Ilha Do Mel liegt am Eingang der Bucht von Paranaguá. Das Landschaftsbild unterscheidet sich zwischen Süden und Norden: Der kleinere südliche Teil ist durch Erhebungen und Strände geprägt, die zum offenen Meer ausgerichtet sind. Im größeren Norden finden sich Restinga-Ebenen, Mangroven, Bäche und Lagunen; die Strände dort zeigen zur Innenseite der Bucht. So begegnen Ihnen auf einer Insel verschiedene Küsten- und Lebensraumtypen.
Landschaft und Schutzgebiete
Etwa 93 Prozent von Ilha Do Mel sind durch Schutzgebiete geschützt. Rund 81 Prozent der Oberfläche bilden eine Ökologische Station; etwa 12 Prozent entfallen auf den Parque Estadual da Ilha do Mel. Dieser wurde durch das Dekret 5.506 vom 21. März 2002 geschaffen. Die Besuchsregeln für die beiden Schutzgebiete unterscheiden sich: Der öffentliche Besuch der Ökologischen Station ist nur mit Genehmigung des IAT und zu Bildungszwecken erlaubt. Der Parque Estadual ermöglicht öffentliche Besuche, Umweltbildung, bewusst und geordnet ausgeübte Freizeitaktivitäten sowie wissenschaftliche Forschung.
Der Parque Estadual schützt Strandbereiche und felsige Küsten ebenso wie bedeutende Reste des dichten ombrophilen Waldes der Berg- und Tieflagen sowie Restinga-Wald. Mangroven und Restinga-Lebensräume sind für den Naturschutz bedeutsam. Zu den auf der Insel vorkommenden Pflanzen zählen Orchideen und Bromelien. Wer Natur- und Landschaftsthemen in den Mittelpunkt stellt, findet hier konkrete Anknüpfungspunkte – von den unterschiedlichen Küstenformen bis zu den Lebensräumen im Inselinneren.
Anreise und Wege auf der Insel
Ilha Do Mel ist per Boot von Pontal do Sul oder Paranaguá aus erreichbar. Von Pontal do Sul dauert die Überfahrt etwa 30 Minuten; die Dauer kann je nach Navigationsbedingungen variieren. Auf der Insel darf man sich nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortbewegen. Diese Regel gehört zur Planung dazu, denn die Wege verbinden die Fortbewegung auf der Insel unmittelbar mit dem eigenen Fußweg oder dem Fahrrad.
Die Wege sind zwischen 650 Metern und mehr als fünf Kilometern lang. Sie können mit der vorhandenen Beschilderung selbstgeführt oder mit Guides begangen werden. Für einen konkreten Weg zum Farol das Conchas führt die Route zunächst über einen Weg und anschließend über eine Treppe mit 150 Stufen. Die Bedingungen vor Ort können variieren; beziehen Sie das in Ihre Planung ein. Der Leuchtturm wurde 1872 auf dem Morro das Conchas errichtet, um die Navigation am Eingang der Barre und den Zugang zur Bucht von Paranaguá zu unterstützen.
Leuchtturm, Festung und kulturelle Bezüge
Auch die Fortaleza Nossa Senhora dos Prazeres erzählt von der Geschichte der Insel. Sie wurde 1769 auf Ilha Do Mel errichtet und steht an einem Hang des Morro da Baleia. Leuchtturm und Festung markieren unterschiedliche historische Themen: Beim Farol das Conchas geht es um Navigation und den Zugang zur Bucht, bei der Fortaleza um ein Bauwerk aus dem Jahr 1769. Beide Namen lassen sich damit in einen Blick auf die maritime und bauliche Geschichte der Insel einordnen, ohne ihre jeweiligen Orte und Funktionen gleichzusetzen.
Die staatliche Unterschutzstellung von Ilha Do Mel im Jahr 1975 diente dem Schutz ihrer Landschaft, Flora und Fauna, archäologischen Stätten und kulturellen Bezüge. Zu den mit der Insel verbundenen traditionellen Praktiken gehören handwerkliche Fischerei, lokale Erzählungen, der Fandango, das Barreado und historische Formen des Umgangs mit dem Gebiet. Diese Bezüge stehen mit den früheren Bewohnern und der historischen Beziehung zum Gebiet in Verbindung. Für Reisende eröffnet das neben den Landschaften und Bauwerken eine weitere Perspektive auf die Insel.
Im weiteren regionalen Umfeld, in den Gewässern der Bucht von Paranaguá, lassen sich Graue Tümmler beobachten; sie ernähren sich hauptsächlich von Fischen. Diese Beobachtungsmöglichkeit bezieht sich auf die Bucht und nicht auf einen bestimmten Abschnitt von Ilha Do Mel. Zusammen mit den Küstenlandschaften, den Schutzgebieten und den historischen Bauwerken ergibt sich so ein vielseitiges Bild der Insel und ihrer regionalen Bezüge.
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