als eine einzige Ebene: Wasserflächen und Gebirge bilden unterschiedliche Naturkulissen innerhalb des Schutzgebiets.
Auf touristischen Bauernhöfen im Pantanal werden Fahrten mit Chalanas auf den Flüssen der Region angeboten. Dabei lassen sich Vögel, Kaimane, Fischotter, Hirsche und Wasserschweine beobachten. Auch die Vogelbeobachtung gehört zu den regionalen Erlebnissen: Tuiuiús, Aras, Tukane und Papageien nisten in den Bäumen. Nächtliche Safaris dauern ungefähr zwei Stunden und ermöglichen Beobachtungen von Tieren wie Ozelots, Tapiren, Kaimanen, Eulen und Jaguaren. Die genauen Abläufe können je nach Anbieter variieren.
Die Estrada-Parque Pantanal wurde geschaffen, um die Biodiversität zu erhalten und den Ökotourismus in Mato Grosso do Sul zu fördern. Für den Aufenthalt lässt sich so zwischen Naturbeobachtung auf Flüssen, nächtlichen Safaris und einer Reise mit Schwerpunkt auf Landschaft und Ökotourismus unterscheiden. Welche Angebote konkret stattfinden, sollten Sie beim jeweiligen Anbieter prüfen.
Bonito und die Serra da Bodoquena
Bonito gilt in der Tourismusregion Bonito–Serra da Bodoquena als Natur-, Ökotourismus- und Abenteuerziel. Zum Angebot der Region zählen unter anderem Schnorcheln, Tauchen, Hochseilgarten, Reiten, Badeplätze, Naturbecken und Boia-Cross. Beim Schnorcheln in Bonito treiben Besucher in klaren Gewässern mit aquatischer Tier- und Pflanzenwelt. Das ist ein anderer Schwerpunkt als die Flussfahrten und Tierbeobachtungen im Pantanal.
Der Nationalpark Serra da Bodoquena umfasst die Gemeinden Bonito, Bodoquena und Jardim. Zu seiner Landschaft gehören Flüsse mit smaragdgrünem oder bläulichem Wasser, Wasserfälle, erhaltene Uferwälder, Schluchten sowie Schwinden und Wiederaufstiege des Wassers. Für den Zugang zu den Attraktionen des Nationalparks müssen durch das ICMBio akkreditierte Besucherführer beauftragt werden. Planen Sie diesen vorgeschriebenen Teil des Besuchs ein, wenn Sie sich für den Nationalpark entscheiden.
Campo Grande: Park, Museen und Küche
In Campo Grande verbindet der Parque das Nações Indígenas Naturbeobachtung mit Bewegung: Der Park dient wild lebenden Nasenbären, Wasserschweinen und Agutis als Lebensraum und verfügt über einen 3.000 Meter langen Radweg für Freizeitfahrten. Der Zugang zum Radweg ist nur über die Portale Guarani an der Av. Afonso Pena und Kadiwéu an der Rua Antônio Maria Coelho erlaubt. Kinder unter zehn Jahren müssen von einer verantwortlichen Person begleitet werden.
Auch Museen setzen unterschiedliche Akzente. Das Museu das Culturas Dom Bosco verfügt über eine naturkundliche Sammlung, die Geodiversität, Biodiversität und die ethnische Vielfalt Brasiliens repräsentiert. Das Museu Interativo da Biodiversidade, kurz MiBio, präsentiert die Biodiversität des Pantanal und die ökologischen Prozesse der Region interaktiv und zugänglich. Wer sich für Stadtgeschichte interessiert, findet im José-Antônio-Pereira-Museum die Geschichte der Kolonisierung von Campo Grande. In der Feira Central lassen sich Kunsthandwerk und Sobá verbinden; das Gericht gilt als kulinarisches Kulturerbe der japanischen Einwanderer der Hauptstadt.
Corumbá: Flussreisen und Grenzgeschichte
Corumbá ist Ausgangspunkt vieler schwimmender Hotels und Flusskreuzfahrten im Pantanal. Traditionelle Chalanas fahren vom Allgemeinen Hafen von Corumbá auf dem Paraguay ab. Da Betreiber und Fahrpläne variieren können, empfiehlt es sich, die konkreten Abfahrten vor der Reise zu prüfen.
Auch die Geschichte der Stadt lässt sich an einem bestimmten Ort einordnen: Das Forte de Coimbra wurde im 18. Jahrhundert am Ufer des Paraguay in Corumbá an der Grenze zu Bolivien und Paraguay als Teil eines Netzes von Grenzbefestigungen errichtet. Zum Komplex gehören eine Kapelle, ein Pulverhaus, eine Unterkunft, Innenhöfe, eine Mauer mit Bastionen und einige Kanonen der brasilianischen Marine. Das Forte wurde 1974 vom IPHAN unter Denkmalschutz gestellt.
Kulturtraditionen und Unterkunftsschwerpunkt
Die Handwerkstradition Modo de Fazer a Viola de Cocho ist in Mato Grosso do Sul und Mato Grosso verbreitet und wurde 2005 vom IPHAN in das Livro dos Saberes eingetragen. Ein weiterer kultureller Schwerpunkt ist das Arraial do Banho de São João: Das Fest verbindet Glauben, Tradition, Tanz und typische Küche und zieht jedes Jahr Tausende Menschen an. Das Programm kann variieren.
Legen Sie zuerst fest, welche dieser Themen Ihre Reise prägen soll.
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