Cataguases lässt sich über Architektur und Kunst erschließen: modernistische Kachelflächen, ein Santuário in Flugzeugform und ein Museum in einem vom Jugendstil inspirierten Herrenhaus setzen unterschiedliche Akzente. Für Reisende mit Interesse an Gestaltung und Kulturgeschichte eröffnet das mehrere thematische Zugänge. Der Schwerpunkt reicht von moderner Architektur bis zur Geschichte eines Unternehmens und lässt sich deshalb nicht auf eine einzige Epoche verkürzen.
Moderne Architektur und Kunstwerke
Cataguases verfügt über einen reichen Bestand moderner Architektur aus den Jahren 1940 bis 1960, darunter Werke von Oscar Niemeyer und weiteren bedeutenden Architekten und Künstlern jener Zeit. Das Educandário Dom Silvério veranschaulicht diesen Schwerpunkt konkret: Seine modernistische Azulejo-Fassade ist auf 1954 datiert. Das Educandário wird als wichtiges Werk des kulturellen Erbes von Cataguases bezeichnet und beherbergt außerdem das Wandgemälde „A Criação do Mundo“, das Emeric Marcier 1956 schuf. So treffen am selben Gebäude eine Kachel-Fassade und ein Wandbild zusammen. Die zwei Jahreszahlen liegen nur zwei Jahre auseinander, während die Gestaltung jeweils ein anderes Medium in den Vordergrund rückt.
Das Santuário de Santa Rita de Cássia setzt einen anderen architektonischen Akzent. Es stammt aus dem Jahr 1968, hat die Form eines Flugzeugs und seine Fassade ist mit einem Azulejo-Panel von Djanira da Motta e Silva gestaltet. Im Vergleich mit dem Educandário fällt nicht nur der zeitliche Abstand auf: Hier bestimmt die Flugzeugform den Baukörper, während dort modernistische Kachelfläche und Wandgemälde als unterschiedliche Kunstformen zusammentreffen. So ergeben sich verschiedene Anknüpfungspunkte für den Blick auf Architektur – Baukörper, Fassade und die Verbindung von Kunstwerk und Gestaltung.
Architektur und Unternehmensgeschichte
Das Museu Energisa bietet einen inhaltlich anderen Zugang. Es ist in einem vom Jugendstil inspirierten Herrenhaus an einer der wichtigsten Straßen im Zentrum von Cataguases untergebracht. Seine Sammlung behandelt die Geschichte der Companhia Força e Luz Cataguazes–Leopoldina bis zu ihrer Entwicklung zur Grupo Energisa. Damit verbindet sich die architektonische Prägung des Hauses mit einer Sammlung zur Unternehmensgeschichte. Der Schwerpunkt liegt hier also nicht auf einem einzelnen Kunstwerk, sondern auf der Entwicklung eines Unternehmens. So ergänzt das Museum die architektonischen Beispiele um einen weiteren kulturgeschichtlichen Blickwinkel.
Das von Candido Portinari gemalte Tafelbild „Tiradentes“ befand sich einst in Cataguases und wurde ursprünglich für das Colégio Cataguases geschaffen.
Die Jahreszahlen machen einen Vergleich möglich: Der moderne Architekturbestand reicht von 1940 bis 1960; die Fassade des Educandário ist auf 1954 datiert, sein Wandbild auf 1956, und das Santuário stammt aus dem Jahr 1968. Damit liegen die Beispiele zunächst innerhalb des genannten Architekturzeitraums und reichen mit dem Santuário darüber hinaus. Für Ihre thematische Auswahl können Sie zwischen einer breiten Epoche und den einzelnen Bau- und Kunstwerken unterscheiden.
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